Die 14 Schülerinnen und Schülern hatten zunächst im Herbst gemeinsam geerntet und im Frühjahr auf der Fensterbank Gemüse vorgezogen. Seit April waren sie wöchentlich im Kapuzinergarten im Einsatz: Säen, jäten, gießen und ernten standen auf dem Stundenplan. Doch der Fokus lag nicht nur auf dem Gemüseanbau. „Das Erfahren von Selbstwirksamkeit und Produktivität ist für viele Schülerinnen und Schüler eine ganz neue Entdeckung und zudem eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben“, betont Lehrerin Bettina Süss. Besonders für zurückhaltende Jugendliche fördere das Arbeiten im Freien das soziale Miteinander und die Persönlichkeitsentwicklung.
Auch für die angehenden Lehrkräfte war das Projekt ein Gewinn. Durch den regelmäßigen Kontakt lernten sie, auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen und als Team zu agieren. Ein zentraler Bestandteil war die Reflexion nach jeder Garteneinheit, bei der die Schüler ihre Erfahrungen bewusst wahrnahmen. Diese Erkenntnisse flossen auch in eine wissenschaftliche Zulassungsarbeit ein.
Was einst als punktuelle Kooperation begann, ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Kapuzinergarten und wird durch Drittmittel-Projekte wie das EU-Projekt SKYSS oder ServusMINT weiterentwickelt. „Wir können die kognitive, motivationale und persönliche Entwicklung der Schüler direkt erleben. Das kann eine herkömmliche Vorlesung im Seminarraum nie leisten“, resümiert Dr. Maximiliane Schumm. Die Ergebnisse dieses innovativen Lehrformats werden Ende Juli 2026 im Rahmen der Conference of the Consortium of Catholic Universities (CCU) einem internationalen Publikum vorgestellt.
Text: Melena Renner