Dritte interdisziplinäre Jahrestagung des Zentrums Kirche, Gesellschaft und Religion im Wandel

Vom 1. bis 3. Juni 2026 richtete das Zentrum Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel (ZRKG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt die interdisziplinäre Tagung „Strukturwandel der Öffentlichkeit. Krisendiskurse in der Spannung von Öffnung und Abwehr“ aus. Dabei standen die Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Krisendiskursen und dem Wandel der Öffentlichkeit im Mittelpunkt.

Untersucht wurde, inwiefern inhaltliche Kontroversen mit Fragen der Medialität, Diskursformaten und der Streitkultur korrelieren. Durch den Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen konnten multiperspektivische Zugänge zu diesen komplexen Themen gewonnen werden. 

Den Auftakt bildete am Montag, dem 1. Juni 2026, eine öffentliche Autorenlesung und Podiumsdiskussion mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow. Vorgestellt wurde sein Werk „Buch der Macht. Wie man sie erringt und (nie) wieder loslässt“ (2025), eine dialogische Nacherzählung der politischen Satire von Stojan Michailowski. Im anschließenden Gespräch mit Prof. Dr. Isabelle Stauffer, Prof. Dr. Martin Kirschner und Prof. Dr. Rico Behrens analysierten die Teilnehmer die Strategien der Macht und die Manipulation der Öffentlichkeit. Das wissenschaftliche Programm wurde durch Keynotes von Expertinnen und Experten wie Oliver Marchart (Universität Wien), Hans-Joachim Höhn (Universität zu Köln) und Eva Illouz (École des hautes études en sciences sociales, Paris) bereichert. In parallelen Panels und Workshops diskutierten die Teilnehmenden unter anderem über „Krisenerzählungen der Gegenwart“, „Resiliente Demokratie“ sowie „Affektive Narrative“. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf historischen und gegenwärtigen Aspekten der Invektivität und ihrer Relevanz für die Konstruktion von Öffentlichkeit, wie beispielsweise im Vortrag von Gerd Schwerhoff (TU Dresden). 

Die Tagung diente als Forum für den Dialog zwischen Theologie, Literaturwissenschaft, Politischer Bildung, Philosophie, Medienwissenschaft und Geschichte. Durch die Verknüpfung von Projektpräsentationen, Postersessions und Panelformaten wurde ein intensiver Austausch über die Mechanismen gesellschaftlichen Konfliktaustrags in Krisenzeiten und unter den veränderten Strukturen von Öffentlichkeit ermöglicht.

 Die Veranstaltung wurde von der Professor-Sutor-Stiftung und der Eichstätter Universitätsgesellschaft gefördert.

Hier finden Sie das Tagungsprogramm.