Der Vortrag findet im Rahmen des Altertumswissenschaftlichen Forschungskolloquiums statt, ausgerichtet durch ATRIUM, dem Institut für Altertumswissenschaften an der KU. Die Fachvertreter der Alten Geschichte, Alten Kirchengeschichte, Klassischen Archäologie und Klassischen Philologie laden Kolleginnen und Kollegen ein, aus ihren aktuellen Forschungen zu berichten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Referentin: Prof. Dr. Annemarie Pilarski (Paderborn)
Aus der Periode des toledanischen Wisigotenreiches auf der iberischen Halbinsel ist nur ein schmales poetisches Corpus erhalten. Unter den wenigen Werken, die dabei einem konkreten Autor zugewiesen werden können, sticht besonders das Oeuvre des Eugenius von Toledo hervor: die 102 im Libellus Carminum gesammelten Gedichte. Einige poetologische Hinweise aus seinem Werk legen nahe, dass Eugenius das Potential der Poesie zu erkunden sucht, zu einem Medium spiritueller Praxis, aber auch der allgemeinen Lebensbewältigung zu werden. Diese These soll am Beispiel des Umgangs mit Tod und Sterblichkeit innerhalb des Libellus Carminum und vor dem Hintergrund theologisch-spiritueller Diskurse der Zeit überprüft werden.