Ausgezeichnete Abschlussarbeiten zu Pflegeausbildung und Femizidprävention

Zwei ausgezeichnete Arbeiten, zwei hochaktuelle Themen: Mit Spiritual Care in der Pflegeausbildung und mit der Prävention von Femiziden haben sich zwei Absolventinnen der KU in ihren Abschlussarbeiten befasst – und dafür den Förderpreis der Fakultät für Soziale Arbeit erhalten. Ausgezeichnet wurden Agnes Manz, Absolventin des Bachelorstudiengangs Pflegewissenschaft, und Carla Moll, Absolventin des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit.

Beide Arbeiten greifen Themen auf, die fachlich wie gesellschaftlich an Dringlichkeit gewinnen. „Es sind Arbeiten, die nicht nur wissenschaftlich sehr überzeugend sind, sondern auch zentrale Fragen professioneller Praxis aufgreifen“, betonte die Dekanin der Fakultät für Soziale Arbeit, Prof. Dr. Inge Eberl Eberl. Sie überreichte die mit jeweils 500 Euro dotierten Auszeichnungen vor wenigen Tagen bei der Abschlussfeier der Fakultät gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Förderkreises, Dr. Gerhard Rott, und Geschäftsführer Willi Reinbold.

Agnes Manz widmete sich in ihrer Bachelorarbeit der Frage, wie Pflegelehrpersonen Spiritualität verstehen, welche Haltung sie dazu einnehmen und wie sie ihre eigene Kompetenz einschätzen, Spiritualität in der generalistischen Pflegeausbildung zu vermitteln. Spiritualität und Spiritual Care spielen im Gesundheitswesen eine immer größere Rolle, werden in der Ausbildung bislang jedoch häufig nur am Rande behandelt und sind da oft auf palliative Kontexte begrenzt.

Für ihre Studie interviewte Manz acht Pflegelehrpersonen aus drei Bundesländern. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Lehrende sich mehr Unterstützung wünschen – etwa durch Fort- und Weiterbildungen sowie kollegialen Austausch –, um spirituelle, kommunikative und didaktische Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln. Deutlich wird, dass eine offene, wertschätzende und reflexive Haltung ebenso notwendig ist wie eine institutionelle Kultur, die Spiritual Care mitträgt. Eberl bezeichnete die Arbeit als „ein sehr relevantes Thema der Bildungsforschung in der Pflegewissenschaft“. Die Arbeit liefere wichtige Hinweise darauf, wie Spiritualität künftig systematischer in der Pflegeausbildung und in primärqualifizierenden Studiengängen verankert werden könne.

Mit einem brisanten und gesellschaftlich relevanten Thema setzte sich Carla Moll in ihrer Studie auseinander und untersuchte, welche Möglichkeiten, Grenzen und Herausforderungen die Soziale Arbeit bei der Prävention von Femiziden hat. Dabei betrachtet sie Femizid als extremste Form geschlechtsspezifischer Gewalt und analysiert das Thema im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, medialer Berichterstattung, gesellschaftlichen Wahrnehmungen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Auf Grundlage eines dreistufigen Präventionsmodells arbeitet Moll heraus, an welchen Stellen Soziale Arbeit präventiv und unterstützend wirken kann: durch gendergerechte Pädagogik und feministische Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe, durch Empowerment in Frauenhäusern und Beratungsstellen, durch inter- und multiprofessionelle Kooperation, Hochrisikomanagement und Täterarbeit. Besonders wichtig sei dabei die Zusammenarbeit verschiedener Professionen, etwa in Fallmanagement und Fallkonferenzen. Moll habe „das emotional belegte Thema sachlich fundiert“ bearbeitet, sagte Eberl. Die Arbeit zeige eindrücklich, dass Soziale Arbeit bei der Unterstützung betroffener Frauen, in der gesellschaftlichen Aufklärung und in der Arbeit mit Tätern eine Schlüsselrolle zukommt, wenn Femiziden nachhaltig entgegengewirkt werden soll.