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Erklärung der Eichstätter Soziologie

 

Der Erfolg rechtspopulistischer Bewegungen in Europa, der autoritär-diktatorische Transformationsprozess in der Türkei sowie die rassistischen Abschottungs- und Ausgrenzungsprozesse nach dem Wahlsieg von Donald Trump und dem britischen Brexit-Votum sind nur die augenfälligsten Kennzeichen einer Entwicklung, die nicht nur die Demokratie, sondern auch die Freiheit der Wissenschaft gegenwärtig massiv bedrohen und gefährden. Diese Entwicklungen haben mittlerweile einen Resonanzraum erzeugt, der rassistische und menschenfeindliche Parolen salonfähig macht. Dieser Resonanzraum ist auch an der KU spürbar. Konkret erleben wir, dass der wissenschaftliche Austausch mit türkischen Kolleg*innen nicht mehr möglich ist, weil sie daran gehindert werden die Türkei für Gastvorträge oder Forschungsaufenthalte zu verlassen. Die Eichstätter Soziologie stellt sich den skizzierten Entwicklungen engagiert entgegen.

Wir fordern dazu auf, die Freiheit von Forschung und Lehre gegen deren Einschränkung zugunsten wirtschaftlicher und politischer Interessen und Ziele, gegen das „postfaktische“ Leugnen von Forschungsergebnissen, gegen die Verhöhnung der wissenschaftlich erarbeiteten Kritik an Sexismus, Homophobie und Rassismus im universitären Alltag täglich neu zu verteidigen!

Wir erklären insbesondere unsere Solidarität mit den von Reiseverboten, Kündigungen und Inhaftierungen bedrohten Kolleg*innen in der Türkei, den von Zensur, Kürzungen und Schließungen betroffenen Kolleg*innen in den USA und den Kolleg*innen der von der Schließung bedrohten Central European University (CEU) in Budapest. 

Fachgebiet Soziologie, KU Eichstätt-Ingolstadt

 


Selbstverständliches hinterfragen, Soziales erfassen - Soziologie an der

KU Eichstätt-Ingolstadt

Die Eichstätter Soziologie möchte soziale Phänomene und Prozesse, die als weitgehend selbstverständlich erscheinen, hinterfragen und Erklärungen für deren Entstehung, Stabilität und Veränderung anbieten. Ihr besonderes Interesse gilt der empirischen Vielfalt des Alltagslebens.

Dieses Profil konkretisiert sich in drei Arbeitsbereichen:

Allgemeine Soziologie und soziologische Theorie (Prof. Dr. Joost van Loon) ...
  • ... gestaltet aus erfahrungsorientierten Betrachtungen theoretisch reflektierte Ansätze, die zu beschreiben vermögen, warum viele Menschen tun, was viele andere Menschen auch tun.
  • ... legt dabei das Augenmerk auf die Verknüpfung menschlicher und nicht-menschlicher Akteure und untersucht, wie Menschen jeweils ihre Handlungsmuster in der Praxis selbst begründen, rechtfertigen und verändern.

    Soziologie und empirische Sozialforschung (Prof. Dr. Stefanie Eifler) ...
    • ... entwickelt theoretische Perspektiven, die soziales Handeln vor dem Hintergrund sozialer Situationen verstehen und erklären möchten.
    • ... erforscht und entwickelt Methoden, die soziales Handeln situationsbezogen empirisch zu analysieren erlauben.

      Prozessorientierte Soziologie (Prof. Dr. Robert Schmidt) ...
      • ... beschreibt die Dynamik sich fortlaufend wandelnder sozialer Prozesse und Praktiken.
      • ... zielt darauf ab, gängige theoretische Modelle, Denkmittel und  sozialwissenschaftliche Verfahren empirisch zu verunsichern, zu hinterfragen und zu erneuern.