Den Auftakt des Workshops bildete der Themenblock „Verstehen des Niederländischen“. Die Schülerinnen und Schüler schlüpften zunächst in die Rolle von Versuchspersonen und bearbeiteten Übersetzungsaufgaben sowie einen Lückentext auf Niederländisch. Im Anschluss erhielten sie eine kurze Einführung in das Konzept der rezeptiven Mehrsprachigkeit und werteten erhobene Daten eines Internetexperiments zum Niederländischen aus. Dabei wurde deutlich, welche Elemente des Niederländischen gut bzw. weniger gut verstanden wurden und welche Faktoren das Verstehen beeinflussen können. Insgesamt zeigte sich, dass auch ohne vorheriges Lernen ein Verstehen unbekannter, aber nah verwandter Sprachen bis zu einem gewissen Grad möglich ist.
Daran anknüpfend richtete der zweite Teil „Deutsch in Brasilien“ den Blick nach Südamerika und fragte, wie sich deutsche Varietäten unter Sprachkontaktbedingungen – hier insbesondere mit dem Portugiesischen sowie anderen deutschen Varietäten – verändert. Anhand von Video- und Audioaufnahmen sowie transkribierten Gesprächen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit Daten aus Rio Grande do Sul (dem südlichsten Bundesstaat Brasiliens), analysierten sprachliche Kontaktphänomene und erhielten so einen direkten Einblick in die Arbeit mit empirischen Sprachdaten.
Der Unitag bot insgesamt einen anschaulichen Einblick in die linguistische Forschungspraxis und Forschungsthemen des Lehrstuhls. Weitere Informationen zu “Deutsch in Brasilien” finden sich auf der Seite des Lehrstuhls.