“Ich bin bösartig, weil ich unglücklich bin.” (das Geschöpf)
In Mary Shelleys Roman Frankenstein (1818) beginnt Victor Frankensteins Suche nach Wissen an der Universität Ingolstadt. Die Stadt wird darin zum Schauplatz einer der einflussreichsten Erzählungen über Schöpfung, Verantwortung und die Folgen menschlichen Erkenntnisstrebens. Mehr als zweihundert Jahre später greift die KU Eichstätt-Ingolstadt diese Fragen neu auf - dort, wo die Geschichte ihren Anfang nahm.
Die Frankenstein-Ringvorlesung der KU bringt Forschende aus verschiedenen Disziplinen, Kulturschaffende und Praktiker:innen zusammen. Im Sommersemester 2026 fragen wir, welche Vorstellungen, Hoffnungen und Ängste die heutige Debatte über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägen und welche Rolle dabei Narrative, Bilder und Mythen spielen, die bis zu Mary Shelley und darüber hinaus zurückreichen. So entsteht eine Geschichte der Zukunft der KI: eine Erkundung der Ideen, die unser Verhältnis zu den Dingen bestimmen, die wir erschaffen.
Die Ringvorlesung findet im historischen Georgianum in Ingolstadt statt und damit in den Gebäuden der 1472 gegründeten bayerischen Landesuniversität, an der auch der fiktive Victor Frankenstein studiert hat. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Alle Termine, Themen und Referent:innen finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.
Im Oktober 2026 veranstalten wir unter dem Titel „FrankenstAIn” eine internationale wissenschaftliche Konferenz, für die renommierte Forschende nach Ingolstadt kommen werden. Konferenz und Ringvorlesung werden vom Frankenstein-Labor der KU organisiert. Das Labor ist in der historischen Hohen Schule beheimatet. Dort werden Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Philosophie, Literatur und Kulturgeschichte in Hinblick auf Künstliche Intelligenz und Digitalisierung durchgeführt. Wir fragen: Was bedeutet es, etwas zu erschaffen, das eine eigene Dynamik entwickelt? Welche Verantwortung tragen Wissenschaft und Gesellschaft, wenn sich Technologien unserer Kontrolle zu entziehen scheinen?
Für ihren Zukunftscampus nutzt die KU heute wieder die historischen Gebäude der alten Universität: die Hohe Schule und das Georgianum. Mit Forschungsprojekten und Veranstaltungen zu Frankenstein und KI knüpfen wir genau an dieser Stätte an eine lange Geschichte des Strebens nach Erkenntnis an. Eine Geschichte, die auch durch den Missbrauch von Wissen geprägt ist. Wir eröffnen einen Raum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander ins Gespräch treten.
Wir laden Sie herzlich ein, an diesem Gespräch teilzunehmen. Besuchen Sie unsere Veranstaltungen in Ingolstadt, entdecken Sie unser Labor oder schreiben Sie uns eine E-Mail an frankenstein@ku.de.