Auszeichnung für eine herausragende Bachelorarbeit im Bereich Operations Research: Julian Fischer wird für seine Arbeit zur Optimierung von Verkehrsflüssen ausgezeichnet und setzt sein Studium im Master Business Analytics & Operations Research an der WFI fort.
Julian Fischer wurde mit dem GOR-Bachelorpreis 2026 ausgezeichnet. Die Gesellschaft für Operations Research e. V. (GOR) vergibt den Preis an Studierende, die herausragende Leistungen im Bereich Operations Research erbracht haben.
In seiner Bachelorarbeit mit dem Titel „The Traffic Assignment Problem: A Comparison of Iterative and Linear Programming Methods for User Equilibrium and System Optimum“ beschäftigte sich Fischer mit der mathematischen Modellierung und Optimierung von Verkehrsflüssen. Die Arbeit wurde von Dennis John am Lehrstuhl für Logistik & Operations Analytics unter der Leitung von Prof. Fontaine betreut.
Wie individuelle Entscheidungen den Verkehr beeinflussen
Eine zentrale Frage der Verkehrsplanung ist, wie sich Menschen innerhalb eines Verkehrsnetzes bewegen und welche Auswirkungen ihre individuellen Entscheidungen auf den gesamten Verkehrsfluss haben. Denn was für einzelne Verkehrsteilnehmende die beste Route ist, muss nicht zwangsläufig zu einem optimalen Ergebnis für das gesamte Verkehrsnetz führen.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist das sogenannte Braess-Paradoxon. Es beschreibt das überraschende Phänomen, dass der Bau einer zusätzlichen Straße die Verkehrssituation sogar verschlechtern kann, anstatt sie zu verbessern.
Ein anschauliches Beispiel dafür ereignete sich Ende der 1960er-Jahre in Stuttgart. Der Ausbau des Straßennetzes rund um den Schlossplatz sollte den Verkehrsfluss verbessern, führte jedoch überraschenderweise zu mehr Staus. Erst nachdem ein Straßenabschnitt für den Autoverkehr gesperrt wurde, entspannte sich die Verkehrssituation wieder.
Mathematische Verfahren zur Optimierung von Verkehrsnetzen
Mit genau solchen Fragestellungen beschäftigt sich die Bachelorarbeit von Julian Fischer. Er untersuchte und verglich verschiedene mathematische Lösungsverfahren zur Berechnung von Verkehrsflüssen. Im Mittelpunkt standen iterative Verfahren und Methoden der linearen Optimierung, mit denen unterschiedliche Verkehrsgleichgewichte und optimale Zustände im Verkehrsnetz berechnet werden können.
Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum Verständnis komplexer Mobilitätssysteme und zeigt die Bedeutung mathematischer Optimierungsverfahren für die Planung und Gestaltung effizienter Verkehrsnetze.
Operations Research als Grundlage für bessere Mobilitätssysteme
Am Lehrstuhl für Logistik & Operations Analytics beschäftigt sich die Forschung mit der mathematischen Modellierung und Optimierung unterschiedlichster Mobilitäts- und Logistiksysteme. Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und mithilfe quantitativer Methoden fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
„Wer Mobilitätssysteme verbessern möchte, muss zunächst verstehen, wie Menschen ihre Routen planen und welche Auswirkungen diese individuellen Entscheidungen auf das gesamte Verkehrsnetz haben. Genau diese Fragestellung untersucht Julian Fischer mit Methoden des Operations Research. Ich freue mich sehr über seine herausragenden Studienleistungen und darüber, dass er seine akademische Ausbildung im Masterstudiengang Business Analytics & Operations Research an der WFI fortsetzt“, erklärt Prof. Fontaine.
Julian Fischer setzt sein Studium im Masterstudiengang Business Analytics & Operations Research (BAOR) an der WFI fort.
Die WFI gratuliert Julian Fischer herzlich zum GOR-Bachelorpreis 2026 und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg auf seinem akademischen Weg!