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Internationales - Vorträge

Welche Bedeutung hat Soziale Arbeit in unterschiedlichen Ländern der Welt? Unter welchen Bedingungen in welchen Kontexten agieren Sozialarbeiter und ähnliche Professionen in diesen Ländern? Wie kann in den einzelnen Ländern eine besonders hohe Wirksamkeit erfolgen? Gespräche mit diesen und weiteren Fragestellungen organisiert Fr. Dr. Phil. Pfaller-Rott (Beauftragte für Internationales und Erasmus an der Fakultät für Soziale Arbeit) in Kooperation mit ISIS (Institut zur interdisziplinären und interkulturellen Erforschung von Phänomenen sozialer Exklusion e.V.), Herrn Rott (Dozent im Studienschwerpunkt Internationale/Interkulturelle Soziale Arbeit und Referent für Weltkirche des Bistums Eichstätt), sowie mit ZILAS (Zentralinstitut für Lateinamerikastudien) regelmäßig für Studierende des Studienschwerpunktes Internationale/Interkulturelle Soziale Arbeit.

⇒ weitere Vorträge finden Sie im aktuellen Programm

⇒ und auf ILIAS unter Fakultät für Soziale Arbeit / Ausland Praxis/Theorie BA und MA


Zu Beginn des WiSe 2019/20 berichtet Bruder Collinius Wanniang über seine Erfahrungen zu Umweltschutz und Entwicklung in Nordostindien.

Nach Jahren rasanten Wirtschaftswachstums sind neben Wohlstand auch erhebliche Probleme zu verzeichnen (Luft- und Wasserverschmutzung, Verkehrsprobleme, gefährdete Wälder, zunehmende Probleme mit Monsun, illegaler Bergbau, Raubbau von Kohle, Waldrodung, ...). Im Eco-Spirituality Centre in OrlongHada, einem Bildungszentrum, finden sich Menschen, die sich für die Bewahrung der Schöpfung interessieren. Die Arbeit orientiert sich an der Enzyklopädie „Laudato si“ von Papst Franziskus. So gibt es beispielsweise eine Modellfarm mit neuen Ideen für den ökologischen Landbau (Fischerei, Rubber Trees Aufforstung, Solar Energie, ...) sowie Bildungsarbeit im elementarpädagogischen Bereich, außerschulischen ökologischen Angeboten, deren Evaluierung regelmäßig erfolgt. Die Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit dem Referat Weltkirche der Diözese Eichstätt und dem kirchlichem Hilfswerk missio.


Im Rahmen des Symposiums „Gerechtigkeit und Verantwortung in der globalen Gesellschaft“ im April 2019 sprach an der Fakultät für Soziale Arbeit u.a. Prof. Dr. Jesus Vicens, Universidad de Barcelona zum Thema „Justice and climate chance“ (Anthropocene era, Consumerism class, The biggest injustice, The most vulnerable population and 1.5 to 2.0C of IPCC Reports).


Über die Soziale Arbeit bei der Organisation FUNDASAL, El Salvador

berichtete im April 2019 die El Salvadorianerin und Sozialarbeiterin Erika Xiomara Torres Barrera. Sie arbeitet bei der Misereor Partnerorganisation FUNDASAL mit Frauenrechtsverteidigerinnen, um 15- bis 29-Jährige stigmatisierte Jugendliche mit begrenzten Bildungschancen und mangelnden Arbeits- und Ausbildungschancen zum Wandel zu befähigen. Zudem unterstützt sie die politische Einflussnahme für würdigen Wohnraum entsprechend der landesweiten Philosophie der Organisation FUNDSAL: Gemeinsames Bauen als Katalysator für gemeinschaftliches Leben. So entsteht in diesem von Klimawandel und Naturkatastrophen betroffene Land nicht nur würdiger Wohnraum (ca. 2/3 des Wohnraums ist prekär), sondern nachhaltig eine funktionierende, organisierte Nachbarschaft (Kultur der Förderung des friedlichen Zusammenlebens) und die Vernetzung mit lokalen Gremien. Die Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit dem Referat Weltkirche, der Welt-Brücke und Misereor.


Hannah Franz: Auslandssemester in Wellington, Neuseeland

Hannah Franz, 7. Semester BA „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, absolvierte ihr praktisches Studiensemester an einer Kindertagesstätte in Wellington, Neuseeland. Sie verbrachte dort ein Auslandsemester, um einen Einblick in das neuseeländische frühkindliche Bildungssystem zu erhalten, das in Deutschland in vieler Hinsicht als Vorbild dient. Die Beauftragte für Internationales an der Fakultät für Soziale Arbeit, Dr. Monika Pfaller-Rott unterstützte sie ebenso über mehrere Semester hinweg in der Vorbereitung als auch das Internationale Office der KU. Dabei besuchte sie u.a. Informationsveranstaltungen zum Thema „Finanzierung und Realisierung eines Auslandspraktikums“, erhielt in Sprechstunden zahlreiche Unterstützungen organisatorischer und inhaltlicher Art, besuchte Fachenglischkurse an der Fakultät für Sozialpädagogik, um ihr Abitur-Englisch aufzufrischen, besuchte Workshops zum „Bewerben auf Englisch“ und begann erste Initiativbewerbungen an zahlreiche neuseeländische Kindertageseinrichtungen zu versenden. Erst der telefonische Kontakt führte zu positiven Rückmeldungen. Nach Skype-Interviews stand die Entscheidung fest: das Early Learning Centre Active Explorers in Wellington. Hierfür musste noch ein – auf Englisch übersetztes polizeiliches Führungszeugnis beantragt werden, bevor der Vertrag der Praxisstelle mit allen für die universitäre Anerkennung notwendigen fachlichen Informationen zurückgesendet wurde. Nach Buchung der Flüge, dem Abschluss aller relevanten Versicherungen und der erfolgreichen Suche nach einer Unterkunft in Wellington konnte es losgehen. Das praktische Studiensemester in einer neuseeländischen Kita gestaltete sich unglaublich interessant: Die Praxisanleitung, eine Teamleaderin der Vorschulgruppe, informierte über die pädagogische Arbeit in Neuseeland mit 3- 6- Jährigen. Hospitationen zu weiteren Gruppen (Babys und Kleinkinder) waren ebenso möglich wie der – für die Anerkennung des Praktischen Studiensemester notwendige – Einblick in das Management dieser Institution. Zahlreiche Informationen zu den Rahmenbedingungen des Bildungssystems in Neuseeland, welche u.a. durch politische, geografische, wirtschaftlichen und kulturelle Aspekte geprägt sind, gehörten ebenso zum pädagogischen Alltag wie Einblick in die Verankerung der Maori-Kultur im Bildungssystem. Mit der alltäglichen Umsetzung des ersten Bildungsplanes weltweit wurde die Studierende ebenso vertraut wie mit den Strategien des „Positive Guidance“. Die bisherigen im Studium erworbenen Kenntnisse zur „Learning Stories“ als Beobachtungs- und Dokumentationsmethode wurden entsprechend den Bedingungen vor Ort praktisch vertieft. In zahlreichen Teamgesprächen diskutierte sie nicht selten Unterschiede, Gemeinsamkeiten etc. der Elementarpädagogik in Neuseeland zu Deutschland, um voneinander zu lernen. Die Studierende wurde von Frau Dr. Monika Pfaller-Rott während des Praktischen Studiensemesters wissenschaftlich begleitet, um den Theorie-Praxis-Transfer herzustellen. Nun vertieft sie aktuell ihre pädagogischen Erfahrungen, die Theorien zur frühkindlichen Bildung in Neuseeland anhand ihrer Bachelor-Thesis, die von Fr. Dr. Pfaller-Rott wissenschaftlich begleitet wird. Wichtig war neben der pädagogischen Arbeit in der Kindertageseinrichtung ein Einlassen auf die Natur und Kultur des Landes, die Begegnung mit den Menschen vor Ort, vor allem der indigenen Bevölkerung. Mitnehmen möchte sie auf jeden Fall die positive Lebenseinstellung, die Entspanntheit und die Offenheit.


Auf Einladung der Fakultät für Soziale Arbeit berichtete im WiSe 2018/19 Frau Hildel, eine Absolventin der Fakultät über die Soziale Arbeit in Argentinien am Beispiel der Asociación Civil Pantalón Cortito, einer nicht staatlichen Gemeinwesenorganisation, die im Stadtteil San Carlos in La Plata tätig ist. Seit mehr als 25 Jahren setzt sich diese Organisation für die Rechte sozial benachteiligter Gesellschaftsgruppen ein. Basierend auf den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteiles und deren aktiver Partizipation wurden die Programme der Einrichtung stetig weiterentwickelt. Heutzutage bildet die Asociación Civil Pantalón Cortito einen wichtigen Eckpfeiler in den Bereichen Kinder- und Jugendschutz, Bildung, Gesundheit sowie Kommunikation. Aktuell bietet die Asociación Civil Pantalón Cortito beispielsweise Projekte in folgenden Bereichen an: Kindergarten und Kinderkrippe, offene Kinder- und Jugendprogramme (mit verschiedenen Workshops: z.B. Musik, Theater, Radio, Informatik, Zirkus, Kunst, Murga, Kleingartenprojekt, Fussball, Nachhilfeunterricht, Ferienfreizeit), Gesundheitszentrum Tekó Porá (z.B. Soziale Beratung, Ernährungsberaterin, Physiotherapie, Hebamme/frauenärztliche Beratung, Gruppentherapeutische Programme für Frauen mit Erfahrungen der Gendergewalt usw.) und Schulangebote für Erwachsene. Nicht zuletzt ist das Radioprojekt Comunitaria FM Raíces Rock 88.9 / Kulturzentrum " La otra ciudad" zu nennen. Das Radio Comunitaria “FM Raíces Rock 88.9” wurde im Jahr 1992 als eines der ersten Radios Comunitarias der Stadt gegründet. Als Radio Comunitaria werden nach dem Gesetz für Audiovisuelle Kommunikationsdienstleistungen all diejenigen Radios bezeichnet, die weder staatlichen noch privaten Charakter besitzen und einer Non-Profi Organisation angehören. Das Ziel dieses Radios ist es der Bevölkerung eine Stimme zu geben, ihr Recht auf Information zu sichern und einen kulturellen Austausch zu fördern. Aktuell werden montags bis samstags zehn Programme ausgestrahlt, die jeweils unterschiedliche Themenschwerpunkte besitzen. Zudem werden zahlreiche Aufklärungskampagnen zu unterschiedlichen politischen, gesundheitlichen und sozialen Schwerpunkten organisiert.


Bischof Lesanu-Christos Matheos zu Gast an der Fakultät für Soziale Arbeit

An der Fakultät für Soziale Arbeit berichtete am Dienstag, 23. Oktober 2018 Bischof Lesanu-Christos Matheos (58), der Gast im Monat der Weltmission aus Äthiopien, über das schwarzafrikanische Volk der Gumuz. Aufgrund deren Ruf als Mörder wagte sich noch vor ein paar Jahren kaum jemand in die Nähe dieses Volksstammes. „Vielleicht weil sie traditionell Jäger sind“, sagt Bischof Lesanu-Christos, der im Rahmen dieser Veranstaltung an der Fakultät über spirituelle Projekte ebenso berichtet wie über medizinische. Zudem bereichern zahlreiche Bildungsangebote die Lebenssituation der indigenen Bevölkerung. Die Kirche hat je ein Wohnheim für Gumuz-Mädchen und -Jungen errichtet, damit sie in der Stadt zur Schule gehen können. Einst als Hungerstaat bekannt, gilt Äthiopien heute als aufstrebende Wirtschaftsnation. Doch außerhalb der Städte leben die meisten Menschen nach wie vor in großer Armut. Politische Unruhen führten im April 2018 zu einem Regierungswechsel. Die Menschen protestierten gegen die jahrzehntelange Herrschaft der kleinen Ethnie, der Tigray, über den Rest des Landes. Mit der Wahl von Abiy Ahmed Ali ist erstmals seit 27 Jahren ein Oromo Premierminister geworden. Auf ihm ruht die Hoffnung vieler Menschen. Äthiopien beherbergt fast 100 verschiedene Ethnien und ist ein urchristliches Land: Seine christlichen Wurzeln lassen sich bis ins vierte Jahrhundert zurückverfolgen. Die Veranstaltung organisierte die Beauftragte für Internationales an der Fakultät in Kooperation mit dem Referat Weltkírche und dem kirchlichen Hilfswerk Missio


Öffentlicher Vortrag: Women Empowerment in Indien

Studierende, die das Praktische Studiensemester im Ausland absolviert haben, erläutern im Rahmen eines öffentlichen Vortrags die Soziale Arbeit bzw. die Pädagogik der Institution im Gastland. Historische, politische, wirtschaftliche, juristische, soziokulturelle etc. Aspekte werden ebenso dargestellt wie spezifische Situationen des Studiums dieser Berufsbilder vor Ort bzw. berufspolitische Aspekte. Auf dem Bild ist Frau Ramona Kaspar zu sehen, die über Women Empowerment in Indien - in der Einrichtung MAHER in Poona - mit Interessierten diskutierte.