Kaffee Walk & Talk: Auf den Spuren der Fairness in Ingolstadt

Coffee Walk & Talk
© Maximilian Held

Bei bestem Frühlingswetter luden das Green Office der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Stabstelle Nachhaltigkeit der Stadt Ingolstadt, der Weltladen Ingolstadt, die VHS Eichstätt-Ingolstadt und der Oikocredit Förderkreis Bayern e. V. am vergangenen Freitag (8. Mai) zu einem besonderen Stadtspaziergang durch Ingolstadt ein. Rund 25 Interessierte folgten der Einladung zum „Kaffee Walk & Talk“, einer informativen und genussvollen Veranstaltung rund um das Thema fairer Kaffee.

Geleitet wurde der Walk & Talk von Dr. Maximilian Held vom Oikocredit Förderkreis Bayern e. V. Bei dem Spaziergang gelang es, unterschiedliche Perspektiven auf globale Lieferketten, faire Handelsstrukturen und die Herausforderungen durch den Klimawandel zusammenzuführen. Besonders eindrücklich war die Darstellung der Lebensrealitäten von kleinbäuerlichen Familien in den Anbauländern rund um den Äquator. Viele von ihnen leben trotz harter Arbeit unter der Armutsgrenze.

Während des Spaziergangs durch die Innenstadt kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch und setzten sich mit der Frage auseinander, unter welchen Bedingungen Kaffee angebaut, gehandelt und verarbeitet wird. Dabei wurde schnell deutlich: Kaffee ist weit mehr als ein Alltagsgetränk – er verbindet globale Verantwortung mit lokalen Konsumentscheidungen. Unter anderem war der Kaffeeanbau Thema. Die Teilnehmenden erfuhren, dass Arabica-Kaffee in höheren Lagen wächst und besonders anfällig für Klimaveränderungen ist. Durch den Klimawandel werden in Zukunft viele Anbauflächen verloren gehen. Eine mögliche Lösung ist der Schattenanbau, bei dem Kaffeepflanzen unter Bäumen wie Mangos oder Bananenstauden wachsen. Diese nachhaltige Methode schützt nicht nur die Pflanzen, sondern fördert auch die Biodiversität. Oikocredit unterstützt solche Agroforstsysteme aktiv, in dem die Genossenschaft Kaffeekooperativen aus Peru oder Guatemala finanziell unterstützt, die Kaffee unter fairen Bedingungen und in gesunden Ökosystemen anbauen.

Ein Highlight war die äthiopische Kaffeezeremonie im äthiopischen Café Lalibela. In Äthiopien ist die Kaffeezeremonie ein zentrales, oft tägliches Ritual, das Gastfreundschaft, Gemeinschaft und Respekt ausdrückt. Grüne Bohnen werden frisch geröstet, gemahlen und aufgebrüht. In mehreren Runden serviert, dient sie dem sozialen Austausch, oft begleitet von Weihrauch und Popcorn.

Auch die Wertschöpfungskette des Kaffees thematisiert: Nur ein Bruchteil des Verkaufspreises bleibt im Anbauland – der Großteil der Gewinne entsteht durch Verarbeitung und Vermarktung im Globalen Norden. „Fairer Handel sorgt dafür, dass mehr bei den Produzentinnen und Produzenten bleibt“, betonte Maximilian Held im Weltladen. Hier wurde die Verbindung zwischen dem Weltladen und Oikocredit deutlich. Denn in vielen Produkten im Sortiment steckt auch eine Finanzierung der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Die Botschaft des Tages war klar: Wer Kaffee trinkt, sollte sich bewusst für fair gehandelte Produkte entscheiden. Wer für mehr Gerechtigkeit in der Tasse sorgen möchte, hat Handlungsoptionen: Ein Einkauf im Weltladen oder eine nachhaltige Geldanlage bei Oikocredit machen einen Unterschied! Die Veranstaltungen ließen die Teilnehmenden bei einer Tasse Kaffee oder Cappuccino im District V ausklingen und damit in einem Café, das hier in der Region röstet.