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Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz: KU im bundesweiten Finale

Die Jury des bundesweiten Genius Loci-Preises für Lehrexzellenz, den der Stifterverband und die VolkswagenStiftung jährlich vergeben, hat die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) für die Finalrunde nominiert. Beworben hat sich die KU mit ihrem Leitbild für Studium und Lehre, das im Jahr 2019 verabschiedet wurde. Neben der KU sind nun die Goethe-Universität Frankfurt, die Technische Universität München, die Universität Ulm, die Zeppelin Universität sowie drei Hochschulen dazu aufgefordert, ihre Lehrstrategie ausführlich darzulegen. Mit dem Preis gewürdigt werden Universitäten und Hochschulen, die sich als Institution beispielhaft für exzellente Lehre einsetzen, über eine Lehrstrategie verfügen und Lehre als Experimentier- und Innovationsfeld begreifen. In der Jury des Preises sind sowohl Studierende als auch Lehrende vertreten.

„Durch Wissenschaft Wirklichkeit erschließen und Gesellschaft verantwortungsvoll mitgestalten können – dazu will das Studium an der KU befähigen. Wichtig ist uns dabei, dass unsere Studentinnen und Studenten diese prägende Phase ihrer Bildungsbiografie entsprechend ihren je eigenen Begabungen fruchtbar machen können. Unser ‚Leitbild Studium und Lehre‘ ist so etwas wie die Magna Charta oder der Kompass, die Studienangebote der KU so auszurichten, dass sie diesem Anspruch gerecht werden“, erklärt Prof. Dr. Markus Eham als Vizepräsident für Studium und Lehre. Das Leitbild wurde nicht eigens für den Wettbewerb kreiert, sondern unabhängig davon aus dem Selbstverständnis der KU heraus abgeleitet. „Im Gegensatz zu staatlichen Universitäten und Hochschulen konnte die KU aufgrund ihres Status nicht am Qualitätspakt Lehre partizipieren, mit dem die Bundesregierung seit 2011 Maßnahmen zur Verbesserung der Lehrqualität fördert. So entstand an der KU ein Konzept, das unsere besonderen Qualitäten nutzt und konzentriert“, ergänzt KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien. Neben Exzellenz in der Forschung sei auch exzellente Lehre gleichermaßen ein Anliegen der KU. So ist es dem Journalistik-Professor Klaus Meier 2017 gelungen, den Ars-Legendi-Preis für exzellente Hochschullehre an die KU zu holen.

Das Leitbild für Studium und Lehre der KU beschreibt einen Vierklang von wesentlichen Aspekten als Selbstverständnis der KU und Auftrag: Der Bereich Bildung diskursiv betont den Wert eines offenen, kritischen und reflektierten Austausches zwischen Lehrenden und Lernenden. Durch die adäquate Verknüpfung von Präsenzlehre, Selbststudium und digitalen Lehr-Lernsettings unterstützen die Lehrenden eine Lernkultur akademischer Freiheit. So werden die Studierenden an die eigenverantwortliche Gestaltung ihres Bildungs- und Qualifizierungsprozesses herangeführt.

Der Anspruch Bildung vernetzt unterstreicht die Bedeutung von inter- und transdisziplinären Formaten. Die Campuskultur der KU will hervorragende Bedingungen für den fachverbindenden Diskurs bieten, der sowohl durch die räumliche Nähe der Fächer, als auch durch die Kooperation mit Bildungspartnern in der Region mit Leben gefüllt wird. Im Blick auf die zunehmend globalen Entwicklungen in fast allen Lebensbereichen ist es der KU ein wichtiges Anliegen, ihr internationales Netzwerk für eine Kultur engagierter Wissenschaft weiter auszubauen.

Bildung engagiert wiederum bedeutet, die gewonnenen Erkenntnisse im Dialog mit allen Teilen der Gesellschaft fruchtbar zu machen und gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren. Diversität und Inklusion sowie eine am Menschen orientierte Digitalisierung stehen ebenso im Fokus wie der Einsatz für Nachhaltigkeit. Studium und Lehre zielen auf eine soziokulturell, ökologisch und ökonomisch gerechte und zukunftsfähige Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere durch die aktive Mitgestaltung von Studierenden.

Unter dem Stichwort Bildung persönlich schließlich formuliert das Leitbild den Anspruch, dass ein Studium mehr als nur den Erwerb von Wissen umfasst. Das ideale Betreuungsverhältnis an der KU ermöglicht es, Studierende mit ihren individuellen Begabungen zu fördern. So können die Absolventinnen und Absolventen auf wechselnde Anforderungen reagieren und sich urteilsfähig an der Generierung von Wissen beteiligen. Solche Persönlichkeiten können ihr Leben solidarisch, kompetent und kreativ gestalten sowie ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Im Nominierungsverfahren um den Genius Loci-Preis wurde gerade diese Systematisierung in vier Bereiche positiv hervorgehoben, die großen Wert auf akademische Persönlichkeitsentwicklung, Gemeinwohlorientierung und regionaler Verankerung lege. Beispielhaft für das im Leitbild formulierte Selbstverständnis von Lehre steht das interdisziplinär ausgerichtete Programm „Studium.Pro“, das allen Studierenden die Möglichkeit bietet ihren Bildungs- und Qualifizierungsweg begleitend und im Fachstudium bereichernd zu gestalten. Die ergänzenden oder weiterführenden Angebote in Studium.Pro sind Ausdruck einer Wissenschafts- und Bildungskultur der Verantwortlichkeit, für welche die KU insgesamt steht. Das Programm ist mittlerweile verbindlicher Bestandteil von 20 Studiengängen der KU und wird mittelfristig in alle Studiengänge implementiert werden. Bereits jetzt gehört es beispielsweise zu den Flexiblen Bachelor- und Masterstudiengängen, in denen sich die Studierenden auf einem Pool an Fächern ihren eigenen Studiengang zusammenstellen können. Entsprechend des Leitbildes sind diese Studiengänge vernetzt und fachübergreifend angelegt, über Studium.Pro ist die Möglichkeit zum Engagement gegeben. Zudem erhalten Studierende die Möglichkeit, einen Teil ihres Curriculums völlig frei nach persönlichen Vorlieben zusammenzustellen.

Mit der Verabschiedung des Leitbildes zu Studium und Lehre und der Bewerbung um den Genius Loci-Preis sind die Überlegungen an der KU jedoch nicht abgeschlossen: „Die Lehrstrategie der KU ist zwar im Leitbild Studium und Lehre nun schriftlich fixiert. Dennoch verstehen wir sie als Prozess, der sich ständig dynamisch weiterentwickelt. Daher arbeiten wir kontinuierlich daran, gute Lehre an der KU an den sich wandelnden Gegebenheiten und neuen Qualifikationsanforderungen auszurichten“, schildert Vizepräsident Eham.