Regeneration als neues Paradigma? Neue Impulse von der Moverence 2026

Wie kann der Tourismus langfristig zukunftsfähig gestaltet werden? Welche Rolle spielen soziale Beziehungen, lokale Gemeinschaften und Formen der Zusammenarbeit für die Entwicklung touristischer Räume? Im Juni 2026 durfte der Lehrstuhl Tourismus diesen Fragestellungen im Rahmen der Moverence, einer internationalen Konferenz in der Schweiz, nachgehen.

Die Moverence zeichnet sich durch ein nicht alltägliches Konferenzformat aus: Anstelle eines klassischen Tagungssettings verbindet sie wissenschaftlichen Austausch mit Exkursionen zu Destinationen, in denen aktuelle Herausforderungen und Transformationsprozesse im Tourismus unmittelbar erfahrbar werden. Über mehrere Tage hinweg führte die Konferenz die Teilnehmenden unter anderem durch Luzern, ins Toggenburg und auf die Rigi. Die ausgewählten Destinationen dienten als Fallbeispiele, um unterschiedliche Fragestellungen – etwa den Umgang mit Besucherströmen, die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften oder die langfristige Entwicklung touristischer Räume – direkt vor Ort zu diskutieren. Der kontinuierliche Wechsel zwischen Impulsvorträgen, Exkursionen und dialogorientierten Austauschformaten schuf einen Rahmen, in dem wissenschaftliche Konzepte und praktische Erfahrungen eng miteinander verknüpft und reflektiert werden konnten.

Inhaltlich rückten insbesondere Fragen einer regenerativen Tourismusentwicklung in den Fokus. Dabei wurde der Begriff der Regeneration nicht als feststehendes Leitbild verstanden, sondern kritisch reflektiert: Welche konzeptionellen Mehrwerte bietet er gegenüber etablierten Nachhaltigkeitsansätzen? Welche Implikationen ergeben sich für Destinationsmanagement, Governance und die Rolle touristischer Akteurinnen und Akteure? Und unter welchen Voraussetzungen kann Regeneration einen tragfähigen Orientierungsrahmen für die Zukunft (touristischer) Räume bilden? Die Beiträge verdeutlichten einmal mehr, dass die Zukunftsfähigkeit touristischer Destinationen nicht ausschließlich auf infrastrukturellen oder ökonomischen Faktoren beruht. Vielmehr rücken die Qualität von Beziehungen, Formen der Kooperation sowie die aktive Einbindung lokaler Gemeinschaften zunehmend in den Mittelpunkt wissenschaftlicher und praktischer Debatten.

Für den Lehrstuhl für Tourismus stellen diese Fragestellungen ein wachsendes Forschungsfeld dar. Die Impulse der Moverence knüpfen an aktuelle Diskussionen zu nachhaltiger und transformativer Tourismusentwicklung an und eröffnen zugleich neue Perspektiven für Forschung und Lehre. Insbesondere die Auseinandersetzung mit regenerativen Ansätzen sowie relationalen Perspektiven auf Destinationsentwicklung soll künftig verstärkt in Forschungsprojekte, Lehrveranstaltungen und den Wissenstransfer mit Praxispartnern einfließen.