Preis der Eichstätter Universitätsgesellschaft

für die beste Habilitation

 Dr. Dr. habil. Klaus Viertbauer

Im Rahmen des Habilitationsprojekts „Im Bann des Bösen: Von der metaphysischen zur existentiellen Deutung einer Schlüsselkategorie“ unterzieht Dr. Dr. habil. Klaus Viertbauer den Begriff des Bösen einer grundlegenden Neubestimmung. Ausgangspunkt ist die These, dass metaphysische Zugänge – insbesondere im Kontext der analytischen Religionsphilosophie – zu einer semantischen Verzerrung führen. Dieser stellt Viertbauer eine normative, relationale Lesart gegenüber, in der er das Böse als existentiellen Modus menschlicher Selbst- und Weltverhältnisse profiliert. Begleitet wurde das Projekt durch das Fachmentorat von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ingolf U. Dalferth (Claremont Graduate University), Prof. Dr. Martin Kirschner und Prof. Dr. Markus Riedenauer (beide KU). Externer Gutachter war Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Manfred Frank (Universität Tübingen), der die Arbeit als „ausgesprochen geschickt und fasslich geschrieben“ würdigt und ihre Fähigkeit hervorhebt, komplexe Argumentationen „nachvollziehbar“ zu entfalten und dabei „meisterlich“ den Überblick zu wahren.

Im Zentrum der Analyse steht die These, dass gängige Deutungen des Bösen dessen begriffliche Struktur verzerren, weil sie es in metaphysischen Erklärungsmodellen fixieren und dadurch seine existentielle Qualität verfehlen. Demgegenüber entwickelt Viertbauer eine strikt relationale Konzeption, die das Böse nicht als ontologische Größe, sondern als Modus gestörter Selbst-, Fremd- und Gottesbeziehungen versteht und konsequent aus der Perspektive des erlebenden Subjekts erschließt. Wie Ingolf U. Dalferth in seinem Gutachten hervorhebt, zeichnet sich die Untersuchung durch eine „klare Gesamtkonzeption“ aus, die das Problem „theoretisch, praktisch und existenziell in den Blick fasst“ und zu einem pointierten Ergebnis führt.

Klaus Viertbauer studierte Philosophie, Katholische Theologie und Religionspädagogik in Salzburg und Wien. 2015 wurde er mit einer Kierkegaard-Studie promoviert, 2021 folgte eine zweite Dissertation zu Habermas. Seine Habilitationsschrift erscheint als Band 94 in der Reihe „Ratio Fidei“ im Verlag Friedrich Pustet. Neben drei Monografien ist er Autor von rund 20 Herausgeberschaften sowie über 50 Fachartikeln. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Melbourne, Orlando, New York und Washington D.C. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Religionsphilosophie und Systematischen Theologie. Nach Stationen in Linz, Innsbruck und Eichstätt wurde er 2025 zum Akademischen Rat auf Lebenszeit an der Pädagogischen Hochschule Weingarten ernannt.

Der Stifter: Die Eichstätter Universitätsgesellschaft e.V.

Andreas Steppberger, Vorsitzender der Eichstätter Universitätsgesellschaft
Andreas Steppberger, Vorsitzender der Eichstätter Universitätsgesellschaft

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Als gemeinnütziger Verein unterstützen wir die Universität ideell und materiell. Im Umfeld einer Universität gibt es immer wieder Aufgaben und Projekte, die aus universitären Haushaltsmitteln nicht oder nur zum Teil finanziert werden können. Hier will die Universitätsgesellschaft tätig werden. Wir unterstützen Projekte aller Fachrichtungen, die die Reputation der Universität stärken und ihre Profilierung schärfen. Die Förderung des akademischen Nachwuchses ist uns ein besonderes Anliegen.

Mit dem Preis der Eichstätter Universitätsgesellschaft möchten wir jährlich herausragende Leistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität in Dissertation bzw. Habilitation in besonderer Weise würdigen und in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Gleichzeitig sollen die Preisträgerinnen und Preisträger durch die Auszeichnung auf Ihrem Weg bestärkt werden.