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Das jüdische DP-Camp Eichstätt


Internationales Symposium 22.-24. September 2019 Save the Date

Vom 22. bis zum 24. September 2019 lädt das Zentrum Flucht und Migration Eichstätt-Ingolstadt zu einem internationalen Symposium, das die Geschichte des jüdischen Displaced Persons-Camp in Eichstätt zum Thema hat.

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs richtete das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNRRA in Eichstätt mehrere Camps für Displaced Persons ein. In der Jägerkaserne und weiteren Gebäuden, so der früheren Landwirtschaftsschule, wurden ab November 1946 jüdische Displaced Persons untergebracht.

Wie alle DP-Camps der amerikanischen Besatzungszone war auch Eichstätt weitgehend selbstverwaltet. Rasch entwickelte sich ein System für Bildung und Ausbildung und für religiöse Aktivitäten. So gab es im DP-Camp einen Kindergarten, Volks- und Berufsschulen und religiöse Schulen. 1948 wurde eine Mikwe (Ritualbad) eingerichtet. Zudem gab es sportliche und kulturelle Angebote. Die Jugendherberge wurde zu einem UNRRA-Krankenhaus umfunktioniert, in dem 150 jüdische Kinder geboren wurden. 1949 wurde das Camp geschlossen.

Aktuelle Beiträge über das Symposium: 

 

Programm (pdf, komplett, inklusive Inhalte der Panels)     
Zeitlicher Ablauf (pdf, nur tabellarische Übersicht) 


Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten. 

weitere Informationen zur Teilnahme, Anmeldung, Übernachtung, Anfahrt 

  • Foto: privat

    Die Jugendherberge wurde 1946 von der UNRRA als Area Hospital für die Displaced Persons eingerichtet. Mehr als 140 Kinder jüdischer DPs wurden hier geboren.

     

  • Foto: YIVO Archive New York

    Im Keller des jüdischen DP-Camps wurde eine Mikwe gebaut. Im Judentum ist das Tauchbad eine wichtige Institution, um die religiös vorgeschriebene rituelle Reinigung zu vollziehen.

     

Auf dem Symposium werden aktuelle geschichtswissenschaftliche Beiträge aus der Displaced-Persons-Forschung vorgestellt. Darüber hinaus wird die künstlerische und museale Verarbeitung von Flucht, Deportation und Migration thematisiert. Eine Ausstellung mit historischen Dokumenten und Photographien rahmt das Symposium. Mehrere Zeitzeugen werden zugegen sein, die von den Lebensgeschichten und den Migrationswegen der Bewohner des DP-Camps berichten.

Auch wird eine Begehung der historischen Stätten angeboten.

 

 

Foto: privat

Die Jägerkaserne war das größte Displaced-Persons-Camp der Eichstätter Region. Von November 1946 bis Frühjahr 1949 wohnten hier jüdische DPs.

Foto: United Nations Archive New York

Die United Nations Relief and Rehabilitation Administration UNRRA übernahm die Versorgung der Displaced Persons. Die Berichte, die alle zwei Wochen erstellt wurden, geben Einblicke in das Leben in den Camps.