YES! ist ein bundesweiter Wettbewerb für Schulteams ab der 10. Jahrgangsstufe und versteht sich als Brücke zwischen Schule und Wissenschaft. Einrichtungen aus Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialforschung stellen dabei Forschungsfragen. Die Jugendlichen bearbeiten diese in einem rund sechsmonatigen Mentoring-Programm gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und entwickeln daraus eigene, umsetzbare Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. Im Mittelpunkt stehen die UN-Nachhaltigkeitsziele, Bildung für nachhaltige Entwicklung und unternehmerisches Denken. Ausgerichtet wird der Wettbewerb von der Deutschen KlimaStiftung, Partner ist unter anderem die Joachim Herz Stiftung. Die Schirmherrschaft hat das Bundesumweltministerium übernommen. Aus fünf Regionalfinals qualifizierten sich zehn Teams für das Bundesfinale. Es fand am 30. September und 1. Oktober im Futurium in Berlin statt.
Die KU war an dem Wettbewerb als Partnerin beteiligt. Sie brachte eine Fragestellung aus der Verhaltensökonomie ein: „Warum wir nicht tun, was wir für richtig halten – wie das soziale Image unser Verhalten bestimmt“. Das Team aus Witzenhausen trat mit dem Beitrag „JUGE – Jugend und Gesundheit“ an. Es untersuchte, wie Gruppendruck und der Wunsch nach einem „coolen“ Image die Gesundheit von 12- bis 17-Jährigen gefährden. Dabei nahmen die Schülerinnen und Schüler Nikotin- und Alkoholkonsum, problematische Social-Media-Nutzung und psychische Belastungen in den Blick. Anhand aktueller Studien zeigten sie, dass riskantes Verhalten zunimmt. So ist der Anteil der Raucherinnen und Raucher unter den 12- bis 17-Jährigen von 6,1 Prozent im Jahr 2021 auf 9,6 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Auch die problematische Nutzung sozialer Medien hat zugenommen, wobei Mädchen stärker betroffen sind. Das Team arbeitete außerdem heraus, dass sich diese Faktoren gegenseitig verstärken.
Als Lösung schlägt das Team das Wahlpflichtfach „JUGE“ vor, dass Prävention früh im Schulalltag verankern soll. Starten könnte es als Pilotprojekt im Gymnasialzweig der Johannisbergschule Witzenhausen in den Jahrgangsstufen 9 und 10. Mit diesem Konzept hatte sich das Team bereits beim Regionalfinale Ost durchgesetzt. „Die Schülerinnen und Schüler haben eine abstrakte verhaltensökonomische Frage auf ihre eigene Lebenswelt übertragen, nämlich warum wir oft gegen unser besseres Wissen handeln, um in der Gruppe gut dazustehen. Daraus haben sie einen konkreten, umsetzbaren Vorschlag entwickelt“, sagt Prof. Dr. Alexander Danzer. „Genau das ist der Kern guter Forschung: eine präzise Frage, sorgfältige Evidenz und zielgerichtete Schlussfolgerungen. Für uns als Universität ist es eine Freude, junge Menschen so früh für wissenschaftliches Arbeiten zu begeistern.“ Das Siegerteam wurde eingeladen, ihren Beitrag im hessischen Kultusministerium vorzustellen.
Die KU ist nicht zum ersten Mal beim YES! dabei: Seit 2022 betreuen Forschende der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Schulteams im Wettbewerb. 2024 zogen zwei dieser Teams ins Bundesfinale ein.
Weitere Informationen zum Beitrag des Teams: https://www.young-economic-solutions.org/berufliche-schulen-des-werra-meissner-kreises-in-witzenhausen/
Text: Eva Schmatloch