Zwischen Tradition und Innovation. Strabons Beschreibung der iberischen Halbinsel

Altertumswissenschaftliches Kolloquium / SoSe 2026

Die iberische Halbinsel in Geschichte, Archäologie und Literatur

Der Vortrag findet im Rahmen des Altertumswissenschaftlichen Forschungskolloquiums statt, ausgerichtet durch ATRIUM, dem Institut für Altertumswissenschaften an der KU. Die Fachvertreter der Alten Geschichte, Alten Kirchengeschichte, Klassischen Archäologie und Klassischen Philologie laden Kolleginnen und Kollegen ein, aus ihren aktuellen Forschungen zu berichten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Referent: Prof. Dr. Julian Degen (Innsbruck) 

Strabon beginnt in seinem Monumentalwerk Geographika die Beschreibung des Mittelmeerraums mit der iberischen Halbinsel. Nach der vorherrschenden Gelehrtenmeinung stützt sich seine Darstellung auf die Schriften von Polybios, Poseidonios und Artemidor, denen er angeblich unkritisch gefolgt sei, was ihm den Ruf eines bloßen Kopisten eingebracht hat. Betrachtet man jedoch Strabons geographische Darstellung im Kontext ihrer größeren intellektuellen und politischen Zusammenhänge, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Seine Darstellung folgt der imperialen Repräsentation des frühen Prinzipats, das die grundlegenden Prinzipien seines geographischen Narrativs vorgibt.