In diesem Jahr konnten Texte zum Thema „Fremde Stimmen – Stimmen in der Fremde“ eingereicht werden. Neben Studierenden der KU waren erstmals auch Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse eingeladen, sich zu beteiligen. Aus den 37 eingereichten Beiträgen trafen die Studierenden eine Vorauswahl. Aus diesen zehn Texten wählte die Jury drei erste Preise sowie einen Sonderpreis für Schülerinnen und Schüler aus. Auch die Zusammensetzung der Jury wurde von den Seminarteilnehmenden bestimmt. Neben den beiden Professorinnen Cornelia Rémi und Isabelle Stauffer sowie der Dozentin Hannah Berger hatten die Studierenden zwei Vertreter in die Jury gewählt – Michaela Lochner und Joshua März. März verlas bei der feierlichen Preisverleihung dann auch die ausführlichen und analytischen Begründungen der Jury.
Innovative Ideen ausgezeichnet
Der Schülerpreis ging an Emilia Schatz für ihre Kurzgeschichte „Wie ich dich jetzt sehe", die sich laut der Jury durch die interessante erzählerische Idee hervortat. Gerade im Schülerpreis sah die Jury vor allem auch eine Ermutigung zum Weiterschreiben. Den dritten Platz belegte Sina Luff, die als einzige Gewinnerin ein lyrisches Werk eingereicht hatte. Ihre Ballade „MenschsAIn" verbindet eine alte Form mit einer modernen Reflexion zum Thema „Wem gehören Stimmen?" Dabei bleibt sie nicht abstrakt, sondern geht ganz konkret auch auf die Rolle künstlicher Intelligenz ein. Den zweiten Preis erhielt Julia Schuster, die in ihrer Kurzgeschichte "Nennen wir es Schicksal" den Verlust der Identität durch Demenz thematisiert. Hier tritt die Krankheit als Dieb auf – eine originelle Idee, die die Jury mit dem Silberrang belohnte.
Sieger des Literaturwettbewerbs wurde Jakob Licht, dessen Text „BIDA weil ich einen toten Gott auf dem Schreibtisch habe?" die veränderte Kommunikationswirklichkeit durch Soziale Netwerke als sprachliche Form wählt. Diese innovative Idee, die er mit großer sprachlicher Qualität und erzählerischer Sicherheit umsetzt, überzeugte die Jury. Die Erzählung erscheint als Reddit-Feed und verpackt mit subtilem Humor und literarischer Tiefe Themen wie Migration, Kolonialismus und Mysogonie. Dabei bleibt die moralische Einordnung dem Leser überlassen.
Unterstützt wurde der Wettbewerb durch die Erich Pawlu Literaturstiftung, die es auch ermöglicht hat, dass die Gewinnerinnen und der Gewinner sich über Preisgelder in Höhe von insgesamt 300 Euro freuen durften.