Die ausgezeichnete Arbeit von Annkathrin Dilly mit dem Titel „Embodied experience of fear – An empirical study on female specific safety in urban landscapes by the example of the city of Nuremberg“ widmet sich der Wahrnehmung situativer Sicherheit in städtischen Räumen. Betreut wurde die Masterarbeit von Prof. Dr. Monika Bachinger. Im Fokus stehen Unsicherheit, Unbehagen, Fluchtimpulse und physiologische Stressreaktionen bei Frauen im städtischen Kontext. Transformationsprozesse im öffentlichen Raum induzieren einen hohen Anpassungsdruck für Kommunen und Stadtplanung. In diesem Kontext wird evident, dass Fragen der räumlichen Umgestaltung nicht losgelöst von Fragen der subjektiven Sicherheit betrachtet werden können. Insbesondere für vulnerable Gruppen beeinflusst die Wahrnehmung von Unsicherheit das unmittelbare Erleben von Stadträumen.
Der methodische Ansatz ist interdisziplinär und experimentell: Annkathrin Dilly führte eine Feldstudie durch, in der die subjektiven Empfindungen der Studienteilnehmerinnen (erhoben mittels Fragebogen) und die objektiven körperlichen Reaktionen (Stressmessungen) unter realen Bedingungen abends in Nürnberg systematisch erfasst und in Beziehung gesetzt wurden, mit dem Ziel Zusammenhänge darzustellen.
Die Studie gelangt zu dem Schluss, dass das Phänomen der urbanen Unsicherheit eine multidimensionale und körperliche Natur besitzt. Es konnte festgestellt werden, dass Frauen Angsträume nicht nur subjektiv als unangenehm oder bedrohlich erleben, sondern in bestimmten Situationen auch messbare physiologische Reaktionen zeigen. Von Relevanz sind dabei Sauberkeit, soziale Präsenz und akustische Reize. Die Studie macht deutlich, dass Angsträume nicht allein über Kriminalitätsstatistiken oder traditionelle Sicherheitsindikatoren interpretiert werden können. Vielmehr bedarf es interdisziplinärer, ortsspezifischer und geschlechtersensibler Ansätze, die räumliche, soziale, individuelle und körperliche Dimensionen gleichermaßen berücksichtigen. Die Masterarbeit leistet einen signifikanten Beitrag zur feministischen Stadtforschung und bietet eine empirische Grundlage für stadtplanerische Maßnahmen, um öffentliche Räume sicherer und inklusiver zu gestalten.
Nach Abschluss ihrer Ausbildung und mehrjähriger Tätigkeit als Köchin absolvierte Annkathrin Dilly ein Bachelorstudium in Tourismusmanagement an der Technischen Hochschule Deggendorf. Für den Erwerb des Masters in Tourismus und nachhaltiger Regionalentwicklung nahm sie ein Studium an der KU auf. An der Universität Oulu in Finnland erlangte sie zudem ihren Abschluss in
Tourism Geographies.
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