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Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
Forschungsstelle für geistliche Literatur des Mittelalters
Forschung
Das Projekt wird gefördert durch die DFG seit 1983 und durch die Meister-Eckhart-Stiftung.
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Vervollständigung der Edition, gefördert durch DFG von 1984 bis 1996
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Das Projekt wird gefördert durch DFG WE4364/2-1.
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Dem mittelalterlichen Prediger standen zahlreiche lat. Handbücher und Hilfsmittel zu Gebote: voluminöse Promptuarien, die mit dem zu Predigtanlaß und -thema verwertbaren Wissen versorgten, mit Bibelstellen und deren Kommentierung, mit einschlägigen Autoritäten-dicta, prothemata, narrativen exempla etc. Eine systematische Erfassung auch nur der im 15. Jhd. gedruckten und damit wirkungsmächtigsten dieser preaching tools steht bislang aus. Gleiches gilt für die Analyse der Konstruktionsweisen, der Ordnungsformen und der Umsetzungen dieses Heilswissens in die Predigt. Zwar konstatiert die jüngere Forschung die komposite und kompilatorische Faktur der volkssprachlichen Predigt, für die offenbar ein "Baukastensystem thematischer Einheiten" und ein "Pool von Textbausteinen" (R. Schiewer) bereit standen, doch sind die Provenienzen und Zurichtungen ihres Materials sowie die Formen seiner Montage bis anhin kaum im Blick. Anzusetzen wäre bei der Nutzung und Aktivierung des 'Archivs' der lat. homiletischen Kompendien in der volkssprachlichen Predigtpraxis. Angesichts der Überlieferungsfülle beider Komplexe kann dies nur exemplarisch geschehen. Das Projekt nimmt dazu vier historische Längsschnitte vor: es erhebt das in den preaching tools zu je einem Predigtanlaß de tempore und de sanctis (Weißer Sonntag und St. Laurenz) sowie zu zwei Themenkomplexen (gula/Völlerei und predicatio/Predigt) bereitgestellte Material und setzt es in vergleichenden Bezug zu allen überlieferten mhd. und frnhd. Predigten zu diesen je zwei Jahreskreis-Anlässen und Themen. Die Korrelierung der lat. vorformatierten Wissensbestände mit den volkssprachlich applizierten gewährt Aufschlüsse vielfältigster Art, voran epistemologische sowie medien- und gattungsgeschichtliche, aber auch solche zum Verhältnis von Theologie und Seelsorge, Homiletik und Predigtpraxis, Latein und Deutsch u.a.m.
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Die 1992 auf der Grundlage von fünf Handschriften erstellte Leseausgabe von De naturis rerum (Thomas III) wird durch die auf 23 Handschriften beruhende kritische Ausgabe ersetzt. Die bereits zu einem Drittel ausgearbeitete Edition soll fertiggestellt und zum Druck gebracht werden. Ferner soll die die von Janine Déus und Christian Hünemörder erarbeitete Rohfassung eines umfangreichen quellenanalytischen Kommentars zu Redaktion III der Naturenzyklopädie des Thomas von Cantimpré (Thomas III) überarbeitet, ergänzt und zum Druck gebracht werden.
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Die von 1501-22 entstandenen etwa drei Dutzend frühneuhochdeutschen und ca. 2700 lateinischen Predigten Boehms werden im Rahmen der Diss. als "intellektuelle Rituale" betrachtet, die der Wissensvermittlung innerhalb einer Text- bzw. Erzählgemeinschaft dienen. Die Predigtexempla sind dabei von herausragender Bedeutung, regen sie doch - für Boehm einer erczney entsprechend - den zur göttlichen Gnade führenden Heilungs- und Erkenntnisprozess durch die Induktion seelischer Dispositionen an. Neben der philologisch-materialen Erschließung des opulenten Werks soll die Rekonstruktion der Genese eines Funktionsgedächtnisses im Zentrum der Untersuchung stehen. Dabei gilt es, sowohl die Auswahl und die Organisation des in den Predigten dargestellten Wissens als auch die möglichen Funktionen der Inhalte für die Stabilisierung der Doktrin-Gesellschaft (Kloster Rebdorf) zu berücksichtigen. Das Dissertationsprojekt wird von Prof. Dr. Gerd Dicke betreut.
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Das lateinische Malogranatum, ein noch vor der Mitte des 14. Jahrhunderts im Zisterzienserkloster Königsaal bei Prag verfasster Dialog über den Inhalt der christlichen Botschaft zwischen einem geistlichem 'Vater' und seinem 'Sohn', umfasst in der Prager Handschrift (1385) 332 Folioblätter (ca. 350.000 Wörter).
Die Einteilung des Traktats in drei Bücher orientiert sich an der in der mystischen Tradition verbreiteten Dreistatuslehre (De triplici statu), welche in der Klassifizierung des nach Vollkommenheit strebenden Christ-Gläubigen zwischen dem status der Anfänger (incipientium), der Fortschreitenden (proficientium) und der Vollkommenen (perfectorum) differenziert. Das Werk wurde nicht nur im binnenklösterlichen Entstehungsraum, sondern nach 1350 vor allem von den kirchlichen Reformgruppen der städtischen Laienbewegung rezipiert. Im weiteren Verlauf der sich schließlich in ganz Europa ausbreitenden spirituellen Erneuerungsbewegung kam es zu Übersetzungen des Malogranatum ins Niederländische und Deutsche, die durch insgesmt acht Handschriften mit unterschiedlichem Textbestand bezeugt werden.
Diese Übersetzungstexte bedürfen der kritisch-philologischen Analyse und der historisch-theologischen Reflexion. Damit soll ein spezifischer Beitrag zu der allgemeinwissenschaftlichen Frageperspektive nach den Möglichkeiten und Grenzen von Übersetzungen geleistet werden, die in einem - hier spezifisch christlich-theologischen - Traditionszusammenhang stehen.
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Aus den für eine Umbruchszeit typischen Konstellationen dieser Textsammlung heraus bemüht sich der Kommentar um die Erläuterung einzelner Begriffe und Textpassagen. Auch stellt er anhangsweise weitere Texte vor - nicht in vollgültigen Editionen, sondern in Form von Zusammenfassungen, Zitaten und näheren Erklärungen.Das Projekt wird gefördert durch Bundesbeauftr. für Kultur und Medien Nr. 2509DK0531.
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Die im Rahmen des Projekts 'Predigt im Kontext' (oben unter C) betrachteten Handschriftenbestände beinhalten auch die Gesamtüberlieferung der Predigten Johannes Taulers. Mittelfristig soll die mittler-weile obsolete Ausgabe von Ferdinand Vetter [(Hg.), Die Predigten Taulers, aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Hand-schriften, Berlin 1910 (DTM 11)], durch eine neue, aus der Analyse dieser Überlieferungszeugen hervorgehende Ausgabe ersetzt werden.
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