Dissertationsprojekte

Alexandra Kaiser-Duliba

(Ent-)Personalisierte Mitarbeitende in digitalen Transformationsprozessen (Arbeitstitel)

Die digitale Transformation ist ein Veränderungsprozess, der unsere Lebenswelt mit zunehmender Geschwindigkeit und in zunehmendem Umfang beeinflusst. Transformationsprozesse stellen dermaßen tiefgreifende Wandlungsprozesse dar, dass sie nahezu alle Dimensionen menschlichen Daseins tangieren. Im Rahmen der angestrebten Arbeit soll der Begriff „Person“ systematisch aufgearbeitet werden, um möglicherweise durch den digitalen Wandel induzierte Gefährdungen kritisch zu reflektieren. Die Auswirkungen der digitalen Transformation und die mit ihr einhergehende potenzielle Gefährdung der Person sollen anhand des Gegenstandsbereiches der internen Unternehmenskommunikation dargestellt und erarbeitet werden.

 

Andrea Windisch

Weltanschauliche Grundlegungen der professionellen Pflege in Deutschland

Pflege verlangt eine innere Stellungnahme. Aufbauend auf diesem Grundsatz hat sich die professionelle Pflege in Deutschland auf eigengeprägte Weise entwickelt. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass Pflege sich vornehmlich in weltanschaulich geprägten Verbänden organisiert hat. Inhaltliches wie organisatorisches Vorbild waren dabei vielfach die Orden und Kongregationen. Die Wurzeln professioneller Pflege waren wesentlich christlich geprägt.

Das Dissertationsprojekt hat zum Ziel, den weltanschaulichen Grundlegungen von Pflege-Organisationen in Deutschland nachzugehen, wegweisende Paradigmen zu identifizieren, ihre Ursprünge, ggf. Veränderungen und Entwicklungen aufzuzeigen. Dabei sollen insbesondere die eigenen Äußerungen von beruflich Pflegenden bzw. die aus der Berufsgruppe selbst erwachsenen Konzepte im Vordergrund stehen sowie deren ethische und spirituelle Handlungsmotivation beleuchten.

 

Michael Groß

Zur impliziten Spiritualität Sozialen Handelns (Arbeitstitel)

Träger wie Caritas und Diakonie legen Wert auf ihre christliche Spiritualität und verlangen sie auch von ihren Mitarbeiter*innen. Das wirft die Frage auf, wie sich Spiritualität und Soziale Arbeit zueinander verhalten, und auch, ob Spiritualität im Grunde verzichtbar ist, weil Soziale Arbeit auch ohne sie funktioniert.

In Auseinandersetzung mit der Resonanztheorie Hartmut Rosas und der relationalen Ontologie Meister Eckharts wird nach einem Verständnis von Spiritualität gesucht, das an die Gegenwart und den aktuellen sozialarbeiterischen Diskurs anschlussfähig ist. Es wird untersucht, wie Spiritualität und Soziale Arbeit sich zueinander verhalten.

Außerdem wird die Bedeutung dieses Verhältnisses für drei Ebenen Sozialer Arbeit (face-to-face-Hilfe, Mitarbeiterführung, sozialpolitischer Akteur) beleuchtet.

Lizentiatsprojekte

Ihor Chernikhovskyi

Die geschichtliche und theologische Entwicklung der Lehre des bellum iustum und die Frage ihrer Gültigkeit heute vor dem Hintergrund des aktuellen Krieges in der Ost-Ukraine

Das Thema der Lizentiatsarbeit ist die Frage, inwieweit die Lehre des bellum iustum in der heutigen Zeit vor dem Hintergrund des Krieges im Osten der Ukraine, welcher seit 2014 andauert, noch gültig ist. Zum einen werden die wichtigsten geschichtlichen und theologischen Entwicklungen skizziert, wobei hier ein besonderes Augenmerk auf Cicero, Augustinus und Thomas von Aquin gelegt wird, um diese Fragestellung zu erörtern. Zum anderen wird die aktuelle Krise in diesem Land untersucht, um genaue Antworten geben zu können. Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, ob die aktuelle Situation in der Ostukraine mit den ersten Lehren des gerechten Krieges bewertet werden kann oder eine Anpassung dieser an die heutige Zeit notwendig ist.

 

Mykola Lesiuk

Menschenwürde und KI: Analyse des Konzepts der EU-Kommission „Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI“

Das Forschungsprojekt berührt nicht nur allgemein die moralisch-ethischen Probleme der KI-Anwendung, sondern es untersucht spezifischer, ob bzw. wie Künstliche Intelligenz die Menschenwürde bedroht. Um diese Frage zu klären, beginnt die Arbeit mit der Entwicklungsgeschichte und dem Verständnis des Begriffs der Menschenwürde in Theologie, Philosophie und Europäischem Recht. In einem zweiten Schritt soll das Verständnis von KI geklärt werden. Anschließend soll das Dokument der EU-Kommission „Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI“ analysiert und vor dem Hintergrund des theologisch-ethischen Begriffs von Menschenwürde bewertet werden.

 

Marko Petsiukh

Gender-Theorie aus Sicht der Katholischen Moraltheologie

Als erstes sollen die Bedeutung des Begriffs „Gender“ und die Geschichte seines Auftretens dargestellt werden. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit Gender aus Sicht der Kirche: Hierzu werden sechs wichtige kirchliche Dokumente untersucht, die über den Genderbegriff oder über die Bedeutung des Geschlechts von Mann und Frau sprechen.

 

Yaroslav Semiv

Traumatisierende Folgen der Abtreibung und Wege der Begleitung der betroffenen Frauen

Das Ziel der Arbeit ist es, das Problem der Abtreibung und ihrer Folgen für die Frau mit Hilfe empirischer Untersuchungen zu erforschen. Zunächst werden die Situationen (rechtlich, kirchlich…) in der Ukraine und in Deutschland vergleichend untersucht. Im zweiten Teil werden psychische und physische Traumata der Frauen diskutiert. Als letztes soll gezeigt werden, welche Rolle Religiosität und Spiritualität im Leben der betroffenen Frauen spielen.