Kulturell-materielle Geographien der Qualifizierung und Wertkonstitut

Wie werden Werte durch menschliche und nichtmenschliche Akteure in einem Zusammenspiel kultureller Praktiken und materieller Repräsentationen ko-produziert? Wir analysieren, wie „Qualität“ und „Wert“ keine einfachen Eigenschaften von Dingen sind, sondern relational in komplexen Netzwerken aus Menschen, Nichtmenschen, Dingen, Praktiken, Institutionen und Diskursen gemeinsam hervorgebracht werden, die stets in ihren historischen Kontexten zu verorten sind. In ethnographischen Feldstudien nutzen wir unter anderem Beispiele aus der Land- und Forstwirtschaft, um kultur-materielle Einflüsse systematisch zu untersuchen. Dabei stellen wir uns etwa folgende Fragen: Was zeichnet Weine aus, die mit Mikroben ko-produziert werden? Welche ethischen Grundhaltungen prägen die Praktiken von sogenannten Naturwein-Winzer:innen? Wie entstehen resonante Erfahrungen in den Wäldern und Forstplantagen des Nordschwarzwalds? Qualitative Forschungsmethoden und unterschiedliche theoretische Ansätze ermöglichen es uns, die komplexen Verflechtungen menschlicher und nicht-menschlicher Akteure differenziert zu analysieren und so zur Reflexion und Verständigung über gesellschaftliche Naturverhältnisse beizutragen.

Ausgewählte Forschungsprojekte:

Geographien der Qualifizierung im globalisierten Weinmarkt
2021-2025 | Christian Steiner, Gerhard Rainer | DFG

Die Globalisierung der Weinproduktion und ihre Auswirkungen auf die globale Vernetzung ländlicher Regionen
02/2019-04/2019 | Christian Steiner, Gerhard Rainer | Intern/PROFOR

Mobility and lifestyle, capital and land: Regional transformations in a globalizing wine in-dustry
2016-abgeschlossen | Gerhard Rainer

weiterführende Informationen

Neuerscheinung: „Nature in the Glass“ in Applied Geography

Wein wird oft als Naturprodukt dargestellt und wahrgenommen; tatsächlich ist er jedoch ein hoch industrialisiertes, verarbeitetes Produkt. Dieser „konventionelle“ Ansatz ist vor allem wegen seiner ökologischen Auswirkungen in die Kritik geraten. Als Reaktion darauf hat sich ein Nischenmarkt für Naturwein entwickelt – Wein, der sich im An- und Ausbau durch umweltbewusste Produktionsmethoden auszeichnet, mit deren Hilfe ein unverwechselbaresProdukt entsteht.

Die Autoren Marc Daferner (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt), Robert Pütz (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Christian Steiner (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) und Gerhard Rainer (Universität Passau) schlagen in diesem Artikel einen konzeptionellen Rahmen vor, um die Praktiken und Grundprinzipien der Naturwein-Produktion zu erforschen. Die beobachteten Prozesse und die Einstellung der Winzer spiegeln einen Ansatz der „Ko-Produktion mit der Natur“ wider, den die Autoren durch die Übernahme von konzeptionellen Ideen aus der mehr-als-menschlichen Geographie untersuchen.

Der Artikel „Nature in the Glass“ erschien im April 2025 in der Fachzeitschrift Applied Geography bei Elsevier und ist open Access hier abrufbar:

https://authors.elsevier.com/sd/article/S0143-6228(25)00105-5

Podcast

The emergence of new wine design practices Flexitanks and the assembling of bulk wine

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