Dreams of Antiquity 2.0: Bibliographische Online-Datenbank zu Träumen und Visionen in der Antike
Zum 1. Oktober 2020 ist die Online-Datenbank „Dreams of Antiquity“ (DoA) in eine neue Umgebung migriert. Dank der Zusammenarbeit mit der EDV-Abteilung der Universitätsbibliothek an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt kann dafür die Plattform EPrints genutzt werden: https://dreamsofantiquity.ku.de/
DoA 2.0 verfügt damit über eine neue Suchoberfläche und neue, zeitgemäße Recherchemöglichkeiten in fast 7.000 Titeln; die Suche mit einem differenzierten Thesaurus, bei der z.B. antike Autoren mit Spezifika zu Träumen und Visionen (Alptraum; Auftragstraum; Herrschertraum, -vision; Himmelserscheinung; Inkubation; Jenseitsreise; Orakeltraum; Tagesrest; Traumdeuter; Traumterminologie; Traumtheorie; Wachvision) kombiniert werden können, steht unverändert zur Verfügung.
DoA 2.0 verfolgt das Ziel, auch entlegen publizierte Literatur zu Träumen und Visionen in der griechisch-römischen Antike und deren Rezeption für die weitere wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung zu stellen
Wissenschaftliches Netzwerk „Der hellenistische König als Idealherrscher?"
Das gemeinsam mit Stefan Pfeiffer (Universität Halle-Wittenberg) geleitete und von der DFG geförderte Netzwerk verfolgt eine einfache, für die Epoche des Hellenismus gleichwohl zentrale Fragestellung: Was macht einen guten Herrscher aus? Sie ist alles andere als neu, aber die Forschung der letzten Jahrzehnte scheint festgefahren zu sein: Die Hauptschwierigkeit besteht darin, Äußerungen der zahlreichen Akteure – die Könige selbst, die Höfe, die Städte, die Intellektuellen, die heterogene Bevölkerung der verschiedenen Reiche etc. – sachgerecht aufeinander zu beziehen. Vor allem ist zwischen externen Ansprüchen und Facetten der Selbstdarstellung zu unterscheiden. Der Neuansatz besteht darin, nicht nach Reichen oder Regionen, sondern nach Quellengruppen vorzugehen und auf deren Basis dann die dort thematisierten Facetten eines Idealherrschers herauszuarbeiten. Diese betreffen den König als Krieger/Sieger, als Garant von Frieden, Wohlstand und Reichtum, als Wohltäter, als Bauherr und Stifter, als Gott und (frommer) Mensch, als Rechtsschöpfer und -setzer, als akzeptiertes oder verstoßenes Mitglied einer Dynastie sowie als Sender und Empfänger von Kommunikation; dies gilt in gleicher Weise auch für die Königin als Akteurin. Die erwähnten Quellengruppen, die die Netzwerkmitglieder als Spezialisten behandeln, sind diejenigen der Historiographie, Archäologie, Dichtung und Philosophie sowie Inschriften, Papyri und Münzen. Die Ergebnisse werden in drei digitalen Workshops und zwei Tagungen nochmals von hinzugeladenen Experten bewertet und im Plenum des Netzwerks eingehend diskutiert. Vorgesehen ist eine Publikation der Ergebnisse in zwei Bänden.
Kulturgeschichte der Pilze in der Antike.
Pilze sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt, und zwar im Kontext von Ernährung, medizinischer Forschung und vor allem von (Wald)Ökologie. Viele Zusammenhänge verstehen wir noch gar nicht oder nur anfanghaft, aber bestimmte Wirkweisen scheinen – man denke nur an den Birkenporling und den Zunderschwamm, den ‚Ötzi‘ bei sich trug – schon lange bekannt gewesen zu sein. Dies führte zu der Frage, wie es um mykologisches Wissen sowie Anwendungskontexte in der Antike bestellt war, zumal nicht wirklich ein Forschungsstand dazu vorliegt. Auf den ersten Blick ergeben sich deutlich mehr Leerstellen als gesicherte Erkenntnisse, bei näherer Betrachtung treten jedoch z.T. erstaunliche Einsichten zutage. Dieses Themenfeld soll in einer Monographie neu erschlossen werden; dabei kommen auch die beträchtlichen Forschungspotentiale für eine Kulturgeschichte der Pilze zur Sprache.
Konsolidierung und Weiterentwicklung der Gnomon Bibliographischen Datenbank‘ (GBD).
Die Gnomon Bibliographische Datenbank (GBD), die von den althistorischen Lehrstühlen der Universitäten Augsburg und Eichstätt zusammen mit der Bayerischen Staatsbibliothek betrieben wird, ist mit über 864.000 Einträgen eines der umfänglichsten Datenbanksysteme für Fachliteratur in den gesamten Altertumswissenschaften einschließlich der fachspezifischen Wissenschaftsgeschichte. Sie verzeichnet Monographien, Sammelbände mit den enthaltenen Beiträgen, Zeitschriftenaufsätze, Rezensionen und Fachlexika aus dem Zeitraum in allen einschlägigen Wissenschaftssprachen, die mit Hilfe eines umfänglichen, multilingualen Thesaurus (derzeit ca. 25.000 Schlagworte) detailliert recherchierbar sind. Monographien sind zudem zumeist auch mit dem Normvokabular der Gemeinsamen Normdatei (GND) erschlossen. Die Erschließung von YouTube-Inhalten und Internetressourcen ist zur Zeit ein Alleinstellungsmerkmal der GBD. Im Rahmen des von der DFG geförderten Fachinformationsdienstes Altertumswissenschaften (FID) wurde die GBD 2016 in den B3Kat, den gemeinsamen Verbundkatalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB) und des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV), migriert. Weitere Förderphasen (aktuell bis 2027) erbrachten zahlreiche Verbesserungen, die unter www.gbd.digital verzeichnet sind.