Wetterextreme wie Dürren und Starkregen nehmen zu, was Folgen haben wird. Welche genau, das ist für viele Bereiche noch nicht gut genug erforscht. Beispielsweise wissen wir noch zu wenig, wie unterschiedlich landwirtschaftlich genutzte Moorböden auf große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit reagieren. Was passiert unter unseren Füßen, wenn Starkregen über den Feldern im Donaumoos niedergeht? Nimmt eine Wiese bei einem solchen Ereignis weniger oder mehr, schneller oder langsamer Wasser als ein Acker auf?
Das sind nur zwei der Fragen, die am Dienstag, den 21. Juli, von 14 bis 16 Uhr nahe Obermaxfeld beantwortet werden. An dem Tag veranstalten das Fachgebiet Bodengeographie und Bodenerosion der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) und das Donaumoos-Team eine öffentliche Beregnung, zu der alle Interessierten willkommen sind.
Die Veranstaltung ist Teil des Projektes „Regen trifft Torf“, das die KU und das Donaumoos-Team beackern. Ihr gemeinsames Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Wasseraufnahme und Wasserleitfähigkeit der Böden von Nutzung, Bodenverdichtung und Vegetationsbedeckung abhängen. Nach den ersten Versuchen im Frühjahr steht nun die Schauberegnung an, die Forschung im Donaumoos zum Anfassen und Nachvollziehen bietet. Dafür kommt der „Rainmaker“ unter Leitung von Dr. Peter Fischer, Fachgebiet Bodengeographie und Bodenerosion an der KU, auf Grünland und Acker im Projektgebiet Obermaxfeld des Donaumoos-Zweckverbandes zum Einsatz. Die mobile Beregnungsanlage der KU simuliert auf einem Quadratmeter extra für diese Veranstaltung einen extrem heftigen Starkregen (Warnstufe 4).
Zwischen den beiden geplanten Regensimulationen wird es eine Modellvorführung geben, um zu zeigen, welchen Weg das Wasser bei Starkregen im Moorboden nimmt. Veranschaulicht wird dieser Prozess für Acker und Grünland durch Prof. Dr. Jan Hiller, Professor für Geographiedidaktik und Bildung für nachhaltige Entwicklung an der KU, und sein Team in einem sogenannten Geowindow, einem interaktiven Schau- und Experimentierfenster. Diese Arbeitsgruppe entwickelt zudem Lernmaterial für Schulen.
Treffpunkt für die öffentliche Beregnung ist der Radweg an der Staatsstraße 2046 zwischen Obermaxfeld und Neustetten – und zwar an einem kleinen Feldweg knapp 300 Meter nach der Stengelheimer Kreuzung.
Eine Anmeldung ist nicht nötig, aber der Blick in die Wetterapp des Vertrauens: Sagt diese Dauerregen oder Gewitter vorher, muss die Veranstaltung um eine Woche verschoben werden. Der Ausweichtermin wird dann über den Social Media Kanal des Donaumoos-Zweckverbandes und die Webseite der Universität kommuniziert. Wer die öffentliche Beregnung im Juli verpasst, bekommt im Herbst noch eine Gelegenheit. Dann findet die zweite Veranstaltung dieser Art statt.