Der Vortrag findet im Rahmen des Altertumswissenschaftlichen Forschungskolloquiums statt, ausgerichtet durch ATRIUM, dem Institut für Altertumswissenschaften an der KU. Die Fachvertreter der Alten Geschichte, Alten Kirchengeschichte, Klassischen Archäologie und Klassischen Philologie laden Kolleginnen und Kollegen ein, aus ihren aktuellen Forschungen zu berichten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Referent: Prof. Dr. Raimon Graells i Fabregat (San Vicente del Raspeig)
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Seit 2020 erforscht der Vortragende mit einem Team drei Brandbestattungsnekropolen des 8.–5. Jh. v. Chr. an den Randzonen des País Valencià (an der Küste und im Hinterland der östlichen Iberischen Halbinsel). Drei Nekropolen, die zeitgleich drei unterschiedliche Prozesse sozialer Strukturierung sichtbar machen: In einer zeigen sich orientalisierend geprägte Formen sozialer Herausbildung zur Festigung neuer Machtstrukturen; in einer anderen eine fließende Transformation vom phönizischen Einfluß hin zu einer eigenständigen lokalen Kultur; in der dritten schließlich eine bewaffnete Reaktion auf mediterrane Instabilität, die interne Konkurrenz um Macht fördert.
Die Ergebnisse verdeutlichen die gleichzeitige Existenz unterschiedlicher Bestattungstraditionen, entstanden aus vielfältigen kulturellen Kontakten. Bemerkenswert ist, daß diese Vielfalt trotz intensiver Austauschnetze bestehen bleibt. In allen Regionen wird ein ausgeprägter Konservatismus sichtbar, der die kulturelle Vielfalt und Fragmentierung der vorrömischen Iberia bis ins 5. Jh. v. Chr. prägt (im Vorfeld der sogenannten „iberischen