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Liga-Bank-Preis für innovative Lehre


Der KU-Preis für Gute Lehre, gestiftet von der Liga-Bank-Stiftung, wird vergeben für Lehrveranstaltungen und Lehrprojekte, die als Best-Practice-Beispiele der KU gelten können. Ausgezeichnet werden Dozentinnen und Dozenten (Professorinnen und Professoren, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrkräfte für besondere Aufgaben oder Lehrbeauftragte der KU), die ein Lehrprojekt konzipiert und realisiert haben, das in besonderer Weise zur Profilbildung der KU beiträgt.

Preisträger 2018

Dr. Johanna Umbach und Christiane Hoth: Preis für gute Lehre – KU-Profil

Das Projekt „Identitätskonstruktion und Erinnerung: auf den Spuren der Kapuzinermission in Südchile“ von Dr. Johanna Umbach und Christiane Hoth erhält den Preis für gute Lehre in der Kategorie „KU-Profil“. Ziel war die Konzeption einer Ausstellung, die 20 Bilder der Kapuzinermission in der Araukanie, einer Region in Südchile, umfasst, in der bis heute die größte indigene Gruppe des Landes, die Mapuche, lebt. Gegenstand des Projekts ist die rund 1600 Fotografien umfassende Glasplattensammlung aus der Mission der bayerischen Kapuziner (1896-1935), die im Bestand der Eichstätter Universitätsbibliothek ist. Die Universitätsbibliothek hat den Bestand digitalisieren lassen und im März 2018 vollständig in die Datenbank KU.media integriert. Die 15 Studierenden bekamen die Möglichkeit, die vollständige Sammlung zu erschließen, Kategorien zu bilden und für eine fotografische Ausstellung aufzubereiten. Sie erhielten Einblick in die Arbeit der Archivare und Bibliothekare, konnten selbst in die Rolle der Forschenden schlüpfen und durften ihre Ergebnisse einem interessierten deutschen wie chilenischen Publikum präsentieren. Diesem entdeckenden Lernen vor Ort ging eine erste Phase voraus, in der die Studierenden durch die Arbeit mit den Fotografien für postkoloniale Perspektiven sensibilisiert wurden, waren die Bilder aus der Kapuzinermission des frühen 20. Jahrhunderts doch nachhaltig an der Schaffung einer kollektiven Vorstellung von der außereuropäischen Welt beteiligt. Die im Rahmen des Seminars geförderten Kompetenzen und Fähigkeiten, die enge Kooperation mit universitären Einrichtungen sowie der Transfer und die Aufbereitung der Ergebnisse und die interdisziplinäre Konzeption machten das forschungsorientierte Seminar zu einer gelungenen Lehrveranstaltung. Die Ausstellung war im Sommer 2018 an der KU zu sehen, aktuell wird sie an der Universidad Católica de Temuco in Südchile gezeigt. Sie möchte veranschaulichen, wie die Missionare sich und ihre Umwelt wahrnahmen und wie sie diese fotografisch in Szene setzten, so die von den Studierenden entwickelte Forschungsfrage.

Jonas Schützeneder, Preis für gute Lehre – Innovation

Ausgezeichnet mit dem Preis der Liga-Bank-Stiftung für gute Lehre in der Kategorie „Innovation“ wird Jonas Schützeneder, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Journalistik I, für sein Lehrprojekt „Aktuelle Medienentwicklung: Sportjournalismus“. Zentrales Ziel des Seminars war es, Sportjournalismus aus wissenschaftlicher und praktischer Sicht interaktiv zu verknüpfen. Einerseits wurden die Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Sportjournalismus erarbeitet, gleichzeitig konnten die Studierenden das Gelernte sofort anwenden: Über das ganze Sommersemester hinweg wurde eigenständig die Plattform „präsicup. de“ aufgebaut und online über das beliebte Fußball-Turnier der KU berichtet. Die Studierenden wurden dadurch selbst zu Sportjournalist/- innen, recherchierten Portraits über Spieler, führten Interviews, konzipierten ganze Video-Sendungen zum Turnier und waren mithilfe von Social Media (fast 2000 Follower auf Instagram und Facebook) stets eng mit der Zielgruppe in Kontakt. Das Seminar lebte von der Abwechslung. Impuls-Vorträge mit Diskussionsfragen, Beispiele aus der Praxis und namhafte Gast-Referent/- innen (u. a. Miriam Weber von Sky oder David Bernreuther vom „Kicker“) sorgten für eine facettenreiche inhaltliche Gestaltung. Zudem wurden innerhalb der Arbeit am Blog in kleinen Teams unter Moderation wöchentlich die aktuelle Lage, mögliche Themen und bereits veröffentlichte Texte konstruktiv kritisiert. So entstand eine lebhafte Debattenkultur innerhalb des Seminars, die vom Dozenten zwar gesteuert, maßgeblich aber von der Chefredaktion und den Studierenden geprägt wurde. Interaktive Lehre fordert und ermöglicht ein hohes Maß an Eigeninitiative durch die Studierenden. Im vorliegenden Fall ist dies gelungen. Die eigene Berichterstattung wurde multimedial umgesetzt: Es erschienen täglich neue Texte auf der Homepage, regelmäßige Audio-Beiträge im Studentenradio Pegasus, verschiedene Social-Media-Formate und Videoclips. Der Lernfortschritt ist zweifach bei den Studierenden angekommen: Einerseits das Wissen und die Fähigkeit, Sportjournalismus aus fachlicher Sicht bewerten und Hintergründe einordnen zu können. Andererseits der Praxisbezug in der „Präsicup-Redaktion“, der auch Softskills wie Teamfähigkeit, Koordination und Kreativität erforderte.

Prof. Dr. Bernhard Sill, Preis für gute Lehre – Sonderpreis

Ein Sonderpreis für gute Lehre geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Bernhard Sill (Professur für Moraltheologie, Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit). Mit „Freecall to Heaven – Beten als ‚Telekommunikation’ mit Gott“ hat Sill im Wintersemester 2016/17 das jüngste einer Reihe von Seminaren betitelt, in denen er mit Studierenden der Frage nachgeht, was Beten ist. Inspiriert von Texten großer christlicher Beter/-innen und begleitet durch den Dozenten, gingen die Studierenden daran, eigene Versuche betender Wortund Gottsuche zu Papier zu bringen. Die entstandenen Texte hat der Verlag Katholisches Bibelwerk unter dem Titel »Beten. Wort sucht Gott« (Stuttgart 2018) publiziert. Auch zuvor schon wurden aus studentischen Produkten in „Sill-Seminaren“ Buchproduktionen (zum Beispiel ein „Jugendgebetbuch“, Pattloch, München 2005). Bernhard Sill ist darüber hinaus regelmäßig im Rahmen des Exkursionsseminars „‚Auschwitz’ als verbindlicher ‚Ortstermin’ christlicher Ethik“ mit Studierenden unterwegs, um vor Ort zu zeigen, warum es keine christliche Ethik mit „Ortsumgehung“ Auschwitz geben kann. In Führungen, Zeitzeugen- Begegnungen und Workshops zur Frage nach der Schuld der Täter wie nach dem Leid der Opfer wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eindrücklich vermittelt, wie sich letzte theologische Fragen im „schwarzen Licht“ von Auschwitz darstellen. Für Prof. Dr. Bernhard Sill muss es beim Studium an der KU stets um mehr gehen als um reine Wissensvermittlung. Ein Mehr, das darin liegt, dass die Studierenden wirklich als Co-Akteure wahr- und ernstgenommen werden, dass neben fachlicher Professionalisierung auch die Bildung der Persönlichkeit zum Tragen kommt, und dass „ein offenes Denken“ – „offen für das ‚maius’ Gottes und der Wahrheit“ (P. Franziskus, Veritatis Gaudium) – gepflegt wird. Mit seinen gelungenen Konzepten der Theorie-Praxis-Verknüpfung, die auch Potential im Sinne des Transfers zwischen Universität, Kirche und Gesellschaft entfalten, realisiert Prof. Dr. Bernhard Sill bereits seit Jahren markante Merkmale des Profils der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. In Anerkennung seines Engagements als Hochschullehrer wird ihm daher der „Sonderpreis für Gute Lehre 2018“ verliehen.