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Posttraumatische Belastungsstörung

Folgen von Gewalt

Frau  pustet Pusteblume  vor hellem Hintergrund, Bild erscheint sehr hell ung blass
© Colourbox

Leider erleben viele Kinder und Jugendliche sexuelle sowie körperliche Gewalt oder Vernachlässigung, die für die Betroffenen oft sehr belastende Erfahrungen darstellen. Deshalb ist es ganz normal, dass Kinder und Jugendliche unmittelbar nach solchen Erfahrungen mit psychischen Stresssymptomen reagieren. Häufig berichten sie von einem Gefühl der „Betäubung“. Dies bedeutet, dass das Kind oder der*die Jugendliche nur wenig aufmerksam ist und abwesend wirken kann. Manchmal ziehen sich die Betroffenen in dieser Phase aus ihrer Umwelt zurück und sind sehr unruhig oder übermäßig aktiv. Häufig klingen diese ersten Reaktionen jedoch einige Tagen nach dem traumatischen Erlebnis wieder ab.

In einigen Fällen, vor allem nach schwerwiegenden, wiederholten oder langandauernden Gewalterfahrungen, kann es jedoch zu einer länger andauernden Stressreaktion kommen. Diese längerfristige Stressreaktion wird als posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bezeichnet. Wie genau die Anzeichen einer PTBS aussehen, hängt auch von persönlichen Faktoren ab. Deshalb kann sich die PTBS ganz unterschiedlich äußern. In einigen Fällen können die Symptome und die Traumafolgen chronisch werden.

Anzeichen einer PTBS

Hände mit Pusteblume
© Colourbox

Beschwerden, die unsere Patient*innen berichten:

  • Sie haben das Gefühl, das Erlebnis immer wieder zu erleben: Gedanklich oder gefühlsmäßig. Das geschieht oft ohne dass sie es unterdrücken können oder in den Träumen
  • Sie vermeiden z.B. Orte, Personen, Gerüche oder Situationen, die sie an das Trauma erinnern können
  • Sie möchten nicht an das Erlebnis denken, daran erinnert werden oder darüber sprechen
  • Sie fühlen sich betäubt oder als ob sie „neben sich stehen“
  • Sie wirken gleichgültig und teilnahmslos
  • Sie fühlen sich leer und emotionslos, empfinden kaum noch Freude
  • Oder aber sie empfinden Traurigkeit, Angst, Hoffnungslosigkeit oder Wut
  • Sie können schlecht schlafen oder haben Alpträume
  • Sie sind schreckhafter als früher
  • Sie können sich schlecht auf etwas konzentrieren
  • Sie haben viele negative Gedanken über sich selbst oder die Welt (z.B. „Ich bin schuld“, „Andere sind böse“, „Die Welt ist gefährlich“)
  • Sie können sich an wichtige Teile des Traumas nicht erinnern

Behandlung der Traumafolgen

Pusteblume die einige Samen an den Wind verliert vor blauem Himmel
© Colourbox

Wenn Betroffene längerfristig unter Traumafolgen leiden oder eine PTBS entwickeln, sollte ihnen eine Behandlung angeboten werden. Nach den deutschsprachigen Leitlinien zur Behandlung der PTBS ist eine Psychotherapie die Methode der Wahl. In vielen Studien wurden psychotherapeutische Behandlungen erarbeitet und überprüft, die betroffene Kindern und Jugendlichen erfolgreich dabei unterstützen, die Traumafolgen zu verringern und ihre Lebensqualität wiederherzustellen. Mit einer frühzeitigen, gezielten Behandlung kann man auch der Entwicklung von weiteren Erkrankungen (wie z.B. Depressionen) vorbeugen. Deshalb empfehlen wir allen Kindern und Jugendlichen, denen es nach Gewalterfahrungen schlecht geht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Wo gibt es Hilfe?

Kontaktdaten von Psychotherapeut*innen nach Regionen:

Berlin, Bochum, Bremen, Erfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Landau, Leipzig/Halle, Mannheim, Marburg