Maximilian Bauer erhält FrankenstAIn Essay Prize bei internationaler Konferenz in Ingolstadt

Auszeichnung für einen Essay über Verantwortung im Umgang mit künstlicher Intelligenz: Maximilian Bauer vom Lehrstuhl für Innovation & Creativity der WFI gehört zu den ersten Preisträgern des FrankenstAIn Essay Prize.

Maximilian Bauer vom Lehrstuhl für Innovation & Creativity an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Ingolstadt (WFI) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurde am 23. Oktober 2026 bei der FrankenstAIn Conference in Ingolstadt mit dem erstmals verliehenen FrankenstAIn Essay Prize ausgezeichnet. Er ist einer von zwei Preisträgern des Essaywettbewerbs.

In seinem Essay „After Creation: What Makers Owe When Prediction Fails“ beschäftigt sich Bauer mit einer grundlegenden Frage verantwortungsvoller Innovation: Welche Verantwortung tragen Entwicklerinnen und Entwickler sowie Organisationen für KI-Systeme, deren Verhalten und Auswirkungen sich nicht vollständig vorhersehen lassen?

Ausgehend von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ aus dem Jahr 1818 und Aristoteles’ Konzept der praktischen Weisheit (Phronesis) entwickelt Bauer eine philosophische Perspektive auf die Verantwortung im Umgang mit künstlicher Intelligenz. Seine zentrale These: Die Verantwortung für eine Technologie endet nicht mit ihrer Entwicklung oder Einführung. Auch wenn sich nicht alle Folgen vorhersehen lassen, bleiben diejenigen, die KI-Systeme entwickeln und einsetzen, für deren Auswirkungen verantwortlich.

Der „Frankenstein-Test“: Verantwortung über die Entwicklung hinaus

Um diese Verantwortung konkreter zu fassen, schlägt Bauer den sogenannten „Frankenstein-Test“ vor. Dieser soll dabei helfen, zu beurteilen, ob Organisationen ihrer Verantwortung beim Einsatz von KI gerecht werden. Im Mittelpunkt stehen drei Fragen: Können betroffene Personen Entscheidungen, die mithilfe von KI getroffen wurden, anfechten? Haben die verantwortlichen Institutionen die Möglichkeit und Befugnis, in den Betrieb der Systeme einzugreifen? Und ist klar geregelt, wer Schäden untersucht und für deren Behebung verantwortlich ist?

Damit verbindet Bauer eine philosophische Auseinandersetzung mit konkreten Anforderungen an einen verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz in Organisationen.

Forschung zu Responsible Innovation aus neuer Perspektive

Der Essay entstand vor dem Hintergrund von Bauers gemeinsamer Forschung mit Professor Shashi Matta zum Thema Responsible Innovation. Der Wettbewerb bot ihm die Gelegenheit, seine bisherige Forschung um eine philosophische Perspektive auf die Verantwortung im Umgang mit KI zu erweitern.

„Der Essaywettbewerb gab mir die Gelegenheit, meine Forschung zu Responsible Innovation um eine philosophische Perspektive auf KI zu erweitern. Im Mittelpunkt stand für mich die Verantwortung, die mit der Entwicklung und dem Einsatz solcher Systeme einhergeht. Die offenen Diskussionen auf der Konferenz habe ich sehr geschätzt und das Feedback zu meinem Essay war extrem hilfreich. Die Auszeichnung meines Beitrags weiß ich sehr zu schätzen“, so Maximilian Bauer.

Die FrankenstAIn Conference brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie weitere Interessierte zusammen, um sich mit den gesellschaftlichen, philosophischen und wissenschaftlichen Fragen rund um künstliche Intelligenz auseinanderzusetzen. Der Name der Konferenz verweist auf Mary Shelleys Roman „Frankenstein“, dessen Handlung in Ingolstadt angesiedelt ist.

Die WFI gratuliert Maximilian Bauer herzlich zu dieser Auszeichnung und freut sich über die Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeit!