Digitale 3D-Verfahren in der Archäologie. Aktuelle Anwendungen in römischen Hypogäen und Katakomben

Winckelmann-Festvortrag im Rahmen der Reihe "Antike digital"

Wintervortragsreihe 2026/27

In diesem Winter wird die etablierte öffentliche Wintervortragsreihe von ATRIUM, der Institut für Altertumswissenschaften an der KU Eichstätt-Ingolstadt veranstaltet (https://www.ku.de/atrium), gefördert durch die Sprach- und Kulturwissenschaftliche Fakultät.

Unter dem Titel „Antike digital“ wollen wir aktuelle Forschungen an der Schnittstelle von Antike, Digital Humanities und KI vorstellen. Die Vortragsreihe wird innovative methodische Zugänge sichtbar machen, den Austausch über Fächergrenzen hinweg fördern und zugleich auch ein breiteres Publikum ansprechen. Im Zentrum werden neue Verfahren der nachhaltigen Objekt- und Texterschließung, digitalen Edition, räumlichen Analyse, Visualisierung und Vermittlung antiker Kulturen stehen. 

Die Beiträge von sieben auswärtigen Vortragenden werden um zwei KU-interne Vorträge ergänzt. Die Vorträge stammen aus den Fachrichtungen Alte Geschichte, Alte Kirchengeschichte, Klassische Archäologie, Klassische Philologie.

Norbert Zimmermann (Deutsches Archäologisches Institut, Rom, Archäologe) arbeitet mit 3D-Laser¬scanning und Photogrammetrie und hat hochauflösende digitale 3D-Modelle der römischen Katakomben erstellt, die virtuelle Begehungen und präzise Analysen ohne physischen Eingriff ermöglichen. Auch die Malereien werden digital dokumentiert.

Seitdem vor 20 Jahren erstmals 3D-Laserscanning zur Dokumentation in römischen Katakomben eingesetzt wurde, hat sich die Technik rasant weiterentwickelt: was als Hilfsmittel zur schnellen Erstellung einfacher Grundrisspläne begann, ist mittlerweile ein hoch komplexes Arbeitstool eines ganzheitlichen Forschungsansatzes geworden: die schnelle und exakte 3D-Dokumentation gibt Zugriff auf die topographische Entwicklung der unterirdischen Gangsysteme, die Raummodelle der Gräber auf deren typologische Entwicklung, die digitale Bildanalyse erschließt bislang unsichtbar gebliebene Malereien, die Inschriften lassen sich erstmals im Raumkontext lesen, Volumenberechnungen des Aushubs öffnen einen neuen konkreten Zugang zu Fragen der Ökonomie – der Einsatz neuer Technologien hat die Forschung grundsätzlich verändert. Nicht zuletzt werden die unterirdischen Monumente erstmals umfänglich sicht- und virtuell betretbar. An ausgewählten Beispielen der aktuellen Forschungen sollen Methoden und Workflows des Einsatzes digitaler Verfahren vorgestellt werden, zudem verbunden mit einem virtuellen Besuch der römischen Unterwelt.

Die Teilnahme ist in Präsenz oder online via Zoom möglich.
Zoom-Zugangsdaten per Mail unter:
altertumswissenschaften@ku.de