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Zweifach prämiert: Annkathrin Dilly untersucht Sicherheitsempfinden von Frauen im urbanen Raum in ihrer Masterarbeit

Große Anerkennung für eine herausragende Forschungsleistung: Die Masterarbeit von Annkathrin Dilly, entstanden am Lehrstuhl Tourismus / Zentrum für Entrepreneurship, wurde gleich zweifach ausgezeichnet. Neben dem Preis der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt für die beste Masterarbeit, der im Rahmen des Dies Academicus der KU feierlich verliehen wurde, erhielt die Absolventin des Studiengangs „Tourismus und nachhaltige Regionalentwicklung – Management und Geographie“ eine Auszeichnung im Rahmen des Studentenprojekts der Firma movisens.

Die Arbeit mit dem Titel "Embodied Experience of Fear – An Empirical Study on Female Specific Safety in Urban Landscapes by the Example of the City of Nuremberg" widmet sich einem gesellschaftlich hochrelevanten Thema: der situativen Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum. Während zahlreiche Studien belegen, dass Frauen sich insbesondere nachts deutlich unsicherer fühlen als Männer, erweitert die Arbeit diese Perspektive um eine bislang wenig untersuchte Dimension. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwiefern sich subjektiv wahrgenommene Unsicherheit auch in messbaren körperlichen Stressreaktionen widerspiegelt.

Hierzu entwickelte Annkathrin Dilly einen interdisziplinären Forschungsansatz, der Methoden der Tourismus-, Stadt- und Gesundheitsforschung verbindet. Im Rahmen einer nächtlichen Feldstudie in Nürnberg legten 21 Teilnehmerinnen eine Route durch unterschiedliche städtische Räume mit potenziellen Angsträumen zurück. Dabei wurden sowohl subjektive Einschätzungen – etwa zu Unbehagen und Fluchtimpulsen – als auch physiologische Stressreaktionen mittels elektrodermaler Aktivität (EDA) unter realen Bedingungen erfasst und miteinander in Beziehung gesetzt.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Erleben von Unsicherheit im öffentlichen Raum eine sowohl psychologische als auch körperliche Dimension besitzt. Besonders Faktoren wie Sauberkeit, soziale Präsenz und die akustische Umgebung beeinflussen das Sicherheitsempfinden der Teilnehmerinnen. Gleichzeitig konnten in belastenden Situationen messbare physiologische Stressreaktionen nachgewiesen werden. Die Studie macht damit deutlich, dass Angsträume nicht allein anhand objektiver Sicherheitsindikatoren oder Kriminalitätsstatistiken bewertet werden können, sondern eine geschlechtersensible Betrachtung räumlicher, sozialer und atmosphärischer Faktoren erfordern.

Mit ihrem innovativen methodischen Ansatz leistet die Arbeit einen wichtigen Beitrag zur feministischen Stadtforschung und liefert zugleich praxisrelevante Erkenntnisse für Stadtplanung und kommunale Entwicklung. In seiner Laudatio würdigte Klaus Meier insbesondere die gelungene Verbindung subjektiver Wahrnehmungen mit objektiv messbaren physiologischen Daten – ein Ansatz, der neue Perspektiven für die Erforschung von Sicherheit im öffentlichen Raum eröffnet.

Der Lehrstuhl für Tourismus gratuliert Annkathrin Dilly herzlich zu den beiden Auszeichnungen. Die Ehrungen unterstreichen nicht nur die wissenschaftliche Qualität der Arbeit, sondern zeigen zugleich das Potenzial interdisziplinärer Forschung, gesellschaftlich relevante Fragestellungen mit innovativen Methoden zu bearbeiten und Impulse für eine geschlechtersensible Gestaltung öffentlicher Räume zu geben.