#IkonedesMonats #Spiritualität #Theophanie
Das Erstellen einer Ikone lässt sich am besten mit dem Singen vergleichen, dem Interpretieren eines Liedes, das von jemand anderem komponiert wurde. Wichtig ist die Inspiration, es geht nicht um eine einfache Kopie, aber auch nicht um einen Ausdruck brillanter Genialität.
Fast alles auf einer Ikone hat eine symbolische Bedeutung. Die Farben wirken stark auf unser Unterbewusstsein, so hat frisches Rot eine aktivierende, wärmende Wirkung, die wir mit Lebendigkeit assoziieren, während Purpurrot eher als beruhigend und schützend empfunden wird; Blau als kühl, ruhig und Raum gebend und Gelb und Weiß mit Licht und Helligkeit.
Eine Ikone ist zum Beten geschaffen: Wenn man sie betrachtet, den Heiligen durch Verbeugung oder Küssen der Füße grüßt, ruft man die Gegenwart dieses Heiligen herbei. Die Ikonen sind in den östlichen (orthodoxen) Kirchen und in den Häusern der Gläubigen in der Ikonenecke, wo während der täglichen Gebete eine Kerze angezündet wird, ständig präsent. Bei der Feier der Jahresfeste ermöglichen Ikonen die Aktualisierung des Festes. Das Fest ist keine Gedenkfeier oder nur Tradition, sondern findet in der Erfahrung der Gläubigen erneut statt.
Byzantinische Tradition
Die Ikonen innerhalb der griechisch-orthodoxen Kirche werden nach byzantinischer Tradition hergestellt: mit Eitempera (Farbpigmente gemischt mit einer Mischung aus Eigelb, Essig und Wasser) und Blattgold auf einer Holzplatte, die mit Stoff und zwölf Schichten Kreide-Gesso (einer Mischung aus Kreide und Kaninchenleim) vorbereitet wurde.
Der Ikonenmaler betet vor Beginn seiner Arbeit, dass seine Hand geführt werde, und hält sich an den Kanon (Vereinbarungen) über die Darstellung der Figuren. Das Ikonenmalen erfolgt Schritt für Schritt: Zuerst wird die Vorzeichnung angefertigt, dann der rote Untergrund für den Goldleim und das Blattgold. Zunächst werden die dunkelsten Grundfarben der Flächen aufgetragen, dann die helleren Farbtöne mit weißen Akzenten. Danach wird der Text darauf geschrieben und die Ikone mit einer Schicht Lack überzogen. Zuletzt segnet der Priester die Ikone.