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Willkommen am Lehrstuhl für Moraltheologie

Die Grundfrage der Moraltheologie lautet: Wie kann menschliches Leben und Zusammenleben gelingen und was kann der Mensch aus seiner Freiheit und Verantwortung heraus dazu beitragen?

Der Gegenstand der Moraltheologie ist die sittliche Wahrheit. Sie ist zu verstehen als Sinnwahrheit, die das Worumwillen humaner Existenz in verbindlicher Weise zusammenfasst und unter dem Aspekt der Praktikabilität aufschlüsselt.

Als Glaubenswissenschaft ist Moraltheologie "die wissenschaftliche Lehre von Gottes Heilshandeln, welches in seiner Bedeutsamkeit für das sittliche Handeln des Menschen aufgeschlüsselt und argumentativ vorgelegt wird" (K. Demmer). Der eigentliche Referenzpunkt der Theologischen Ethik ist die Deutung der Wirklichkeit des Menschen im Licht der Gotteserkenntnis. Diese ist in neuer Weise ermöglicht durch das geschichtliche Ereignis der Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus. Sittliches Handeln wird unter dieser Perspektive zur Anwort auf die in Jesus Christus ergangene Berufung des Menschen zu einem neuen Leben, das in Jesus selbst anschaulich wird. In ihm wird die Vollendung des Menschlichen sichtbar.

Insofern erscheint die Christologie als Höhepunkt der Anthropologie. Das Menschenbild, das Grundlage der Moraltheologie ist, empfängt vom "Urheber des ewigen Heils" (Hebr 5,9) seine entscheidende Prägung. So gesehen weist Theologische Ethik einen responsorischen Charakter auf. Sie will die in Jesus Christus geschenkten und eröffneten Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen ergründen und dies angesichts der Verhängnis- und Schuldgeschichte, deren Zwänge die Einsicht und Freiheit des Menschen beeinträchtigen, und angesichts der Grenzerfahrungen, die sich in der Realität des Sterbens und des Todes gleichsam verdichten.