Das „Geländepraktikum für Fortgeschrittene“ im Bachelorstudiengang Geographie bietet eine fundierte Methodenausbildung in einer motivierenden Lernumgebung. Durchgeführt auf der Mittelmeerinsel Elba überbrückt es die Lücke zwischen Theorie und Praxis, stärkt wissenschaftliches Arbeiten und bereitet gezielt auf Berufsfelder in Forschung und Wirtschaft vor.
Zu dem Geländepraktikum im 6. Semester, das seit 16 Jahren immer im April durchgeführt wird, gehören vier Feldtage und die anschließende Auswertung im Geopool. Inhaltlich an der Physischen Geographie orientiert, trainiert es moderne Vermessungs- und Analyseverfahren: differenzielles GPS (satellitengestützte Positionsbestimmung), Drohnen‑Photogrammetrie (Luftbilder zu 3D‑Modellen), terrestrisches Laserscanning (präzise Vermessung per Laserpunktwolken) und Tachymetrie (Winkel‑ und Distanzmessung mit elektronischer Totalstation). Diese Techniken werden mit klassischen Methoden wie analoger Kartierung, Korngrößenmessungen und einfachen Bodentests verknüpft.
An mehreren Stationen bearbeiten die Studierenden zentrale Fragestellungen: Auf Granitflächen kartieren sie die Kristallzusammensetzung, simulieren eine Befliegung auf kleinen Parzellen und ergänzen dies durch Temperaturmessungen. In einer renaturierten Eisenerzmine erfassen sie Erosion mit Drohne und Laserscanner und ordnen Veränderungen durch den Vergleich mit Vorjahresdaten zeitlich ein. An der Küste untersuchen sie Strandterrassen und Geröllgrößen entlang von Transsekten (Messlinien quer zum Geländeprofil) und gleichen manuelle mit digital ermittelten Ergebnissen ab. Ein hochgelegener Standort im Inselinneren dient dazu, die Methoden auf die Vegetation zu übertragen, etwa zur Bestimmung von Flechtenarten.
Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen, organisieren Erhebung und Auswertung selbst und verfassen einen Abschlussbericht – eine Generalprobe für die Bachelorarbeit. Elba bietet dafür eine außergewöhnliche geologische Vielfalt. Die Anreise und Unterbringung fördern den Zusammenhalt und die Lernmotivation. Entwickelt und verantwortet wird das Format von Dr. Manuel Stark, Georgia Kahlenberg und Prof. Dr. Florian Haas; zeitweise war Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette beteiligt.
Die didaktische Konzeption lehnt sich an das Leitbild der KU an, indem es „Bildung diskursiv“ verwirklicht: Lehrende agieren als Coaches, die den Selbstlernprozess der Studierenden durch eine Mischung aus Präsenzformaten und digitalen Lehrmethoden unterstützen. Interne Coaches und internationale Gastdozierende machen „Bildung persönlich“ erlebbar. Die Lernplattform IILIAS wird auf innovative Weise genutzt, indem dort der Betrieb von touristischen Einrichtungen simuliert wird. Das Format des Erasmus+ BIP stärkt den europäischen Gedanken und eignet sich ideal für das Aufgreifen gesellschaftlicher Herausforderungen. Das gemeinsame Erlebnis wird nicht zuletzt durch Aktivitäten wie Exkursionen, kreative Präsentationsformate und unvorhergesehene Herausforderungen bereichert – eine immersive Lernreise, in die die Studierenden eintauchen und transformativ herauswachsen. Durch diesen innovativen Ansatz macht die Lehrveranstaltung theoretische Ansätze praktisch erlebbar und stellt die Persönlichkeitsentwicklung in den Mittelpunkt.
Die LIGA Bank unterstützt schon seit vielen Jahren gerne die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, um für Studierende Deutschland-Stipendien zu finanzieren und um Preise für Gute Lehre zu vergeben.