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Aktuelles


Raum – vernachlässigte Kategorie der Geschichtskultur?

Auf die theoretischen Überlegungen, die demnächst in der Zeitschrift für Geschichtsdidaktik erscheinen werden, folgen nun praktische Anwendungen: Waltraud Schreiber untersucht die Rolle von „Raum“ in Gedenkstätten und Museen. Dafür eignen sich zum einen die Innen- und Außenausstellungen der Grenzen zwischen den beiden Deutschland, zum anderen raum- und zeitspezifische Besonderheiten von (NS-) Gedenkstätten.


Neuer alter Forschungsschwerpunkt: Umgang mit Geschichte in Ausstellungen

Waltraud Schreiber nutzt das aktuelle Forschungsfreisemester, um einen lang angelegten Forschungsschwerpunkt wieder aufzugreifen, auszudifferenzieren und ggfs. „antragsfähig“ zu machen. Es geht um Ästhetik/ Kunst auf der einen, um Geschichte und Politik auf der anderen Seite und schließlich um die Triftigkeit der von den Kuratoren je gewählten Interpretationen. Dass der Kunstsommer 2017 mit der Biennale und der Documenta sich ebenso politisch verstehen, wie die Reformationsausstellungen trifft sich mit dem Ziel: Unterschiede und Gemeinsamkeit in der Art herauszuarbeiten, wie sie die ästhetische, politische und kognitive Dimension (Rüsen) verbinden und macht sie zu einem herausgehobenen Forschungsgegenstand.

Nach den Kunstausstellungen in Venedig und Athen stehen nun die Reformationsausstellungen in Berlin, Eisenach und Wittenberg zu Besuchen mit analytischer Zielsetzung an.

Documenta14 in Athen
Documenta14 in Athen
Documenta14 in Athen
Documenta14 in Athen
Documenta14 in Athen
DHM "Der Luthereffekt", Berlin
DHM "Der Luthereffekt", Berlin
 

Vorstandssitzung der Bundesstiftung Aufarbeitung: 22./23. Juni in Berlin

Die Vorstandsmitglieder Rainer Eppelmann, Ralph Jessen, Christine Liebermann, Gerd Poppe, Waltraud Schreiber sowie die Geschäftsführerin Anna Kaminsky und Abteilungsleiter der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur diskutierten bei ihrer Klausurtagung u.a. über Herausforderungen für den Umgang mit Demokratie und deren Gefährdungen und der Rolle, die die Aufarbeitung der SED-Diktatur dabei spielen kann.


"InKLUsiv Geschichte Lehren"

BMBF fördert Inklusionsprojekt "KLUG"

Das Verbundprojekt zwischen den Universitäten Eichstätt, Tübingen und Oldenburg  hat einen Gesamtumfang von 840.000 Euro, wobei 480.000 Euro in Eichstätt verankert sind. Es wird von Waltraud Schreiber koordiniert. Das interdisziplinäre Team verbindet empirische Bildungsforschung (Ulrich Trautwein und sein Team von Hector-Institut), Sonderpädagogik (Clemens Hillenbrand und das Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik) und Geschichtsdidaktik (Team der Professur für Theorie und Didaktik der Geschichte). Als Mitarbeiterin ist Stefanie Zabold vorgesehen. KLUG nimmt Bezug auf das mBook gemeinsames Lernen NRW, entwickelt im spin-off der Professur „Institut für digitales Lernen“, auf das Konzept der digitalen Module, die im Eichstätter Verbundprojekt „Leben und Lernen in inklusiven Schulen“ entstehen und auf die im Rahmen von Lehramtplus gewonnenen Erfahrungen zur Lehrerbildung (http://edoc.ku-eichstaett.de/16809/).

 

Hier gehts zur Projektskizze.


Lehrerfortbildung Waldkraiburg:

Im Bunkermuseum in Waldkraiburg.

Das Industriemuseum Bunker 29 und die
Auseinandersetzung mit NS-Zeit und Nachkriegszeit


Gut 20 Grundschul-Lehrkräfte folgten der Einladung, das Bunkermuseum in Waldkraiburg kennenzulernen und über Möglichkeiten nachzudenken, sich dort mit ihren Schülerinnen und Schülern mit der NS-Zeit und der Nachkriegszeit auseinanderzusetzen. Das museumspädagogische Konzept dafür entstand in einem Lehrforschungsprojekt bei Katja Lehmann, wurde von Stefanie Zabold und Waltraud Schreiber mit dem Ziel „Lehrerfortbildung“ überarbeitet. Die auf Grundschullehrkräfte zugeschnittene Veranstaltung bildet den Auftakt auch für Fortbildungen für Lehrkräfte aus Mittel- und Realschulen und aus Gymnasien. Diese werden im Frühjahr 2018 stattfinden. Das Ziel ist jeweils, eine auf die Adressaten bezogene Auseinandersetzung mit Vergangenem, den in der Geschichtskultur kursierenden Geschichten und der Bedeutung für das eigene Leben zu erarbeiten. Unterlagen für die Vorbereitung der Lehrkräfte und für die Gestaltung differenzierten Unterrichts im Museum werden im Onlineprotal Mebis zur Verfügung gestellt. Mebis ist das digitale Landesmedienzentrum Bayerns, das im Kontext der Einführung kompetenzorientierter Lehrpläne angelegt wurde.

 

 


Reformstudie in Belgien

Am 11. Mai informierte Waltraud Schreiber Minister Mollers, Ressort Bildung und wissenschaftliche Forschung, über den Stand der beiden die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien betreffenden Forschungsprojekte.

Es handelt sich

(1) um das vom Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projekt „Erklärung der Kompetenzentwicklung im Fach Geschichte mithilfe von Indikatoren zur Quantität und Qualität der Nutzung eines elektronischen Schulbuchs(QQM)“;

(2) um die aus Eigenmittel der DG, der Universitäten Eichstätt und Tübingen finanzierte Reformstudie Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht

Besonders interessiert zeigte der Minister sich an der formativen und summativen Evaluierung der DG Reform, die folgende Aspekte umfasst:

  • Entwicklung Wissen und historische Kompetenzen bei Schülern;

  • Kompetenzen für kompetenzorientiertes Unterrichten und Prüfen bei Lehrkräften;

  • digitales Lernen und Lehren.

Dabei werden die Maßnahmen Überarbeitung der Rahmenpläne; Einführung mBook, Weiterbildung der Lehrkräfte betrachtet.

Folgende Daten werden in der Analyse erhoben:

  1. Längsschnittliche Erhebung (paper & pencil) über fünf Jahre(2013 (Nullerhebung) bis 2017)

  2. Trackingdaten der mBook-Nutzung

  3. Lehrerinterviews (Vollerhebung) November / Dezember 2016 (z.T. nach Unterrichtsstunden);

  4. Videographien von Geschichtsstunden (gut 20) im Mai 2016 und Mai 2017;

  5. Prüfungsaufgaben 2012/13 und Winter 2016;

  6. Schülermaterial zu den videographierten Stunden (Schulcurricula2016 und 2017)

Der Minister entschied, die Daten als Grundlage für eine evidenzbasierte Unterrichtsoptimierung zu nutzen.


Videographien zu Geschichtsunterricht in der DG Belgiens

Frau Nerdinger kümmerte sich um die technische Umsetzung.

Im Zuge zweier Projekte der Professur in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Belgiens fanden in den beiden ersten Maiwochen Videographien von Geschichtsunterricht statt. Waltraud Schreiber wurde von studentischen Mitarbeitern begleitet, die ihre Bachelor- und Masterarbeiten in Projektkontexten schreiben: Tobias Langguth, David Naas, Stefanie Hölzlwimmer. Um die technische Realisierung kümmerte sich Eva Nerdinger.

Die Videographien werden genutzt, die Reformmaßnahmen der DG zu evaluieren und die Grundlage für die weitere Unterrichtsentwicklung zu schaffen.


Aktuelles aus der Gedenkstättenarbeit:

Geführte Begehung des Außengeländes der KZ Gedenkstätte Bergen-Belsen durch das International Advisory Board.

Waltraud Schreiber wurde als Vertreterin der Geschichtsdidaktik in zahlreiche Beiräte für Gedenkstättenarbeit berufen. Seit Jahren berät sie z.B. die Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, die Stiftung Berliner Mauer und den Bundesbeauftragen für die Stasi-Unterlagen.

Kürzlich wurde sie zudem in das International Advisory Board der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten berufen. Neben Schreiber gehören dem Beirat an Prof. Dr. Michele Barricelli, München/ vorher Hannover; Dr. Karola Fings. Köln; Prof. Dr. Pieter Lagrou, Brüssel; Assoz. Prof. Dr. Bertrand Perz, Wien; Prof. Dr. Peter Romijn, Amsterdam, Dr. Miriam Rürup, Hamburg, Prof. Dr. Jan Rydel, Krakau; Dr. Natlia Timofeewa, Woronesh; Prof. Dr. Nikolaus Wachsmann, London; Prof. Dr. Moshe Zimmermann, Jerusalem. Das zentrale Thema der konstituierenden Sitzung war die Weiterentwicklung der KZ Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Gedenkstättenarbeit praktisch

Ortsbegehung des Geländes im Mühldorfer Hart
Die Baustelle des Bunkers im Jahr 1945

Theorie und Praxis zusammenbringen: Bei der Mitarbeit an der Gedenkstättenarbeit in Mühldorf, ihrer Heimatstadt, nutzt Waltraud Schreiber diese Gelegenheit, so z.B. bei der Begehung des Geländes im Mühldorfer Hart.
Im Zuge der Verlagerung der Produktion der Messerschmitt ME 262 in einen halbunterirdischen Bunker wurde eines der größten Außenlager des KZ Dachau eingerichtet. Die Hälfte der Häftlinge, ca. 4000, überlebten den Einsatz nicht. Am Tag der Befreiung, dem 28. April, soll im Jahr 2018 die Gedenkstätte im Mühldorfer Hart eröffnet werden.

 

 


Neuerscheinung: Kompetenzen historischen Denkens erfassen

Die Grundlagenpublikation des HiTCH Projekts, erschienen im Waxmann Verlag.

Unter dem Titel Kompetenzen historischen Denkens erfassen. Konzeption, Operationalisierung und Befunde des Projekts „Historical Thinking – Competencies in History“ (HiTCH) ist im Waxmann-Verlag die zentrale Publikation aus dem Projekt HiTCH erschienen.

Dieser Band versteht sich als „Grundlagenpublikation“, die alle Projektbeteiligten gemeinsam erarbeiteten und beschreibt die theoretischen Prämissen, die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der geleisteten Entwicklungsarbeit für einen standardisierten, kompetenzorientierten Test in Geschichte, diskutiert die Bedeutung für die empirische Bildungsforschung sowie die Geschichtsdidaktik und markiert weiteren Forschungsbedarf, aber auch die Relevanz für die Weiterentwicklung des Geschichtsunterrichts. Die Publikation richtet sich an Bildungsforscherinnen und -forscher sowie an Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker, ebenso an die Lehrerbildung in allen Phasen, an Fachleute in der Bildungsadministration, an Lehrkräfte sowie an Studierende.

Das Projekt HiTCH wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Zeitraum 2012-2015 gefördert.

 

 

 

 

 

 

 


Kleine Vortragsreihe Geschichtskultur im Wintersemester 2016/17

Roland Jahn, Bundesbeauftragter der Stasi-Unterlagen-Behörde
Der Landschaftspark Duisburg-Nord wurde vom Büro Latz+Partner gestaltet.

Mit drei Vorträgen wurden im Wintersemester Perspektiven auf Beschäftigungsmöglichkeiten, Herausforderungen und Diskurse im Umgang mit Geschichtskultur eröffnet. Mit Bezug auf das Hauptseminar zum Thema „Der Umgang mit Geschichte in Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten und Dokuzentren“ und als Angebot zur Reflexion außerschulischer Berufsfelder für Lehramtsstudierende, sollten Aspekte der Planung und Umsetzung geschichtskultureller Angebote mit erfahrenen Akteuren diskutiert werden.

Anita Kuisle, Leiterin des Büros für Technikgeschichte München gewährte Einblicke in die Vielfalt der Themen, die in freiberuflicher historischer Tätigkeit bearbeitet werden können. Neben Fragen der Erarbeitung und Präsentation historischer Auftragsarbeiten, der wissenschaftlichen Unabhängigkeit oder des Verhältnisses von Spezialisierung und breiten Themenspektren, wurden auch pragmatische Herausforderungen der Selbstständigkeit thematisiert.

Den Möglichkeiten und Zwängen historisch-politischer Bildung am originalen Ort widmete sich der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn. Angesichts verschiedener Akteure, Nutzungsweisen und der räumlichen wie inhaltlichen Komplexität der ehemaligen Stasizentrale wurde die gegenwärtige Gestalt des Bildungsangebotes verortet. Möglichkeiten, das Areal zu integrieren und verschiedene Zugriffe zu bündeln wurden mit der Idee eines „Campus für Demokratie“ diskutiert, das die ehemalige Stasi-Zentrale nach Vorstellung Jahns als Erfahrungsort – Erinnerungsort – Lernort – Ort der Forschung – Ort des Disputs zugänglich machen soll.

Ebenfalls mit den planerischen Herausforderungen und Kontroversen bei der Erschließung und Gestaltung großer Areale für historische Bildung oder Stadtentwicklung unter Berücksichtigung der Historizität von Räumen, beschäftigte sich der Vortrag von Tilman Latz. Am Beispiel neu gedeuteter und gestalteter Industrie- und Hafenanlagen oder der Wegführung um die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau, wurde in die Wahrnehmung von Räumen und der Geschichte von Orten eingeführt. Die Konzeption einer Gedenkstätte für ein Rüstungsareal mit Waldlager bei Mühldorf, konkretisierte historische und pragmatische Zugänge ebenso wie Zwänge der Gestaltung originaler historischer Orte.

Die Vorträge

  • 30.11.2016 Roland Jahn: Bedeutung und Herausforderung der Stasi-Zentrale

 

 

 


Exkursions-Reihe im WS 2016/2017

Das Team der Professur für Theorie und Didaktik der Geschichte der KU hat im Wintersemester 2016/2017 mit und für Studierende verschiedenster Semester mehrere Exkursionen durchgeführt:

  • 26.10.16: Bunker 29 – Industriemuseum Waldkraiburg-Aschau in Waldkraiburg, KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart und die Ausstellung „Alltag, Rüstung, Vernichtung – Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus“ im Haberkasten in Mühldorf am Inn

  • 02.11.2016: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

  • 05./06./07.12.2016: Schloss Bellevue, Jackpoint Charlie, Blackbox Kalter Krieg, Asisi Panorama und Ehemalige Stasi-Zentrale (Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde, Stasimuseum) in Berlin

  • 17.01.17: NS-Dokumentationszentrum in München

Ziel der unterschiedlichen Exkursionen war es, historische Orte und Ausstellungen bzw. Museen kennen zu lernen, aber auch kritisch zu hinterfragen. Dabei wurden architektonische Aspekte genauso diskutiert, wie Auswahl der Inhalte oder Gestaltung. Im Fokus standen außerdem kontextualisierende Bildungsangebote wie Media-Guides oder museumspädagogische Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen. An dieser Stelle sei nochmals den Verantwortlichen vor Ort gedankt, die dankenswerter Weise einen Blick „hinter die Kulissen“ ermöglicht haben.

Das Highlight dieser Exkursions-Reihe bildete die Teilnahme am Podiumsgespräch „Vereint und doch getrennt? Die Einheit Europas und das Erbe der Geschichte“ mit anschließendem Empfang des Bundespräsidenten Joachim Gauck in Schloss Bellevue.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Berlin-Exkursion vor Schloss Bellevue.