In Ingolstadt wird die Winter School seit vielen Jahren von der WFI – Ingolstadt School of Management in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Tourismus, der School of Transformation and Sustainability (STS) sowie dem International Office der KU durchgeführt. Hier kommen Studierende und Lehrende aus ganz Europa zusammen, um eine Woche lang unter realitätsnahen Wettbewerbsbedingungen strategische Entscheidungen im Tourismusmanagement zu treffen und interkulturelle Zusammenarbeit zu erleben.
Ein Erfolgskonzept, das ursprünglich als EU-Projekt im Rahmen der Leonardo da Vinci - Innovationstransferprojekte entstand und das auch in Malabon in der Metropolregion Manila auf den Philippinen durchgeführt wurde. In diesem Jahr war dort auch eine Delegation aus Ingolstadt dabei: Nach einer Einführung in die Idee der Simulation durch Dr. Jutta Walz, Fakultätsmanagerin der WFI, zeigte Kerstin Ihle vom Lehrstuhl für Tourismus auf, wie sich philippinische Gastfreundlichkeit und deutsche Servicekultur gegenseitig befruchten können. Dariya Vovk, Studentin des Masters Business & Psychology an der KU, nahm psychologische Aspekte in den Blick und Felix Hiemeyer von der STS konzentrierte sich auf die Möglichkeiten der Transformation. Akademisch betreut wurde die Simulation in Malabon von Prof. Dr. Desmond Wee von der Karlshochschule International University..
Jutta Walz ist überzeugt, dass der internationale Austausch auch zur Weiterentwicklung der Winter School in Ingolstadt beitragen wird. Die Teams in Malabon bestanden aus Angestellten der Stadtverwaltung, Studierenden und Lehrenden der Universität – damit arbeiteten verschiedene Fachbereiche und Generationen zusammen. Zudem lag ein stärkerer Fokus auf der Stadtentwicklung und der Stadtverwaltung. Die Simulation öffnete sich thematisch, indem neben Hotels auch Konzepte für Restaurants oder andere touristische Einrichtungen entwickelt werden konnten.
Auch im März war Dr. Simon Märkl vom International Office an der „Hotel-Business-Simulation“ an der Technischen Universität Tallinn beteiligt. Dort leiteten Studierendenteams in internationalen Gruppen Hotels mit jeweils 50 Zimmern. Zu ihren täglichen Aufgaben gehörten die Entwicklung und Umsetzung von Strategien, die Teilnahme an Messen, Verhandlungen, Krisenmanagement sowie die Planung und Durchführung von Marketingmaßnahmen.
Ursprünglich war die Tourismusmanagementsimulation, aus der das heutige Winter School-Format entstand, ein Planspiel mit starkem Fokus auf Rechnungswesen. Heute liegt der Schwerpunkt stärker auf einem diskursiven Lehrangebot. Lehrende und Lernende gestalten den Prozess gemeinsam und interaktiv, verschiedene Disziplinen und Stakeholder sind beteiligt. Im Mittelpunkt stehen statt dem reinen Wissenserwerb Kompetenzen wie strategisches Denken, Zeitmanagement, Kreativität und Kommunikationsfähigkeit. Durch die Definition neuer Rollen für die Teilnehmenden und die Erweiterung der Präsenzphase durch Rollenspiele, Exkursionen und kreative Präsentationsformate ist ein intensives Lernerlebnis entstanden, das transformative Lernerfahrungen ermöglicht.
Die Einbindung internationaler Partner in die Planung und Durchführung der Simulation schuf einen Mehrwert, der sich im interkulturellen Wissenstransfer der teilnehmenden Studierenden und Coaches widerspiegelt. Studierende verschiedener Fachrichtungen und Länder arbeiten in interkulturellen Teams zusammen. Der Kurs soll den Studierenden zudem ermöglichen, ihr Verständnis über Fachbereiche hinaus zu erweitern. Er wird in Kooperation mit Gastdozierenden und Partneruniversitäten aus Deutschland, Estland, Italien, Polen, der Slowakei, der Türkei und Großbritannien organisiert und als Erasmus+ Blended Intensive Program (BIP) angeboten.