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Aktuelles


Aktuelles aus der Gedenkstättenarbeit:
Geführte Begehung des Außengeländes der KZ Gedenkstätte Bergen-Belsen durch das International Advisory Board.

Waltraud Schreiber wurde als Vertreterin der Geschichtsdidaktik in zahlreiche Beiräte für Gedenkstättenarbeit berufen. Seit Jahren berät sie z.B. die Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, die Stiftung Berliner Mauer und den Bundesbeauftragen für die Stasi-Unterlagen.

Kürzlich wurde sie zudem in das International Advisory Board der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten berufen. Neben Schreiber gehören dem Beirat an Prof. Dr. Michele Barricelli, München/ vorher Hannover; Dr. Karola Fings. Köln; Prof. Dr. Pieter Lagrou, Brüssel; Assoz. Prof. Dr. Bertrand Perz, Wien; Prof. Dr. Peter Romijn, Amsterdam, Dr. Miriam Rürup, Hamburg, Prof. Dr. Jan Rydel, Krakau; Dr. Natlia Timofeewa, Woronesh; Prof. Dr. Nikolaus Wachsmann, London; Prof. Dr. Moshe Zimmermann, Jerusalem. Das zentrale Thema der konstituierenden Sitzung war die Weiterentwicklung der KZ Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Gedenkstättenarbeit praktisch
Ortsbegehung des Geländes im Mühldorfer Hart
Die Baustelle des Bunkers im Jahr 1945

Theorie und Praxis zusammenbringen: Bei der Mitarbeit an der Gedenkstättenarbeit in Mühldorf, ihrer Heimatstadt, nutzt Waltraud Schreiber diese Gelegenheit, so z.B. bei der Begehung des Geländes im Mühldorfer Hart.
Im Zuge der Verlagerung der Produktion der Messerschmitt ME 262 in einen halbunterirdischen Bunker wurde eines der größten Außenlager des KZ Dachau eingerichtet. Die Hälfte der Häftlinge, ca. 4000, überlebten den Einsatz nicht. Am Tag der Befreiung, dem 28. April, soll im Jahr 2018 die Gedenkstätte im Mühldorfer Hart eröffnet werden.

 

 

Neuerscheinung: Kompetenzen historischen Denkens erfassen
Die Grundlagenpublikation des HiTCH Projekts, erschienen im Waxmann Verlag.

Unter dem Titel Kompetenzen historischen Denkens erfassen. Konzeption, Operationalisierung und Befunde des Projekts „Historical Thinking – Competencies in History“ (HiTCH) ist im Waxmann-Verlag die zentrale Publikation aus dem Projekt HiTCH erschienen.

Dieser Band versteht sich als „Grundlagenpublikation“, die alle Projektbeteiligten gemeinsam erarbeiteten und beschreibt die theoretischen Prämissen, die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der geleisteten Entwicklungsarbeit für einen standardisierten, kompetenzorientierten Test in Geschichte, diskutiert die Bedeutung für die empirische Bildungsforschung sowie die Geschichtsdidaktik und markiert weiteren Forschungsbedarf, aber auch die Relevanz für die Weiterentwicklung des Geschichtsunterrichts. Die Publikation richtet sich an Bildungsforscherinnen und -forscher sowie an Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker, ebenso an die Lehrerbildung in allen Phasen, an Fachleute in der Bildungsadministration, an Lehrkräfte sowie an Studierende.

Das Projekt HiTCH wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Zeitraum 2012-2015 gefördert.

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Vortragsreihe Geschichtskultur im Wintersemester 2016/17
Roland Jahn, Bundesbeauftragter der Stasi-Unterlagen-Behörde
Der Landschaftspark Duisburg-Nord wurde vom Büro Latz+Partner gestaltet.

Mit drei Vorträgen wurden im Wintersemester Perspektiven auf Beschäftigungsmöglichkeiten, Herausforderungen und Diskurse im Umgang mit Geschichtskultur eröffnet. Mit Bezug auf das Hauptseminar zum Thema „Der Umgang mit Geschichte in Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten und Dokuzentren“ und als Angebot zur Reflexion außerschulischer Berufsfelder für Lehramtsstudierende, sollten Aspekte der Planung und Umsetzung geschichtskultureller Angebote mit erfahrenen Akteuren diskutiert werden.

Anita Kuisle, Leiterin des Büros für Technikgeschichte München gewährte Einblicke in die Vielfalt der Themen, die in freiberuflicher historischer Tätigkeit bearbeitet werden können. Neben Fragen der Erarbeitung und Präsentation historischer Auftragsarbeiten, der wissenschaftlichen Unabhängigkeit oder des Verhältnisses von Spezialisierung und breiten Themenspektren, wurden auch pragmatische Herausforderungen der Selbstständigkeit thematisiert.

Den Möglichkeiten und Zwängen historisch-politischer Bildung am originalen Ort widmete sich der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn. Angesichts verschiedener Akteure, Nutzungsweisen und der räumlichen wie inhaltlichen Komplexität der ehemaligen Stasizentrale wurde die gegenwärtige Gestalt des Bildungsangebotes verortet. Möglichkeiten, das Areal zu integrieren und verschiedene Zugriffe zu bündeln wurden mit der Idee eines „Campus für Demokratie“ diskutiert, das die ehemalige Stasi-Zentrale nach Vorstellung Jahns als Erfahrungsort – Erinnerungsort – Lernort – Ort der Forschung – Ort des Disputs zugänglich machen soll.

Ebenfalls mit den planerischen Herausforderungen und Kontroversen bei der Erschließung und Gestaltung großer Areale für historische Bildung oder Stadtentwicklung unter Berücksichtigung der Historizität von Räumen, beschäftigte sich der Vortrag von Tilman Latz. Am Beispiel neu gedeuteter und gestalteter Industrie- und Hafenanlagen oder der Wegführung um die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau, wurde in die Wahrnehmung von Räumen und der Geschichte von Orten eingeführt. Die Konzeption einer Gedenkstätte für ein Rüstungsareal mit Waldlager bei Mühldorf, konkretisierte historische und pragmatische Zugänge ebenso wie Zwänge der Gestaltung originaler historischer Orte.

Die Vorträge

  • 30.11.2016 Roland Jahn: Bedeutung und Herausforderung der Stasi-Zentrale

 

 

 

Exkursions-Reihe im WS 2016/2017

Das Team der Professur für Theorie und Didaktik der Geschichte der KU hat im Wintersemester 2016/2017 mit und für Studierende verschiedenster Semester mehrere Exkursionen durchgeführt:

  • 26.10.16: Bunker 29 – Industriemuseum Waldkraiburg-Aschau in Waldkraiburg, KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart und die Ausstellung „Alltag, Rüstung, Vernichtung – Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus“ im Haberkasten in Mühldorf am Inn

  • 02.11.2016: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

  • 05./06./07.12.2016: Schloss Bellevue, Jackpoint Charlie, Blackbox Kalter Krieg, Asisi Panorama und Ehemalige Stasi-Zentrale (Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde, Stasimuseum) in Berlin

  • 17.01.17: NS-Dokumentationszentrum in München

Ziel der unterschiedlichen Exkursionen war es, historische Orte und Ausstellungen bzw. Museen kennen zu lernen, aber auch kritisch zu hinterfragen. Dabei wurden architektonische Aspekte genauso diskutiert, wie Auswahl der Inhalte oder Gestaltung. Im Fokus standen außerdem kontextualisierende Bildungsangebote wie Media-Guides oder museumspädagogische Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen. An dieser Stelle sei nochmals den Verantwortlichen vor Ort gedankt, die dankenswerter Weise einen Blick „hinter die Kulissen“ ermöglicht haben.

Das Highlight dieser Exkursions-Reihe bildete die Teilnahme am Podiumsgespräch „Vereint und doch getrennt? Die Einheit Europas und das Erbe der Geschichte“ mit anschließendem Empfang des Bundespräsidenten Joachim Gauck in Schloss Bellevue.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Berlin-Exkursion vor Schloss Bellevue.