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Preis der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt

Preisträger 2019

Dr. Susanne Freund für die beste Dissertation

Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen wie der demographische Wandel, Wertewandel und Individualisierung, gesteigerte Mobilität und Flexibilität haben auch Konsequenzen für freiwilliges Engagement. Dies stellt Organisationen, die sich traditionell auf die Arbeit Ehrenamtlicher stützen, vor die Herausforderung, sich anzupassen und zu verändern. Doch unter welchen Bedingungen unterstützen Ehrenamtliche Veränderungen in ihrer Organisation? Und was bedeuten die organisationalen Veränderungen für das weitere Engagement der Mit­glieder?

Diese Fragen beantwortet die Dissertationsschrift „Organisationsentwicklung in Freiwilligenorganisationen. Psychologische Modellbildung und Evaluation von Veränderungsbereitschaft und Engagement im Transformationsprozess“ von Dr. Susanne Freund, die mit dem Preis für die beste Dissertation 2019 ausgezeichnet wird. Die Dissertation wurde zu Teilen im Rahmen eines Drittmittel­projekts vom Innenministerium Nordrhein-Westfalen gefördert.

Die Untersuchung basiert auf dem sozialpsychologischen Forschungsstand zu Freiwilligenarbeit sowie auf organisationspsychologischer Forschung zu Organisationsentwicklungen. Dabei wurden Erkenntnisse dieser beiden Forschungstraditionen in ein psychologisches Modell zur Erklärung von Veränderungs- und Widerstandsbereitschaft Freiwilliger integriert. Dieses Modell wurde in einer Studienreihe in Freiwilligen Feuerwehren, in denen organisationale Veränderungen stattfanden, mithilfe eines längsschnittlichen, multimethodalen Experimental-Kontrollgruppendesigns getestet und in einer zweiten Organisation, dem Bayerischen Roten Kreuz, validiert.

Insgesamt umfasst die Untersuchung erstens die Evaluation konkreter Veränderungsinitiativen in Freiwilligenorganisationen, zweitens die Erklärung von Veränderungs- und Widerstandsbereitschaft sowie entsprechendem Verhalten von Engagierten und drittens die Analyse von Zusammenhängen organisationaler Veränderungen mit weiteren Engagements.

Damit bieten die zur Dissertation von Susanne Freund gehörenden Einzelstudien vielfältige Ansatzpunkte für die künftige Entwicklung dieser gesellschaftlich wichtigen Organisationen sowie für die Gestaltung freiwilliger Engagements unter sich wandelnden Rahmenbedingungen.

Susanne Freund studierte von 2008 bis 2014 in Eichstätt und Granada Psychologie, Latein und Spanisch für das Gymnasiallehramt.  Dabei wurde sie mit Stipendien der Hanns-Seidel-Stiftung und des Max-Weber-Programms gefördert. Während ihrer Promotion war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Sozial- und Organisationspsychologie von Prof. Dr. Elisabeth Kals tätig. Dabei arbeitete sie in verschiedenen Forschungsprojekten zu den Themen Freiwilligenarbeit, organisationale Veränderungen, Konfliktmanagement, Wohlbefinden durch Naturbeobachtung sowie Evaluations- und Wirkungsforschung. Zudem leitet sie Drittmittelprojekte im Bereich des Freiwilligen Engagements und ist als Trainerin und Workshop-Moderatorin tätig.