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Innovationsfonds der KU stärkt regionale Zusammenarbeit

Innovationsfonds
Noch vor Beginn der Pandemie starteten bereits im vergangenen Jahr die Gespräche mit Partnerinstitutionen in der Region zu Projektideen, die am Innovationsfonds von "Mensch in Bewegung" partizipieren.

Mit einer Gesamtsumme von rund 180.000 Euro fördert ein neuer Innovationsfonds Kooperationsprojekte zwischen der KU und verschiedenen Partnerorganisationen in der Region. Auflegt worden ist diese Form der Förderung im Rahmen des Projektes „Mensch in Bewegung“. Die geförderten Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass Forschende der KU fachliche Impulse in Partnerorganisationen wie etwa die Neurologische Rehabilitationsklinik in Kipfenberg, die Betriebskrankenkasse Audi BKK, in Schulen der Region oder die Stadtbücherei in Eichstätt geben. Die enge Zusammenarbeit trägt gleichzeitig dazu bei, Wissen und Erfahrungen aus der gesellschaftlichen Praxis wiederum in Forschung und Lehre mit aufzunehmen. 

„Unser Ziel als Universitätsleitung ist es, an der KU eine lebendige und vielfältige Kooperationskultur zu etablieren, die durch Offenheit und Begeisterung für die Zusammenarbeit mit externen Partnerorganisationen geprägt ist,“ erläutert Jens Hogreve, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der KU. „Zugleich möchten wir die Bereitschaft fördern, sich auf Themen einzulassen, die von außen an die Universität herangetragen werden – um auf diese Weise einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten.“

Die ersten vier geförderten Projekte setzten dazu bei aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen an. Mit dem „Schanzer Pluspunkt“ wird ein Verbundprojekt des Lehrstuhls für Sozialpädagogik mit dem FC Ingolstadt, der Audi BKK und dem „Gesundheitsnetzwerk Leben“ zur Prävention und Gesundheitsförderung in der Region 10 gefördert. Im Rahmen einer gesundheitspädagogischen Projektreihe von Lehrstuhlmitarbeiterin Teresa Loichen werden wissenschaftstheoretische und fachpraktische Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vor Ort können die Teilnehmer diese in der Anwendung selbst ausprobieren. Experten unterschiedlichster Disziplinen und Institutionen stehen zu den Themen Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf, Sucht, Suizidprävention, Ernährung und Work-Life-Balance beratend zur Seite.  

Das von Professorin Dr. Ina Brendel-Perpina, Lehrstuhl für Deutschdidaktik an der KU, gemeinsam mit der Bücherei der Stadt Eichstätt und des St. Michaelbundes beantragte Projekt „boys & books“ geht von der Erkenntnis aus, dass Jungen ab dem Grundschulalter oftmals über eine geringere Lesekompetenz verfügen als gleichaltrige Mädchen. Um der Bildungsbenachteiligung von Jungen entgegenzuwirken, gehen die Kooperationspartner neue Wege bei der Leseförderung. Auf der Basis der Leseempfehlungen der Plattform www.boysandbooks.de unterstützen Studierende unter Anleitung von Dominik Achtermeier eine Jungenlesegruppe, die für ihre Peergroup populäre Bücher auswählt, bespricht und diese medial präsentiert.  Langfristiges Ziel der Initiative ist die Einrichtung und Etablierung eines Eichstätter Jungen-Literaturpreises.

Das Projekt „Sprachförderung für gesellschaftliche Teilhabe“ von Professorin Dr. Tanja Rinker zielt darauf, die Sprachkompetenz sowohl von Vorschulkindern als auch Pflegepersonen zu verbessern, die Deutsch nicht als Erstsprache erworben haben. Gleichzeitig soll dabei die Ausbildung von Lehrpersonal in anderen Kontexten als dem gewöhnlichen Schulumfeld erprobt werden. Ausgangspunkt des Projektes ist die zunehmende Nachfrage an sprachlich gut ausgebildetem Pflegepersonal in der Region. Zugleich zeigt sich in der Region ein deutlicher Integrationsbedarf bei Vorschulkindern. Durch das Projekt sollen die gesellschaftliche Teilhabe und die Lebensqualität der Kinder, aber auch der beruflich in der Pflege tätigen Personen verbessert werden. Kooperationspartner sind die VAMED-Klinik in Kipfenberg und der Eichstätter Clara-Staiger-Kindergarten. Professorin Rinker hat an der KU die Professur für Deutsch als Fremdsprache/Didaktik des Deutschen als Zweitsprache inne.

Das vierte Projekt „iLab“ beschäftigt sich mit dem Informationsbegriff in Naturwissenschaft und Technik. Informationen über die DNA oder Vorgänge zur Gewinnung, zum Austausch sowie zur Speicherung von Daten – zum Beispiel in der Robotik – prägen das Leben jedes einzelnen Menschen. Ziel von „iLab“ ist die schrittweise Konzeption und Umsetzung einer innovativen Lehr-Lern-Umgebung, die solche Vorgänge in ihren Grundprinzipien erfahrbar machen soll. Hierzu entsteht eine Reihe von medial unterstützten und didaktisch erschlossenen Lern- und Explorationsstationen. In Kooperation mit regionalen (Bildungs-) Partnern soll so ein attraktives Bildungsangebot für den naturwissenschaftlich-technischen Bereich entstehen, das nicht nur Studierenden an der KU, sondern einer breiten Öffentlichkeit in der Region zugänglich ist. Das von Dr. Petra Hiebl und Dr. Michael Köck geleitete Projekt entsteht in enger Kooperation mit den KU-Kollegen Dr. Maximiliane Schumm und Christian Neumair. Damit verbinden sich Kompetenzen aus den Bereichen Grundschulpädagogik, Arbeitslehre und Wirtschaftsdidaktik, sowie Didaktik der Biologie bzw. Mathematik.

Die Antragstellung für die vier geförderten Projekte erfolgte zweistufig: Zunächst waren alle Angehörigen der KU aufgerufen, Projektskizzen in einem hochschulinternen Wettbewerb einzureichen. Die eingereichten Skizzen wurden durch Gutachterinnen und Gutachter bewertet und konnten anschließend noch einmal ausgearbeitet werden. Berücksichtigt wurde bei der Bewertung unter anderem, welchen Mehrwert die Projekte für die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklung in der Region stiften. Endgültig entschieden wurde über die Projekte seitens der Hochschulleitung im Januar 2020. Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase und Verzögerungen durch die Corona-Pandemie konnten die Projekte nun starten.

Die Katholische Universität versteht sich als engagierte Universität, die ihre gesellschaftliche Verantwortung u.a. durch die aktive Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in der Region wahrnimmt. Durch den Innovationsfonds wird es möglich, dass sich die KU noch stärker in der Region vernetzt und als Impulsgeberin für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft agiert. „Die geförderten Projekte tragen dazu bei, die Universität weiter zu öffnen. Perspektivisch können wir unser Kooperations-Netzwerk dadurch stetig erweitern,“ erläutert Stefan Raich, Koordinator des KU-Innovationsfonds.

Informationen zum Projekt „Mensch in Bewegung“

„Mensch in Bewegung“ ist ein gemeinsames Projekt der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Technischen Hochschule Ingolstadt. Mit Partnern aus Wirtschaft, Politik, und Zivilgesellschaft bauen die Hochschulen ein regionales Netzwerk für den Wissensaustausch in den Themenfeldern innovative Mobilität, digitale Transformation, nachhaltige Entwicklung und bürgerschaftliches Engagement auf. Das Projekt wird im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Bayern mit rund 15 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert. Weitere Information unter www.mensch-in-bewegung.info.