Sie befinden sich hier: KU.de  Einrichtungen  Zentrum Flucht und Migration  Forschung  KU-Projekte  Europäische Ethnologie

Promotion Europäische Ethnologie

  • Autor:

    Gerhard Schönhofer

    Schwerpunkte







    • Visuelle Anthropologie
    • Ethnographischer Dokumentarfilm
    • Mensch-Technologie Interaktionen / Science and Technology Studies (STS)
    • Diaspora & Migration
    • Gender Studies
    • Transkulturalität

    Forschungsprojekt


    • „Komm, wir machen einen Film!“ - Eine ethnografische Studie zu partizipativen Filmprojekten geflüchteter Jugendlicher


Alle anzeigen / Alle verbergen

Antwort auf/zuklappen Kurzbeschreibung "Komm, wir machen einen Film!"

Im Rahmen dieses Promotionsprojektes soll die Möglichkeit der gesellschaftlichen Inklusion von Unbegleiteten Minderjährigen durch partizipative, dokumentarische Filmprojekte untersucht werden[1]. Mediale Praktiken werden in Zusammenhang mit der Artikulation subalterner Positionen von geflüchteten Jugendlichen im Zentrum der Untersuchungen stehen. Der Umgang der Jugendlichen mit den Kameras der Smartphones zur Dokumentation des eigenen Lebens kann hierbei als zentrale Praxis identifiziert werden.

Das hier vorliegende Forschungsvorhaben ist im Umfeld der kollaborativen Ethnografie und der Aktions-Ethnologie zu verorten. Bestehende Untersuchungen setzen sich größtenteils aus diskursanalytischen Bestandsaufnahmen zur Repräsentation und Integration von MigrantInnen in und durch Massenmedien sowie deren medialem Nutzungsverhalten zusammen Aufgrund der im Verlauf der letzten eineinhalb Jahre stark angestiegenen Zahl an Neuankömmlingen in Deutschland konnten sich in Mainstream-Medien Begriffe wie „Flüchtlingswelle“ oder „Flüchtlingsstrom“ manifestieren. Weder durch mediale Repräsentation, noch durch Initiativen zur digitalen Integration konnten effektive Ermächtigung und das Hörbarmachen subalterner Stimmen geschehen. Die Untersuchung partizipativer Filmworkshops soll somit neue Perspektiven auf die Praxiskomplexe zwischen geflüchteten Jugendlichen, Smartphones, stereotypisierten Repräsentationen und eigenen Handlungspotentialen im Hinblick auf die Artikulation subalterner Identitäten eröffnen und eventuelle Potenziale für die effektive Miteinbeziehung der selbsterstellten Repräsentationen geflüchteter Jugendlicher in mediale Diskurse aufzeigen.

 


[1] Inklusion soll in diesem Zusammenhang als Alternative zur Integration verstanden werden, als Einbezug in eine „Vielheit, deren kleinste Einheit das Individuum als unangepasstes Wesen ist, als Bündel von Unterschieden (…) in dem Barrierefreiheit herrscht (…)“ (Terkessidis 2010: 126).