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Meister Eckhart: >Die rede der unterscheidunge< / Reden zur Orientierung im Denken

Philosophisches Seminar in Kloster Weltenburg vom 25.08. bis 01.09.2018

PROF. DR. MANFRED GERWING wird über die Frage sprechen, ob und wie Gott in allen Dingen zu erkennen ist.

 


Vaterunser-Debatte: "Übersetzung ist richtig, aber muss erklärt werden"

Der Dogmatiker Prof. Dr. Manfred Gerwing erklärt die Hintergründe der Formulierung "Und führe uns nicht in Versuchung“, welche Papst Franziskus vor kurzem in Frage stellte.

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Viri probati, keine Viruskrankheit...

Prof. Dr. Manfred Gerwing spricht im Radio K1 - Hörfunk für die Diözese Eichstätt - zum Thema viri probati.

Hier gelangen Sie zur Sendung, die am Sonntag, 28.01.2018, um 12.00 Uhr ausgestrahlt wurde.


Ökumene ist das Thema in der Ausgabe von kreuzplus am Donnerstag, 26. Oktober 2017

Prof. Dr. Manfred Gerwing, Vorsitzender der Ökumene-Kommission der Diözese Eichstätt, gibt in einem Interview des Fernsehmagazins kreuzplus des Bistums Eichstätt einen Überblick darüber, wie wichtig gelebte Ökumene heutzutage ist.

Hier gelangen Sie zum Video.


NEUERSCHEINUNG:

Studierende können das Buch zum Vorzugspreis von 10,00 Euro im Sekretariat erwerben.



Unerbittlich in der Trennung von Licht und Finsternis

Die Apokalypse des Johannes gibt nach wie vor Rätsel auf: Klaus Berger hat ein halbes Jahrhundert an deren Entschlüsselung gearbeitet

Von Manfred Gerwing   FAZ 24.3.2017

Die beiden voluminösen Bände strotzen vor detaillierter Gelehrsamkeit und bleiben doch lesbar. Harte Forschung wird hier meisterhaft hinter angenehmer Sprache versteckt. Der Fachmann aus Profession wird ebenso angesprochen wie der Laie aus Passion.

Die Einteilung des Kommentars orientiert sich zunächst an den zweiundzwanzig Kapitel der Geheimen Offenbarung selbst. Sodann gibt es zwei "Abteilungen". Die erste umfasst umfangreiche Literaturverzeichnisse. Überdies wird die Aussageabsicht der Apokalypse des Johannes definiert: Erlösung ist Befreiung, Befreiung des Menschen durch Gott. Der Mensch wird von allem, was ihn in Angst und Schrecken versetzt, befreit. Die ihn bedrohenden Mächte und Gewalten in Zeit und Raum werden entlarvt. Sie haben außer Tyrannei nichts zu bieten. Zurückgegriffen wird dabei auf bestimmte Ereignisse der Vergangenheit: auf den Auszug der Israeliten aus Ägypten, auf die Befreiung aus der Babylonischen Gefangenschaft und die Befreiung von Rom. Sodann wird die Frage nach dem Wo, Wie, Wovon und Wozu der Erlösung beziehungsweise der Befreiung beantwortet.

Die Johannesoffenbarung gehört zweifellos zum Genre Prophetie. Es gibt Besonderheiten, etwa die massive Bedeutung des Widersachers, des gottlosen Herrschers. Aus ihr entwickelt sich, wie der Autor kenntnisreich nachweist, schließlich die Antichrist-Tradition mit ihren dramatisch-aktuellen Spielarten und geschichtstheologischen Perspektiven bis hin zu Adolf Hitler und seiner Verbrecherbande.

Überhaupt geht es um die Enthüllung des Sinns der Menschheitsgeschichte, der sich, ausgehend und zentriert um ein eigenständiges Jesus-Zeugnis der Apokalypse, im Tod und in der Auferstehung Christi zeigt. Die Gestalt des Lammes, abgebildet auf dem Cover des Buches, ist jenes Lamm, das in der ersten und grundlegenden Vision (vgl. Apk 5,6) geschlachtet wurde. Es steht in der Mitte vor dem Thron, auf dem Gott selbst bereits sitzt. Jesus war auf Erden ein schutz- und wehrloses, verletztes und schließlich getötetes Lamm. Doch dieses geschlachtete Lamm, so die Vision des Sehers von Patmos, liegt nicht niedergestreckt auf dem Boden, sondern steht fest auf seinen Füßen. Er steht vor dem Thron Gottes.

Jesus hat mit der Auferstehung den Tod definitiv überwunden und hat als gekreuzigt Auferstandener bereits voll und ganz an der königlichen und rettenden Macht des Vaters Anteil. Er, das geschlachtete Lamm, ist Sieger der Geschichte, mit ihm die weißen Reiter in Kap. 6 und 19. Er hält die Weltgeschichte in seinen Händen. Das in der Welt scheinbar Schwache und Unterlegene siegt. "Die Theodizeefrage wird durch das besondere Programm von der Nähe Gottes in der Geschichte beantwortet." Wer die Zahlen kennt, ihre Symbolik, wie 3, 4, 7, 10, 12, 1000 oder auch 666, blickt ins Innere der Geschichte, weiß um das Geheimnis des Endkampfes.

Und wer hat die Apokalypse wann und wozu verfasst? Weder das vierte Evangelium noch die Briefe, die dem Apostel Johannes zugeschrieben werden, tragen einen Verfassernamen. Die Apokalypse aber nennt vier Mal "Johannes", er wird mit der Insel Patmos im Ägäischen Meer verbunden. Zahlreiche historische Fragen werden untersucht, spezifisch theologische Reflexionen wie generell religions- und kulturwissenschaftliche Vergleiche und Überlegungen werden angestellt. Auf ägyptische Einflüsse wird ebenso hingewiesen wie auf die Sibyllinischen Orakel, auf die jüdische Mystik, auf neutestamentliche "Endzeitfahrpläne" und auf das Hohelied, den Ersten Petrusbrief, auf Paulus und die Apostelgeschichte, auf altkirchlichen Hymnen bis hin zur exemplarischen Wirkungsgeschichte in der Literatur der Deutschen Klassik, namentlich auf Hölderlin. Theologische Grundfragen zur Apokalypse werden aufgegriffen und die Apokalypse kommt als Thema christlicher Theologie zu Wort.

Die "zweite Abteilung" enthält die Einzelkommentierung. Referenztext sind und bleiben die Verse der Geheimen Offenbarung selbst. Ihre zweiundzwanzig Kapitel bieten erste grobkörnige Orientierung. Von der größeren bis zur kleineren Einheit, bis zum einzelnen Vers wird vorgegangen. Zunächst wird der Aufbau des Kapitels erklärt und das Ganze des Kapitels in den Blick genommen. Sodann wird zwischen "Abschnitten" und "Szenen" differenziert bis hin zum Einzelvers. Das Verfahren wirkt auf den ersten Blick kompliziert, ist aber weitaus übersichtlicher und konzentrierter als die Interpretation "Vers für Vers".

Bei der Einteilung in "Szenen" rekurriert Berger übrigens auf die ältere Dramaturgie. Und tatsächlich: In der Apokalypse "spielt sich sehr weitgehend Ähnliches ab wie in Dramen". Die Idee, abschnittsweise vorzugehen, schöpft Berger aus der breiten Wirkungsgeschichte der Apokalypse im Mittelalter. Gerade in der mittelalterlichen Exegese wurde aus Gründen didaktischer Übersichtlichkeit und konkreter Textnähe häufig abschnittsweise vorgegangen. Doch damit nicht genug: Eingeschoben sind vierundachtzig durchnummerierte "Abhandlungen" zu Themen, die gleichsam "zwischendurch" anfallen, sich aber für das Gesamtverständnis des Textes als unentbehrlich erweisen.

Die Kommentierung selbst erfolgt nach einem genauen Schema, das aber nur dann eingehalten wird, wenn auch genügend Material vorhanden ist: a) Kommentar entsprechend historisch-kritischer Methode, b) historischer Kommentar mit Literaturangabe, c) Klärung der Frage, ob aus hellenistischer Umwelt geschöpft wurde, d) die Frage nach dem hellenistischen Judentum, e) nach dem Material aus der Apokalyptik, f) die Frage nach der Systematik, g) der Liturgie, h) der Predigt und i) der Kunst. Überschneidungen von Verskommentierungen sind weitgehend vermieden worden. Sie liegen nur dann vor, wenn Sätze das Vorangehende mit dem Nachfolgenden in Beziehung bringen, also eine Doppelfunktion und mehrere Bedeutungsschichten aufweisen.

Auf den letzten zwei Seiten wird das Ergebnis der Untersuchung gesichert. Die Gefahr, vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen, ist damit ausgeschlossen. Berger versteht, die Sache auf den Punkt zu bringen. Es gelingt ihm, überzeugend nachzuweisen: Die in der Apokalypse berichteten Katastrophen zeigen Menschen in der Ausweglosigkeit, weisen auch auf systematische Ungerechtigkeiten, auf Verfolgung und Unterdrückung der Gerechten hin, auf Menschen, die ausgebeutet, verfolgt, in Angst und Schrecken versetzt werden, auf Menschen aber auch, die kraft ihres Glaubens Stand halten, zu Märtyrern werden.

Christliche Märtyrer sind nicht die, die sich selbst und andere in die Luft sprengen, sondern jene, die die Liebe Gottes in dieser Welt bezeugen und sich nicht von den Mächtigen dieser Welt bestechen, unter Druck und in Angst und Schrecken versetzen lassen. Es sind die, die sich für andere, besonders für die Schwachen und Hilflosen dieser Welt einsetzen, selbst dann, wenn es für sie in dieser Welt Nachteile bringt und ihr irdisches Leben kostet. Sie wissen sich als Kinder Gottes in der Liebe Christi geborgen. Am Ende der Apokalypse steht nicht, wie man meinen könnte, das Chaos und die endgültige Katastrophe, das Weltenende signierend, sondern der Sieg Gottes, der bildlich seine Gestalt in der Hochzeit findet. Dabei ist Gott wie Feuer, das brennt und doch nicht verbrennt, "herrlich strahlend wie die Sonne, unerbittlich in der Trennung von Licht und Finsternis."

Was Klaus Berger hier vorlegt, wird in die Theologiegeschichte eingehen. Kenntnisreicher, umfassender und doch geordneter und detaillierter kann ein einzelner Gelehrter nicht die Apokalypse des Johannes kommentieren.

MANFRED GERWING

Klaus Berger: "Die Apokalypse des Johannes". Kommentar. Band 1: Apk 1-10; Band 2: Apk 11-22. Freiburg i. Br., Verlag Herder, 2017. 1530 S., geb., 128,- [Euro].


Expertise der KU für die Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat fünf Professoren der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) als Berater in ihre Kommissionen berufen. Unter ihnen Prof. Dr. Manfred Gerwing, Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik und Dogmengeschichte. Er wird gebeten, seine Expertise in der Kommission für Ehe und Familie einzubringen (Kommission XI). Die Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz bestehen aus Bischöfen und Weihbischöfen sowie externen Beratern. Diese haben die Aufgabe, die Entwicklungen in ihrem Sachbereich zu beobachten und Stellungnahmen und Tischvorlagen für die Deutschen Bischofskonferenz zu erarbeiten. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Zum Tod von Herrn Professor Ludwig Hödl

 

Meister der scholastischen Literatur und der ungedruckten Quellen.

Zum Tod von Ludwig Hödl

 

Ludwig Hödl, ehemaliger Theologieprofessor an der Ruhr-Universität Bochum, ist am frühen Morgen des Dreifaltigkeitssonntags überraschend gestorben. Bis zum Schluss studierte und edierte er mittelalterliche Handschriften. Sein Spezialgebiet war die Erforschung der scholastischen Literatur.

Von Anfang an – bereits seit seiner Promotion in München bei Michael Schmaus, Wintersemester 1954/55 – gehörte die mittelalterliche Theologie- und Dogmengeschichte zu den Forschungsschwerpunkten Ludwig Hödls. Auf der Basis von zahlreichen unedierten scholastischen Handschriften setzte er sich mit der Sakramententheologie des Hervaeus Natalis († 1323) auseinander. Dabei konnte er nachweisen, dass Hervaeus nicht nur einer der besten Kenner des Thomas von Aquin war, sondern auch zu den einflussreichsten philosophisch-theologischen Köpfen gehörte, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts an der Universität Paris gewirkt haben.

Geboren 1924 in Sonnen, Niederbayern, studierte Ludwig Hödl Katholische Theologie und Philosophie in Passau, München, Rom und Paris. Am 29. Juni 1951 empfing er in Passau die Priesterweihe. Sein Primizspruch rekurriert auf Psalm 87,7: „All meine Quellen entspringen in Dir.“ Es folgten Tätigkeiten in der Seelsorge seiner Heimatdiözese.

Vier Jahre nach seiner Promotion zum Doktor der Theologie erfolgte die Habilitation mit einer großangelegten, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Arbeit über die „Geschichte der scholastischen Literatur und der Theologie der Schlüsselgewalt“. Sie ist ein Musterbeispiel dafür, wie meisterhaft Ludwig Hödl die systematische Begriffsanstrengung und die historische Quellenforschung – mens et litterae – anzuwenden verstand. Zahlreiche mittelalterliche Handschriften mussten gesammelt, gesichtet und kritisch ausgewertet werden. Neue Quellen wurden erschlossen, Quellen, von denen die Forschung bis dato überhaupt keine bzw. kaum Notiz genommen hatte und die selbst heute – über ein halbes Jahrhundert später – noch längst nicht genügend erforscht sind.

Bevor Ludwig Hödl Professor in Bochum wurde, hatte er bereits seit 1959 den Lehrstuhl für Dogmatik und theologische Propädeutik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn inne. Mit ihm kam auch Joseph Ratzinger an die theologische Fakultät Bonn. In seiner Biographie erwähnt er Ludwig Hödl ausdrücklich. Er nennt ihn einen „Kenner der ungedruckten Quellen mittelalterlichen Theologie, dessen Meisterschaft in der Schule von Schmaus immer mit Recht bewundert“ werde.

Ab dem Sommersemester 1964 wirkte Ludwig Hödl bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 als Lehrstuhlinhaber an die Katholisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Am rasanten Auf- und Ausbau dieser mitten auf der grünen Wiese in Bochum-Querenburg errichteten Universität wirkte er in den verschiedenen Gremien und Kommission so energisch wie ideenreich mit. Rufanfragen renommierter Forschungseinrichtungen und anderer Lehrstühle aus dem In- und Ausland schlug er aus. Er blieb dieser Universität zeitlebens verbunden.

Publiziert wurde Ludwig Hödls Habilitationsschrift in den „Beiträgen zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters“, Aschendorff Verlag, Münster. Diese international renommierte Reihe hat er ab 1968 zusammen mit Wolfgang Kluxen († 2007), der für die Philosophie zeichnete, mustergültig herausgegeben. Bis zum Jahr 2004 konnten rund 70 Bände publiziert werden.

Exemplarisch sind auch seine Mitarbeit an der in Löwen, Belgien, erschienene Edition der Opera omnia des Heinrich von Gent († 1293) zu erwähnen, seine Mitherausgeberschaft des inzwischen in mehreren Auflagen publizierten „Lexikon des Mittelalters“ und die systematische Erarbeitung, Korrektur und Fortsetzung des von Johann Baptist Schneyer erarbeiteten „Repertorium der lateinischen Sermones des Mittelalters“.

Kleine Meisterwerke stellen zweifellos auch seine in philosophischen und theologischen Fachzeitschriften publizierten Aufsätze dar. Einige davon wurden bereits vor einigen Jahren unter dem Titel „Welt-Wissen und Gottes-Glaube“ gesondert herausgegeben.

Bis kurz vor seinem Tod beschäftigte ihn die theologische Forschung, zuletzt vor allem Meister-Eckhart. Er selbst führte einen christlich-herben Lebensstil, geprägt von spiritueller Dichte und pastoraltheologischer Weite. Er glaubte, wie er selbst formulierte, „nicht an die Welt“, aber „in der Welt an Gottes Macht und Gegenwart“. Glaubend gelte es, „die Fenster zu öffnen, durch die wir seine Gegenwart, Macht und Güte gewahr werden“.

Weiterführende Literatur zur Bio- und Bibliographie Ludwig Hödls sind zu finden in:

-   Renovatio et Reformatio. Wider das Bild vom „finsteren Mittelalter“. Hrsg. von Manfred Gerwing und Godehard Ruppert. Münster 1985.

-    Ludwig Hödl. Welt-Wissen und Gottes-Glaube in Geschichte und Gegenwart. Hrsg. von Manfred Gerwing. St. Ottilien 1990.

-    Wahrheit auf dem Weg. Festschrift für Ludwig Hödl zu seinem fünfundachtzigsten Geburtstag. Hrsg. von Manfred Gerwing und Heinrich J.F. Reinhardt. Münster 2009.

-    Gerwing, Manfred: Glaube in Geschichte und Gegenwart. Münster 2015.

Prof. Dr. Manfred Gerwing, Lehrstuhlinhaber für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.


Rezension

In der Zeitschrift für Kirchengeschichte [125 (2014) 378-380] wird von Felicitas Schmieder die Studie von Manfred Gerwing, Johannes Quidort von Paris (+1308). De antichristo et fine mundi. Vom Antichrist und vom Ende der Welt. Regensburg 2011 (Eichstätter Studien 65), intensiv wie extensiv rezensiert. Es wird festgestellt, dass neben lateinischer Textedition und ausgezeichneter deutscher Übersetzung (133-311) auch die Einleitung mehr leistet als nur in den Text einzuführen und ihn zu kommentieren (1-132). Der Text wird nach allen Regeln der Kunst theologiegeschichtlich verortet. Dabei wird "bis zu Augustinus" zurückgegriffen "und dann auf das augustinisch und damit streng moralisch [...] geprägte mittelalterliche Geschichtsverständnis Ruperts von Deutz (+1129/30) und Anselms von Havelberg (+1158)", um so "die Linie über Joachim und Jean Quidort zurückzuziehen. Kern der Einführung ist Arnalds Schrift (Gerwing ist hier sicher einer der allerbesten Kenner) und die Reaktion des Johannes Quidort." Zusammenfassend urteilt der Rezensent schließlich: Entstanden sei mehr als eine ausführliche Einleitung und Kommentierung des edierten Textes: "Es ist eine knappe, prägnante und ausgesprochen informative Einführung in die nicht zuletzt in der eschatologischen Diskussion bewegten Zeiten zu Beginn des 14. Jahrhunderts und ein Lehrstück eines Pariser Theologendisputs, in dem im Ringen um die rechte Auslegung des Wortes sehr differenzierte Meinungen möglich waren und gewagt wurden."


Stellungnahme zum Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium

Die Freude des Evangeliums.