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Aktuelle Veranstaltungen

Veranstaltungen im Sommersemester 2017

 

"Was haben die Römer je für uns getan?" Rom und seine Provinzen zwischen Integration und Distinktion.

Kolloquium der Alten Geschichte und Klassischen Archäologie

19.-20. Mai 2017

UA 141, Universitätsallee 1, KU Eichstätt

In Vergils Aeneis (I, 279) verkündet Iuppiter stolz, er habe den Römern ein imperium sine fine, eine Herrschaft ohne Grenzen, gegeben. Tatsächlich können wir seit der Späten Republik eine enorme Ausdehnung des römischen Reiches beobachten, die unter Traian ihren Höhepunkt erreichte. Diese Ausdehnung war jedoch weder grenzenlos noch selbstverständlich.

In Rom, der Hauptstadt dieses 'Weltreiches', zeigen die literarischen Quellen wiederholt einen Diskurs auf, der eine Unterscheidung zwischen römisch und nicht-römisch betont. In den Provinzen agierten die römischen Funktionsträger dagegen pragmatisch und situationsbezogen: Durch die Übernahme von lokalen Kulten, gezielte Bürgerrechtsverleihungen sowie den Transfer von Eliten in das 'römische System' versuchte man, bei den Einheimischen um Akzeptanz für die neuen Herrschaftsverhältnisse zu werben und eine 'Romanisierung von innen' zu initiieren. Diese Symbiose von römisch und indigen, von neu und alt, von fremd und eigen wurde unter anderem in den neu gegründeten Städten und im Alltag der Provinzialen sichtbar.

Die 'römischen' Aspekte der materiellen Kultur zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie in den verschiedenen Provinzen unterschiedlichen Mustern folgen. Während im Westen durch kulturelle Beeinflussung, durch gezielte Zentralisierung und Urbanisierung sowie durch die Schaffung von provinzumfassenden Kult- und Verwaltungsstrukturen eine Art 'Mediterranisierung' erreicht werden sollte, war dies in den östlichen, griechisch-sprachigen Provinzen nicht mehr nötig. Hier waren die ersten römischen Bauten - Straßen, Stadtmauern und Brücken - infrastruktureller Natur und wurden von der Provinzverwaltung oder vom Kaiser initiiert und teilweise auch finanziert. Bei den städtischen Bauten wiederum folgten die jeweiligen Akteure einer eigenen Logik, die Traditionen mit Neuem, mit Modernem und mit Römischem zusammenbrachte - Kategorien, die oft nicht leicht zu unterscheiden sind.

Im Rahmen des zweitägigen Kolloquiums sollen unterschiedliche Möglichkeiten der provinzialen und der römischen Akteure in den Blick genommen werden, mit der Spannung zwischen den lokalen Traditionen und den römischen 'Interventionsversuchen' kreativ umzugehen: Welche Wege fand Rom, um die unterschiedlichen Völker seines immer größer werdenden Imperiums in seine Herrschaft einzubinden und damit die teils scharfe Trennung zwischen Italien und den Provinzen zu überwinden? Wie reagierten die Untertanen auf diese Versuche und welche Initiativen ergriffen sie selbst? Welche lokalen und regionalen Besonderheiten gibt es und wie können wir zu einem Verständnis dieser oft nur unzureichend dokumentierten Vorgänge gelangen? Sind unterschiedliche oder auch parallele Entwicklungen in öffentlichen, privaten, religiösen und administrativen Rahmen zu beobachten?

Diesen und weiteren Fragen möchten wir in insgesamt sechs Vorträgen gezielt auf den Grund gehen und damit den Dialog zwischen etablierten Wissenschaftlern und akademischem Nachwuchs eröffnen und fördern.

Programm:

Freitag, 19.05.2017:

14:30-15:00 Nadin Burkhardt, Kristina Heubach - Begrüßung und Einleitung

15:00-16:00 Marcus Heinrich Hermanns (Mönchengladbach) - Die Inseln der Pithyusen - Von den Karthagern zu den Römern

16:00-17:00 Kaffeepause

17:00-18:00 Stefan Schorning (Bochum) - Die Verbürgerlichung der spanischen Provinzen in der römischen Republik

18:00-19:00 Wolfgang Spickermann (Graz) - Als die Götter lesen lernten - Die Einführung der Inschriftenkultur in den germanischen Provinzen

Samstag, 20.05.2017:

9:30-10:30 Yvonne Schmuhl (München) - Die einheimischen Frauen in den römischen Provinzen

10:30-11:30 Richard Posamentir (Tübingen) - "Halb zog sie ihn, halb sank er hin" - Die Stadt Rom und der römische Osten

11:30-12:30 Kaffeepause

12:30-13:30 Frank Daubner (Trier) - Sibi res non se rebus submittere - Wie sich die Makedonen den Augustus zunutze machten

13:30-14:00 Abschlussdiskussion

Altertumswissenschaftliches Kolloquium

Die aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter folgendem Link:

http://www.ku.de/slf/philologie/aktuelles/veranstaltungen/

Zwei archäologische Vorträge finden dieses Semester innerhalb des Oberseminars im Forschungskolloquium statt, zu denen wir Sie herzlich einladen möchten:

12. Juni 2017
Andreas Murgan, M. A. (Erlangen)
Von Brocken und Barren - Prä(?)-Monetäres im antiken Italien und Sizilien.

24. Juli 2017
Jun.-Prof. Dr. Nadin Burkhardt (KU Eichstätt-Ingolstadt)
Marmor, Gold und Farbe. Zum ursprünglichen Erscheinungsbild römischer Sarkophagplastik

Jeweils Montags, ab 18:00 im Raum UA 030, Universitätsallee 1, KU Eichstätt

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017

Jun.-Prof. Dr. Burkhardt, Nadin
Zeichnen und Bestimmen antiker Keramik
82-012-3.3-H-0211.20171.001
Di. 10:30-12, KGB 005, Beginn: 25.04.2017

In dieser Übung werden die Studierenden anhand ausgewählter antiker Einzelfunde in die Praxis der archäologischen Dokumentations- und Recherchemethoden eingeführt. Sie lernen, archäologische Artefakte zu Zeichnen, zu Photographieren, zu Beschreiben und archäologisch-historisch in Hinblick auf Datierung und Herkunft Einzuordnen. Alle Arbeitsmaterialien werden gestellt. TeilnehmerInnen schließen das Modul mit einem schriftlichen Praktikumsbericht ab, der die Dokumentation und Bestimmung eines archäologischen Artefakts enthält.

Jun.-Prof. Dr. Burkhardt, Nadin
Die Adria als antiker Kulturraum
Exkursionsvorbereitung
82-012-1.4-S-HS-0211.20171.001
Di. 14-16, KGB 005, Beginn: 25.04.2017

Das Seminar dient der inhaltlichen Vorbereitung einer Exkursion entlang der kroatischen Westküste. Diese Region ist von der Eisenzeit bis zur Spätantike in den Kulturraum „Adria“ eingebunden und stand in enger Verbindung mit Italien und dem Balkanraum. Die illyrischen Stämme sind vor allem durch ihre teils reichausgestatteten Tumulusgräber und befestigte Höhensiedlungen bekannt. Im 4. Jh. v. Chr. erreichte die griechische Kolonisation auch diesen Teil der Adria und gründete Städte auf den Inseln Hvar und Vis. Die römische Zeit hat die Landstriche Istrien und Dalmatien mit vielen gut erhaltenen Bauwerken geprägt, zu nennen wäre die Amphitheater in Pula und Salona, die römischen Fora von Poreč und Zadar und die spätantike Kaiserresidenz in Spalato/Split. Als SeminarteilnehmerIn werden von Ihnen aktive Mitarbeit, ein eigenes Referat und das Abfassen einer Hausarbeit erwartet.

Jun.-Prof. Dr. Burkhardt, Nadin
Exkursion Kroatien
82-012-1.4-S-EX-0211.20171.001

Die Exkursion wird in Form einer Busreise entlang der kroatischen Westküste stattfinden. Wir starten voraussichtlich in Triest. Die geplanten Stationen sind die Museen und archäologischen Stätten Poreč, Pula, Zadar, Salona/Solin, Spalato/Split, die Insel Vis sowie Dubrovnik und Narona. Die studentische Beteiligung erfolgt durch aktive Teilnahme und ein eigenes Referat. Die Exkursion wird voraussichtlich in den ersten beiden Augustwochen 2017 stattfinden. Der genaue Zeitraum und der finanzielle Eigenanteil können erst nach Feststellen der Teilnehmerzahl fixiert werden. Die Exkursion wird finanziell durch die KU und die SL-Fakultät unterstützt.

Rosenstein, Galya, M. A.
Einführung in die Klassische Archäologie, Grundkurs 2
82-012-1.2-S-VLUE-0813.20171.001
Mo 10-12, KGA 303, Beginn: 24.04.2017

Diese Veranstaltung stellt Teil 2 des Einführungskurses in die Klassische Archäologie dar. Hier werden der Umgang mit der Epocheneinteilung geübt, die Methoden der Stilanalyse vorgestellt und die Grundlagen der profanen und religiösen Ikonographie vermittelt. Sie erhalten einen Überblick über die Motive und Sujets der griechischen und römischen Mythologie. Alle Themen werden anhand von Bildbeispielen erarbeitet, die im Verlauf der Einführung zu einer breiten Materialkenntnis führen sollen. Die Leistungsprüfung erfolgt voraussichtlich durch ein Referat oder durch eine Klausur.

PD Dr. phil. Dr. med. Hillert, Andreas
Griechische Plastik von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit
82-012-2.1-V-S-PS-0915.20171.001
Mi 15:30 -17, KGE 005, Termine auch in München im Museum, Beginn: 26.04.17

Zum einen war und ist die Beschäftigung mit den - teils im Original, häufig in Form römischer Kopien überlieferten - Plastiken aus dem antiken Griechenland seit (und schon vor) J. J. Winckelmann eines der zentralen Themen der Klassischen Archäologie. Zum anderen waren (und sind) eben diese Werke Ausgangs- und Bezugspunkt nachantiken Kunstschaffens, von der italienischen Proto-Renaissance bis in die Postmoderne. Im Rahmen des Seminars, daß Exkursionen in die Glyptothek und die Abguß-Sammlung in München einschließt, geht es darum, antike griechische Skulpturen als solche und in ihren zentralen historischen Kontexten kennen zu lernen sowie sich mit den diesbezüglichen archäologischen und kunstwissenschaftlichen Arbeitsmethoden vertraut zu machen. Für die Anrechnung der ETCS-Punkte müssen die TeilnehmerInnen ein Referat halten und eine schriftliche Hausarbeit anfertigen.