Andere Wissenschaftsförderer (Auswahl)

Teilhabe trotz Duldung?! Kommunale Gestaltungsräume für geduldete Jugendliche und junge Erwachsene – wo kommts rein?

Antragstellerin:
Prof. Dr. Karin Scherschel (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät; Lehrstuhl für Flucht- und Migrationsforschung)

Kooperationspartner:
Hochschule Düsseldorf; Hochschule Fulda

Beschreibung:
Das Projekt analysiert in sechs Kommunen die Teilhabebedingungen junger Geduldeter mit besonderem Fokus auf die Bereiche Bildung und Beruf im Horizont unterschiedlicher Stadt- und Landespolitiken. Ausgangspunkt ist, dass eine Vielzahl an beteiligten lokalen Akteurinnen und Akteuren aus Wohlfahrtsverbänden, NGOs, Sozialer Arbeit, sozialen Bewegungen und migrantischen Selbstorganisationen Einfluss auf die lokalen Integrationsbedingungen der geduldeten Personen nehmen. Bildung, der Zugang zum Arbeitsmarkt und die Ausbildungsduldung sind wiederum zentrale Schlüssel, die soziale Teilhabe ermöglichen und darüber hinaus die Verfestigung des Aufenthaltes beeinflussen. Die Ebenen der Stadtpolitik, der Stadtverwaltung und der NGOs sind für das Untersuchungsfeld zentral. Das Projekt ist Teil eines größeren Verbundvorhabens.

Förderer:
Mercator Stiftung

Laufzeit:
2021 - 2023

Projektwebseite:
https://www.ku.de/forschung/forschungsinfrastruktur/forschende-institutionen/zentrum-flucht-und-migration/forschung/forschungsprojekte/teilhabe-trotz-duldung

Hidden.Ice

Antragsteller:
Dr. Florian Haas (Mathematisch-Geografische Fakultät; Lehrstuhl für Physische Geographie)

Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Michael Becht und Apl. Prof. Dr. Tobias Heckmann (Mathematisch-Geographische Fakultät; Lehrstuhl für Physische Geographie)

Kooperationspartner:
Institut für Gebirgsforschung der ÖAW (Gesamtkoordination), Österreich; Universität für Bodenkultur, Wien, Österreich;
Universität Innsbruck, Österreich; Environmental Earth Observation IT GmbH, Innsbruck, Österreich

Beschreibung:
Das Hidden.Ice-Projekt ist Teil eines Verbundprojektes, das im Forschungsprogramm „Earth System Sciences“ (ESS) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) angesiedelt ist. Im Rahmen des Hidden.Ice- Projekts werden das Wechselspiel von hoher Sedimentverfügbarkeit und starker Gletscherschmelze in der Übergangszone von Gletschereis zu proglazialen Gebieten an Gletschern in Österreich untersucht. Der Titel „Hidden.Ice“ verweist auf die Besonderheiten im Verhalten von Gletschern, deren Zungen schuttbedeckt sind und deshalb z.B. nicht so schnell abschmelzen wie nicht schuttbedeckte Eismassen. Neben einer österreichweiten Kartierung von Gletschern, die aktuell oder in der Vergangenheit durch ein überproportional hohes Sedimentaufkommen gekennzeichnet waren, soll auch eine detaillierte zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Studie zur Ablagerung und Remobilisierung von Sedimenten durch fluvialen Transport am Jamtalferner/Silvretta Rückschlüsse darauf geben, was mit den Sedimenten geschieht. Dabei werden die Ergebnisse einer hydraulischen Modellierung der potentiellen Transportkapazität von Sedimenten in Gletscherflüssen, einer Analyse der Korngrößenverteilung auf der Gletscheroberfläche und im proglazialen Bereich sowie von Berechnungen der Volumenänderungen der Sedimentkörper auf Basis von drohnenbasierter Photogrammetrie und von Airborne Laserscanning miteinander verbunden. Über die Rekonstruktion der historischen Entwicklungen des Gletscherbaches des Jamtalferners aus historischen Karten, Schriften und Bildern sollen diese aktuellen Daten zusätzlich abgesichert werden. Schwerpunkt der Arbeiten an der KU werden die Drohnenaufnahmen und die 3D Laserscanning Aufnahmen mit dem Helikopter sowie deren Auswertung und Analyse sein.

Förderer:
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)

Laufzeit:
2019 - 2022

Projektwebseite:
https://www.mountainresearch.at/HiddenIce/

Fordoc:
fordoc.ku-eichstaett.de/2691/

Towards a “dancing theology”: an exploration of dance as a Christian form of art

Antragstellerin:
Dr. Riyako Hikota (Theologische Fakultät; Lehrstuhl Theologie in Transformation)

Beschreibung:
In der Geschichte des „europäischen“ Christentums wurde die Kunst des Tanzes lange vernachlässigt, ja sogar verleugnet. Die Einstellung des Christentums zum Tanz ist tief mit seiner ambivalenten Haltung gegenüber dem Körper, insbesondere dem weiblichen Körper, verbunden. Ekstatische Körperbewegungen, die mit mystischen, spirituellen Erfahrungen verbunden sind, wurden lange Zeit als Versuchung zur Sünde angesehen. In jüngster Zeit haben jedoch feministische und postkoloniale Theologinnen auf die Bedeutung des Körpers in der Theologie aufmerksam gemacht, was eine neue Grundlage für die Erforschung des Bezugs zwischen Christentum und Tanz bietet. In diesem Kontext versucht das Projekt, die Relevanz und Bedeutung des Tanzes innerhalb des „ursprünglichen“ Kerns des Christentums selbst zu finden: der Lehre von der Inkarnation und dem dreieinigen Gott. Ausgehend von einer philosophisch-theologischen Auseinandersetzung mit Nietzsche, der erklärte: „Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde“, des theologischen Konzepts des „Dreieinigen Gottes als Tanz“ und der theologischen Analogie der Schönheit zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung wird Tanz als eine Form christlicher Kunst vorgestellt. Dieses Projekt zielt somit darauf, vereinfachende Dichotomien zwischen dem Säkularen und dem Sakralen, dem Körper und dem Geist, dem Äußeren und dem Inneren und sogar dem Europäischen und dem Außereuropäischen zu überwinden.

Förderer:
VolkswagenStiftung in der Initiative „Originalitätsverdacht?“ Neue Optionen für die Geistes- und Kulturwissenschaften

Laufzeit:
2020 - 2023

Projektwebseite:
http://portal.volkswagenstiftung.de/search/projectDetails.do?ref=98356

RuneS - Runische Schriftlichkeit in den germanischen Sprachen Runische Schriftlichkeit in den germanischen Sprachen

Antragstellerin:
Dr. Kerstin Kazzazi (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät; Mitarbeiterin am Lehrstuhl für englische Sprachwissenschaft)

Kooperationspartner:
Ludwig-Maximilians-Universität München

Beschreibung:
Das Projekt widmet sich der Erforschung des ältesten eigenständig entwickelten Schriftsystems innerhalb der germanischen Sprachen, der Runenschrift. Ziel ist es, die in verschiedenen Runenreihen abgefassten historischen Texte überregional und zeitlich umfassend in ihrem kultur- und sozio-historischen Kontext zu untersuchen (Untersuchungszeitraum: ca. 100-1500 n. Chr.). Das Forschungsprojekt zeichnet sich auch dadurch aus, dass es die Runenschrift unter dem Blickpunkt eines Systems betrachtet, das sich über Jahrhunderte hinweg in unterschiedlicher Weise entwickelt hat und verschiedene kommunikative Funktionen innerhalb der historischen Gesellschaften übernahm. Die Arbeit ist in zwei Forschungsabschnitte gegliedert: Das erste Modul, die Runische Graphematik, widmet sich der Frage nach der Umsetzung von Lauten in Schriftzeichen. Im zweiten Forschungsmodul, der Runischen Textgrammatik und Pragmatik, steht die Frage nach der Form und den kommunikativen Funktionen der runischen Texte und nach deren Wandel im Mittelpunkt. Ein Ziel der Untersuchungen ist es, eine runische Texttypologie zu entwickeln. Dabei wird das gesamte Runendenkmal – das beschriftete Objekt selbst, der darauf angebrachte Text bzw. die Texte, begleitende Bildelemente und Ornamente, die besondere Anordnung all dieser Zeichen auf dem Zeichenträger und der Überlieferungskontext des Runendenkmals – im Zusammenhang gesehen und bei der Bestimmung der gesellschaftlichen Funktion dieses Schriftzeugnisses zugrunde gelegt. Auf diese Weise soll eine Geschichte der runischen Schriftlichkeit entstehen, die ein klares Bild der Funktion dieser Schrift in den unterschiedlichen Kulturen ergibt.

Förderer:
Akademienprogramm der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften

Laufzeit:
2010 - 2025

Projektwebseite:
https://www.runesdb.de

Fordoc:
fordoc.ku.de/id/eprint/785/

GreenCare: Natur und Gesundheit. Evaluation einer achtsamkeitsbasierten, naturgestützten Intervention

Antragstellerin:
Prof. Dr. Elisabeth Kals (Philosophisch-Pädagogische Fakultät; Professur für Sozial- und Organisationspsychologie)

Beschreibung:
Das Projekt „GreenCare: Natur und Gesundheit“, welches in den beiden bayerischen UNESCO-Biosphärenreservaten Berchtesgadener Land und Rhön durchgeführt wird, verfolgt das Ziel, die psychische Gesundheit von Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen durch achtsamkeitsbasierte, naturgestützte Interventionen zu fördern. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Evaluationsteam der Sozial- und Organisationspsychologie unter Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Kals und PD Dr. Markus Müller. In der über dreieinhalbjährigen Projektlaufzeit wird die Wirksamkeit dieser Interventionen auf die psychische Gesundheit und die naturbezogenen Haltungen der Teilnehmenden evaluiert.

Förderer:
Regierung von Unterfranken, Bayerische Verwaltungsstelle UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Laufzeit:
2019 - 2023

Fordoc:
fordoc.ku.de/id/eprint/2734/