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Aufgrund der zunehmenden moralischen Signifikanz technischer Artefakte plädieren zentrale Ansätze der Technikethik dafür, das klassischerweise dem Menschen vorbehaltene Attribut der Handlungsfähigkeit / „agency“ auf technische Artefakte auszuweiten. Nur so könne das komplexe Handlungsgeflecht bei Mensch-Maschine-Interaktionen angemessen beschrieben und im Hinblick auf die Frage nach Verantwortung ethisch bewertet werden.

Im folgenden Artikel werden drei verschiedene dieser Ansätze (L. Floridi, D. G. Johnson, P.-P. Verbeek) vorgestellt und daraufhin untersucht, inwieweit sie ihrem Anspruch gerecht werden, deskriptiv wie normativ die Sachlage zu erhellen. Zusätzlich wird jedes Konzept am Beispiel des Dieselskandals konkret ausbuchstabiert und so noch einmal auf seine Erklärungskraft hin überprüft.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Agency-Attribution für technische Artefakte nicht nur keinen Mehrwert bietet, sondern sogar noch Verwirrung stiftet und überdies das Risiko der Verantwortungs-Verschleierung enthält.  

 

 

 

 

 

Due to the increasing moral significance of technical artefacts, increasingly common approaches in technical ethics attempt to expand the attribution of agency to technical artefacts, a task traditionally reserved for human beings.

These approaches argue that this is the only proper way to describe and evaluate the complexity of human-machine-interaction from an ethical perspective, especially with regard to the question of responsibility.

In the following article, we present three of these approaches (L. Floridi, D. G. Johnson, P.-P. Verbeek) and analyse to what extent they do justice to their claim to clarify matters both descriptively and normatively.

To test their explanatory power, each concept is spelled out in practice, using the diesel emissions scandal as an example.

The study comes to the conclusion that attributing agency to technical artefacts creates no additional benefit but causes even more confusion and runs the additional risk of obscuring ethical responsibility.



Gründung der AG Digitalisierung@Gesundheit in der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)

In der letzten Jahrestagung der AEM „Medizin 4.0 – Ethik im digitalen Gesundheitswesen“ wurde deutlich, dass der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitsbereich vielfältige ethisch bedeutsame Aspekte aufwirft. Bewährte Prozesse, Kompetenzen und ethische Kriterien werden durch digitale Innovationen nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ herausgefordert.

Die neue Arbeitsgruppe möchte auf dem Gebiet Digitalisierung&Gesundheit den interprofessionellen und -disziplinären Austausch unter den AEM-Mitgliedern und deren ethische Beiträge für den wissenschaftlichen wie öffentlichen Diskurs sichtbar machen. Sie soll eine Schnittstelle zwischen ethischen und technischen Sichtweisen und Erkenntnissen sein und wendet sich an Personen aus den Wissenschaften, den unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens sowie an Entwickler und Anwender digitaler Anwendungen.

Die AG Digitalisierung&Gesundheit wird sich regulär zweimal im Jahr treffen, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst (evtl. im Umfeld der AEM-Jahrestagung). Das erste Treffen findet am 17. Mai 2019 von 10:30 bis 16:00 Uhr in Eichstätt statt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Gertrud König (Sekretariat LS Moraltheologie/KU Eichstätt): gertrud.koenig@ku.de.

 

Kontakt und Koordinatoren:

Prof. Dr. Alexis Fritz (KU Eichstätt-Ingolstadt): alexis.fritz@ku.de

Dr. Joschka Haltaufderheide (Ruhr-Universität Bochum): joschka.haltaufderheide@rub.de

Dr. Giovanni Rubeis (Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Ulm): giovanni.rubeis@uni-ulm.de