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Herzlich Willkommen am Lehrstuhl für Alte Geschichte

 

Was ist „Antike“ und „Alte Geschichte“?

Das Fach „Alte Geschichte“ erforscht und beschreibt in der traditionellen Einteilung der historischen Disziplinen die griechische und römische Geschichte; dazu gehören auch diejenigen Völker und Kulturen, die mit Griechen und Römern in Kontakt traten. Im Unterschied zur Klassischen Archäologie konzentriert sich die Alte Geschichte auf die schriftlichen Zeugnisse der Antike, wozu nicht nur die Werke der Literatur gehören, sondern auch Inschriften, Papyri und Münzen, die es in ihrem Aussagewert zu erschließen gilt.

Der geographische Rahmen der Alten Geschichte reicht von Spanien im Westen (den "Säulen des Herakles") bis zum heutigen Pakistan im Osten (dem Ort der Umkehr Alexanders auf seinem Zug nach Osten), von Skandinavien im Norden (das der griechische Entdecker Pytheas beschrieben hat) bis zu den Nomaden der Sahara im Süden (die den römischen Eroberern hartnäckigen Widerstand leisteten). Der zeitliche Rahmen der Alten Geschichte beginnt gewöhnlich mit dem Zeitalter Mykenes im 2. Jahrtausend v. Chr., spätestens aber im 8. Jahrhundert v. Chr. mit der Erfindung der Schrift in Griechenland und der Entstehung der frühesten Literatur (Homer, Hesiod, Sappho). Das Ende der Antike und damit den Übergang zum Mittelalter genau zu bestimmen, ist schwierig und wird mit Hilfe verschiedener Ereignisse definiert. Allgemein nimmt man den Beginn der „Völkerwanderung“, d.h. das 5./6. Jahrhundert n. Chr. als Grenze, aber auch einzelne, besonders einschneidende Ereignisse werden gelegentlich herangezogen. So gilt in Bezug auf den Westen des römischen Imperiums oft die Absetzung des letzten (west-)römischen Kaisers 476 n. Chr. oder der Einfall der Langobarden in Italien 568 n. Chr. als Grenzmarke , während im Osten der Tod Iustinians, des letzten oströmischen Kaisers, 565 n. Chr. und die arabische Expansion im 7. Jahrhundert als besonders prägend erscheinen.

Althistoriker befassen sich also, unabhängig von diesen kleineren Definitionsproblemen, mit Kulturen, die unser europäisches Erbe in den verschiedensten Bereichen wesentlich geprägt haben. Dabei kann es sich um Politik-, Rechts- oder Sozialgeschichte, aber auch um Ideen- und Kulturgeschichte handeln.

Das Fach Alte Geschichte kann an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt derzeit im Rahmen von Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengängen studiert werden. In der Lehre findet die ganze Breite des Faches vom frühen Griechenland bis zur christlichen Spätantike Berücksichtigung.

Inhaltlich legt der Lehrstuhl einen Schwerpunkt auf klassische Themen, wie beispielsweise die Entwicklung Athens und Spartas im 5. Jh. v. Chr., sowie auf große Persönlichkeiten der Antike; zu nennen sind unter anderem Alexander der Große, Caesar und Augustus. Auch antike Geographie und Naturwissenschaft sowie hilfswissenschaftliche Disziplinen wie Epigraphik und Numismatik sind in Lehre und Forschung vertreten. Die Ausbildung in all diesen Bereichen wird immer wieder nicht nur durch Seminare, sondern auch durch unterschiedliche Projekte gefördert.

Große Bedeutung wird auch der Heranführung an archäologische Quellen zugemessen, weshalb in regelmäßigen Abständen Exkursionen an Stätten der Antike angeboten werden. So soll den Studenten die Möglichkeit gegeben werden, die Errungenschaften und das Erbe der Antike nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern diese auch persönlich zu betrachten und aus dieser Erfahrung heraus ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Gesellschaften, Kulturen und Religionen des Altertums zu entwickeln.

F.A.Z.-Uni-Ratgeber: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/uni-ratgeber/f-a-z-uni-ratgeber-professoren-geben-tipps-fuers-studium-13692345.html