Sie befinden sich hier: KU.de  Fakultäten  Philosophisch-Pädagogische Fakultät  Pädagogik  Historische und Vergleichende Pädagogik  Die Professur im Überblick  

Herzlich Willkommen  |bei der Historischen und Vergleichenden Pädagogik
Herzlich Willkommen  |bei der Historischen und Vergleichenden Pädagogik

Zusammen mit der "Systematischen Pädagogik" bilden die "Historische Pädagogik" und die "Vergleichende Pädagogik" den Gegenstandsbereich der "Allgemeinen Pädagogik".

Während in der "Systematischen Pädagogik" die Grundbegriffe und Kategorien der Erziehungswissenschaft (Erziehung, Bildung, Lernen usw.), die Zielfragen der Erziehung (pädagogische Ethik), die humanen Grundlagen der Erziehung (pädagogische Anthropologie) sowie weitere Grundfragen der Erziehung allgemeinen Charakters (Erziehung als Beruf; Lehrbarkeit von Erziehung usw.) behandelt werden, ist - etwas vereinfacht ausgedrückt - die Erziehung in ihrer diachronen Perspektive Gegenstand der Historischen Pädagogik. In der  Vergleichenden Pädagogik steht der interkulturelle Vergleich im Mittelpunkt.

Die "Allgemeine Pädagogik" wiederum ist ein Teilgebiet der Erziehungswissenschaft (bzw. - in der älteren Terminologie - der Pädagogik). Andere derartige Teilgebiete (bzw.  Bereichspädagogiken oder differenzielle Pädagogiken) sind z.B. die Schulpädagogik, die  Sozialpädagogik, die Erwachsenenbildung usw.

In der Praxis von Forschung und Lehre lassen sich die drei Komponenten der "Allgemeinen Pädagogik" kaum eindeutig voneinander trennen. Wenn, um ein Beispiel zu geben, der Erziehungshistoriker vergangene Formen des Kinderspiels untersucht, dann muss er wissen, was er unter einem "Spiel" zu verstehen hat, damit er nicht fälschlicherweise kindliche Handlungsformen untersucht, die nicht "Spiel" sind. Umgekehrt kann der Systematiker nichts Vernünftiges zum "Spiel" sagen, nutzt er nicht die Möglichkeit, sich aus dem reichen Fundes historischer Spielformen zu bedienen. Dasselbe gilt für den (interkulturellen) Vergleich. Auch hier lässt sich die historische und die systematische Perspektive nicht ausblenden. Umgekehrt operiert der Systematiker, zieht er zur Klärung der Grundbegriffe der Pädagogik deren historische Dimension in Betracht, vergleichend. Historische Pädagogik ist ohnehin immer bis zu einem gewissen Grad vergleichend angelegt, macht doch die Analyse historischer Formen von Bildung und Erziehung nur Sinn, wenn man sie mit unserer Gegenwart vergleicht. Es wird also sowohl in der Forschung als auch in der Lehre immer nur um ein Mehr oder Weniger, um Schwerpunktsetzungen gehen können. Deshalb bezieht sich das Lehrangebot der Professur auf alle drei Dimensionen der "Allgemeinen Pädagogik", wenn auch die historische und die vergleichende Perspektive dominant sind. In diesem Sinne werden bezüglich der LPO I die dort unter dem Stichwort "Allgemeine Pädagogik" geforderten Inhalte abgedeckt.

In der Forschung allerdings besteht selbstverständlich ein Schwerpunkt in der historischen und vergleichenden Pädagogik. Konkret bedeutet dies, dass gegenwärtig u. a. die Erforschung der Geschichte von Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit, der Jugendbewegung und der frühkindlichen Erziehung im Mittelpunkt steht. Hinzu kommen bildungsgeschichtliche Untersuchungen, wobei nach einer historisch-genetischen Darstellung der Geschichte der Schule gegenwärtig die Analyse ausgewählter Probleme und Persönlichkeiten des Bildungsdiskurses (Wilhelm von Humboldt) betrieben wird. In der Vergleichenden Pädagogik wurden und werden Fragen der jüdischen Erziehung sowie des Umgangs mit der Shoah im internationalen Vergleich thematisiert. Weitere Informationen zu aktuellen Forschungsprojekten unter "Forschung".

Ein wichtiges Aufgabenfeld der "Allgemeinen Pädagogik" ist traditionellerweise die Methodenlehre. In Eichstätt werden in Lehre und Forschung die hermeneutischen Methoden  von der Professur für "Historische und Vergleichende Pädagogik" vertreten.