Ausgezeichnete Leistungen in Forschung, Studium, Lehre und Transfer

An ihrem akademischen Festtag, dem Dies Academicus, hat die KU wieder herausragende Leistungen in Forschung, Studium, Lehre und Transfer ausgezeichnet. Insgesamt zwölf Preise wurden beim Festakt in der Aula an Absolventinnen und Absolventen, Nachwuchsforschende und Lehrende überreicht. Die Preisgelder wurden von Stiftungen und Banken zur Verfügung gestellt.

Sara Hasti
Sara Hasti mit Vizepräsident Meier

Sara Hasti wurde mit dem diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für ausländische Studierende ausgezeichnet. Die Musikstudentin trat bereits zu Beginn des Festaktes mit ihrer Kamancheh, dem traditionellen Instrument ihres Heimatlandes Iran, auf. Bevor sie ihr Studium an der KU antrat, hatte sie bereits in Teheran Abschlüsse erworben und war als Instrumentalpädagogin tätig. Dieses Engagement setzte sie in Eichstätt fort, etwa als Musikpädagogin von Mutter-Kind-Kursen. Sie gründete ein Klavier-Kamancheh-Ensemble, komponiert eigene Stücke und wurde mehrfach zu Konzerten in Deutschland als Instrumentalistin eingeladen. Ihre Leistungen im Studium sind herausragend, ebenso ihr soziales Engagement – zum Beispiel im Dachverband der Studierenden der Musikwissenschaften.

Hartwich
Florian Hartwich (links) mit Stifter Michael Gutmann

Die nachhaltige Nutzung von Moorböden hat für die Klimaschutzziele eine hohe Bedeutung. Mit seiner Masterarbeit hat Florian Hartwich den Zustand eines Niedermoores westlich von Nassenfels dargestellt und bewertet. Für diese wissenschaftliche Leistung wurde er mit dem Nachhaltigkeitspreis der Förderstiftung der Brauerei Fritz Gutmann ausgezeichnet. Hartwich, der mittlerweile als Moormanager der Regierung von Oberbayern tätig ist, konnte in seiner Abschlussarbeit darlegen, dass der untersuchte Niedermoorstandort, wie viele andere degenerierte Moorflächen, starker entwässerungsbedingter Torfzersetzung ausgesetzt ist. Ohne ein Eingreifen in den Moorwasserhaushalt ist die Endlichkeit der Bewirtschaftung der Flächen absehbar.

Merz und Müller
Marius Müller (links) und Irina Merz mit Vizepräsident Meier

Der Preis der Maximiliana-Kocher-Stiftung für Abschlussarbeiten im Fachbereich Geschichte wurde in diesem Jahr zweifach verliehen: Im Bereich Politikwissenschaft ging die Auszeichnung an Irina Merz. In ihrer Masterarbeit analysierte sie die sozial-ökologischen Auswirkungen des Lithiumabbaus im Dreiländereck Bolivien, Chile und Argentinien im Kontext des Ausbaus der E-Mobilität. Sie untersuchte die politischen, rechtlichen und umweltbezogenen Rahmenbedingungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Ein Ergebnis ihrer Arbeit ist, dass die sozial-ökologischen Kosten des Vorantreibens der Elektromobilität auf Länder des globalen Südens abgewälzt werden. Irina Merz ist nach dem Abschluss ihres Masterstudiums Internationale Beziehungen als Referentin für Nachhaltigkeitsstrategie am Heidelberg Center for the Environment tätig.

Im Bereich Geschichtswissenschaft ging der Preis der Maximiliana-Kocher-Stiftung an Marius Müller. Seine Masterarbeit mit dem Titel „Jesuiten und Juden in globalen Kontexten. Zur Wahrnehmung und Funktion des Judentums in Joseph Stöckleins Missionszeitschrift ‚Der Neue Welt-Bott‘ (1726-1758)“ verknüpft zwei Themenbereiche – die neuere kulturwissenschaftlich ausgerichtete Geschichte der Jesuitenmission mit der jüdischen Geschichte im außereuropäischen Rahmen. Die Arbeit fragt nach der Wahrnehmung und Deutung außereuropäischer Judengemeinden durch die Missionare während ihrer Reisen. Müller, der inzwischen Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Paris Lodron Universität in Salzburg ist, stieß dabei auf ein zeittypisches Repertoire an lang tradierten antijüdischen Bildern, die bis in die Gegenwart überdauerten.

Imhoff
Franziska Imhoff mit Thomas Bauer von der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern Mitte

Mit dem Preis der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern Mitte für die beste Masterarbeit wurde Franziska Imhoff ausgezeichnet. Die Absolventin des Masterstudiengangs Tourismus und nachhaltige Regionalentwicklung zeigte in ihrer Abschlussarbeit auf, wie Mitglieder einer Landrückkehrbewegung in der Oberlausitz eine aktive Rolle in der Gestaltung und Erfahrung ihrer neuen Heimat einnehmen. Während Stadt-Land-Migrationsbewegungen als solche bereits gut erforscht sind, widmete sich die prämierte Masterarbeit den intensiven Erfahrungen der Neuankömmlinge und Rückkehrer sowie deren alltäglichen Bindungen zu „ihren“ ländlichen Orten. Franziska Imhoff ist inzwischen Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KU und arbeitet im DFG-Graduiertenkolleg „Practicing Place“ an ihrer Promotion.

Danzer
Prof. Danzer (Bildmitte) nahm den Preis für Christina Langer stellvertretend entgegen (mit Vizepräsident Hogreve, links, und Bernhard Färber von der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt).

Dr. Christina Langer erhielt den Preis der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt für die beste Dissertation. Diese untersuchte sowohl die Angebotsseite als auch die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes und ging der Frage nach, wie in der Ausbildung erworbene Kompetenzen sich auf den Arbeitsmarkterfolgt von Absolventinnen und Absolventen auswirken beziehungsweise welche Kompetenzen von Unternehmen gesucht werden. Dazu wurden unter anderem Millionen von Stellenanzeigen ausgewertet. Die kumulative Dissertation besteht aus vier Veröffentlichungen – eine erschien in der renommierten Harvard Business Review. Auch konnte Christina Langer, die inzwischen als Postdoc am Stanford Digital Economy Lab in Kalifornien tätig ist, ihre Forschung bereits an der Harvard University und der Stanford University präsentieren. Zahlreiche überregionale und internationale Medien berichteten über ihr Forschungsprojekt.

Zeidler
Dr. Helen Zeidler mit Prof. Stüwe von der Sutor-Stiftung (rechts) sowie Vizepräsident Hogreve

Zum zweiten Mal wurde beim Dies Academicus der Preis der Professor-Sutor-Stiftung für soziale und politische Ethik verliehen – und dabei auch dem Stifter des Preises und Ehrensenator Bernhard Sutor gedacht, der im Januar dieses Jahres im Alter von 93 Jahren verstorben war. Die Dissertation von Dr. Helen Zeidler ist motiviert von wirtschaftspolitisch hoch relevanten Fragestellungen: Vor dem Hintergrund des Klimawandels und weiterer globaler Krisen steht die Gesellschaft vor dramatischen Herausforderungen, welche auch unseren gewohnten Lebensstil verändern werden. Helen Zeidler legte dar, dass die in westlichen Gesellschaften verbreiteten individuellen Verhaltensweisen wie Lebensmittelverschwendung mit substantiellen ökonomischen Kosten für die Gesellschaft verbunden sind. Daraus leitete sie die Forschungsfrage ihrer Arbeit ab: Wie können Verbraucher nachteilige Verhaltensweisen ändern oder wie kann eine wirkungsvolle (staatliche) Regulierung gestaltet werden? Helen Zeidler ist inzwischen Postdoc an der TU München.

Rausch
Dr. Manuel Rausch (Mitte) mit Vizepräsident Hogreve (links) und Andreas Steppberger von der Eichstätter Universitätsgesellschaft

Den Preis der Eichstätter Universitätsgesellschaft für die beste Habilitation erhielt Dr. Manuel Rausch. Er habilitierte sich mit einer Arbeit über mathematische Modelle von Konfidenz in perzeptuellen Entscheidungen. Die Habilitationsschrift untersucht zwei zusammenhängende Forschungsfragen: Wie kann Konfidenz in perzeptuellen Entscheidungen mathematisch beschrieben werden und welche Implikationen haben mathematische Modelle von Konfidenz auf die Messung der Fähigkeit zur Metakognition? Manuel Rausch kommt zu dem Schluss, dass mathematische Modelle von Konfidenz sowohl für das Verständnis von Konfidenz als auch für die Messung von Metakognition vielversprechend sind. Seit 2023 forscht Rausch im Kompetenzzentrum Empirische Methoden an der Hochschule Rhein-Waal.

Professor Dr. Janusz Surzykiewicz
Professor Dr. Janusz Surzykiewicz (links) mit Prof. Dr. Ulrich Hemel von der Bickhoff-Stiftung

Die Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung unterstützt erneut die Durchführung eines Symposiums mit einem Preisgeld. Dieses geht an Professor Dr. Janusz Surzykiewicz, Inhaber des Lehrstuhls für Sozial- und Gesundheitspädagogik. Er plant eine Tagung mit dem Titel „Leid, Krankheit, Krise als Herausforderung für unsere Zeit: Spiritualität und Religion als Heilsmittel?“ Dabei soll mit internationalen Experten aus Wissenschaft, Gesundheitswesen und Seelsorge diskutiert werden, welche Bedeutung Spiritualität und Religion als Heilsmittel haben und welche praktischen Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen.

Dominik Engl
Dr. Dominik Engl (links) mit Bernd Regler von der Liga-Bank-Stiftung

Mit dem Preis für exzellente Lehre wurde Dr. Dominik Engl geehrt. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mathematik/Analysis konzipierte und programmierte ein Computerspiel, das Studierende zum selbstreflektierten Lernen motivieren und ihre kreative Problemlösekompetenz stärken soll. Das Computerspiel trägt den Titel „Die direkte Methode von Ljapunov“ – dieses zentrale mathematische Konzept aus der Stabilitätstheorie autonomer Differentialgleichungen steht im Mittelpunkt des Spiels. Die Spielerinnen und Spieler navigieren ihre Charaktere durch ein Labyrinth, öffnen Türen und Tore, indem sie mathematische Rätsel lösen, und sammeln Schlüssel in Form mathematischer Definitionen und Theoreme.

JWL
Vizepräsident Hogreve mit Dr. Marina Tsoi, Maria Müller-Pulsfuß und Professorin Dr. Rowena Roppelt (v.l.)

Schließlich wurden Lehrende der KU für ihr herausragendes Engagement im Bereich des Wissenstransfers ausgezeichnet. Ein Preis ging an das Team Dr. Marina Tsoi, Maria Müller-Pulsfuß und Professorin Dr. Rowena Roppelt von der School of Transformation and Sustainability, die gemeinsam das Projekt Jesuit Worldwide Learning an der KU koordinieren. Diese Kooperation mit dem Jesuitenorden verfolgt das Ziel, Menschen in abgelegenen und benachteiligten Gemeinschaften weltweit den Zugang zur Hochschulbildung zu ermöglichen. Darunter sind vor allem Geflüchtete, Vertriebene und von Armut betroffene Menschen. Ziel ist es, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu fördern sowie langfristige und nachhaltige Veränderungen in den Gemeinschaften zu bewirken.

Ray
Professorin Dr. Nadja Ray mit Vizepräsident Hogreve

Einen weiteren Transferpreis erhielt Professorin Dr. Nadja Ray, Inhaberin des Lehrstuhls für Geomatik und Geomathematik. Ray etablierte am Mathematischen Institut für Maschinelles Lernen und Data Science eine Reihe von Transferaktivitäten. So holte sie 2023 erstmals den Tag der Mathematik an die KU, arbeitete dabei eng mit Audi und Airbus zusammen und stärkte so auch den Austausch zwischen der Industrie und dem neu gegründeten KU-Institut. Anfang 2024 war die Ausstellung „I AM AI“ über Künstliche Intelligenz im Georgianum in Ingolstadt zu sehen – auch dies ein Verdienst von Nadja Ray. Die Ausstellung zählte zahlreiche Besucherinnen und Besucher, darunter auch viele Schulklassen. Daneben bringt Nadja Ray ihre Expertise bei Podiumsdiskussionen, beim Girls‘ Day oder der „Langen Nacht der Unternehmen und der Wissenschaft“ ein.

Eine ausführliche Vorstellung der Preisträgerinnen und Preisträger finden Sie hier.