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Einmal im Semester treffen sich die Teilnehmenden des lehrstuhleigenen „ForschungsForums“ mit dem Lehrstuhlteam unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Kremer zum Austausch über ihre Qualifikations- und Abschlussarbeiten. Dieses Jahr führte eine Einladung von Prof. Kremer die Verfasserinnen und Verfasser von Magister-, Lizenziats- sowie Promotionsarbeiten ins beschauliche Morbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit den Arbeiten in ihren verschiedenen Abfassungsstadien gehörten auch bei diesem Forschungskolloquium kleinere Exkursionen in die Umgebung zum Programm.
So ging es am ersten Tag des Forschungskolloquiums nach Bernkastel-Kues. Hier wurde im Jahr 1401 der bedeutende Theologe und Humanist Nikolaus von Kues, auch kurz Cusanus genannt, geboren. Er begründete im Jahr 1458 das Cusanusstift in Kues, das heute als Seniorenheim genutzt wird und damit die ursprüngliche Intention seines Stifters weiterträgt. Der langjährige Rektor Leo Hofmann begrüßte die Gruppe an diesem geschichtsträchtigen Ort. PD Dr. phil. habil. Hermann Kleber führte durch die Räumlichkeiten des Stifts, zeigte Kapelle sowie historische Bibliothek und präsentierte in einem anschaulichen Vortrag Leben und Werk des Nikolaus von Kues. Nicht zu kurz kam dabei auch die Rolle, die Nikolaus für das Unionskonzil von Ferrara-Florenz (1438/39) und bei der Vermittlung mit dem byzantinischen Osten zufiel. Der Besuch an diesem kleinen Ort an der Mosel endete mit der Feier der Göttlichen Liturgie in der Kapelle des Stifts sowie dem anschließenden Besuch des Weinfestes in Bernkastel-Kues.
Der zweite Tag führte die Gruppe in die nicht minder geschichtsträchtige Stadt Trier, in der Prof. Kremer selbst die architektonischen Höhepunkte vorstellte: In der Benediktinerabtei St. Matthias besuchte die Gruppe das Grab des Apostels Matthias, das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen, und im Dom den Heiligen Rock, der nach georgisch-orthodoxer Tradition bekanntermaßen in der Swetizchoweli-Kathedrale in Mzcheta verehrt wird. Eine Ikone im rechten Seitenschiff des Trierer Doms spielt auf diese orthodoxe Tradition an. Die sich an den Dom anschließende Liebfrauenkirche mit ihrem besonderen Grundriss sowie die ehemalige Konstantin-Basilika besichtigte die Gruppe ebenfalls.
So lernten die Teilnehmenden des Forschungskolloquiums eine historisch und architektonisch bedeutende Region im deutschen Raum kennen, die tatsächlich auch in einer Verbindung zu ostkirchlicher Tradition und „Ökumene“ steht. Das Lehrstuhlteam hofft, dass der konstruktive Austausch über die Qualifikations- und Abschlussarbeiten für alle Teilnehmenden zu einem neuen Ausgangspunkt von Motivation und Orientierung für ihr Forschen und Schreiben werden konnte.