Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Universitätsallee 1, Raum 125
85072 Eichstätt
mail: grischa.sutterer(at)ku.de
Anmeldung zur Sprechstunde im Sommersemester 2026
Sprechstundenstart: 22. April 2026
Vita
Bachelorstudium der Geschichtswissenschaft und Soziologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen
Masterstudium der Geschichtswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen
Praktikum beim Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam
Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung im internationalen Promotionskolleg „Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert“
Promotion am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Mannheim
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Akademischer Rat a. Z. am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Preise und Stipendien
Hugo-Preuß-Preis der Forschungsstelle Weimarer Republik e.V. und der Hugo-Preuß-Stiftung
Förderpreis für Militärgeschichte und Militärtechnikgeschichte
Promotions-Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung
Forschungsinteressen
Forschungsprojekte
Habilitation
Wächter der politischen Ordnung? Das Verhältnis von Justiz und Politik im Kaiserreich, der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik
Fragen der Politisierung des Rechts oder der Verrechtlichung der Politik stehen nicht erst seit Kurzem im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Recht zur normativen Sphäre, die in moderne Gesellschaften unabdingbar eingewoben ist. Diese Struktur trifft auf parallel entstehende, neuartige politische Ordnungsmodelle, welche sich über die Idee nationaler Souveränität aus sich selbst heraus begründen mussten. Die daraus resultierende Spannung zwischen juristischer Statik und politischer Dynamik bildet den Ausgangspunkt des Habilitationsprojekts. Mit einem Fokus auf das Kaiserreich, die Weimarer Republik und die frühe Bundesrepublik zeichnet das Forschungsvorhaben nach, wie sich rechtstheoretische Strömungen sowie die juristische Entscheidungsfindung zentraler nationaler Gerichte zur Problematik politischer Systemwechsel verhielten.
Promotion
Die Privatisierung des Krieges. Private Military Companies und die postimperiale Neuordnung der Welt“ (abgeschlossen)
Private Military Companies (PMCs) spielen seit den 1990er Jahren eine wesentliche Rolle in nahezu allen größeren Kriegen. Ihre globale Verbreitung wurde in der Forschung vielfach im Kontext von Entstaatlichungsprozessen und der Transformation organisierter Gewalt unter den Bedingungen der Globalisierung diskutiert. Die Geschichte dieses Gewaltakteurs reicht jedoch weiter zurück und ist eng mit der Dekolonisierung des britischen Empires verknüpft. Das Projekt untersucht die Entstehung der ersten Generation von PMCs zwischen der geostrategischen Neuorientierung des britischen Staates während der Dekolonisierung, damit verknüpften postimperialen militärischen Problemkonstellationen und der sich herausbildenden internationalen Ordnung des Kalten Krieges. Das Promotionsvorhaben leistet damit einen Beitrag zum Verständnis einer aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderung durch eine Problemgeschichte der Gegenwart.
Monografien
Die Privatisierung des Krieges. Private Military Companies und die postimperiale Neuordnung der Welt, Berlin 2024 (ausgezeichnet mit dem Förderpreis für Militärgeschichte und Militärtechnikgeschichte)
Rezension H-Soz-Kult: https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-151118
Rezension sehepunkte: https://www.sehepunkte.de/2025/11/39733.html
Rezension German Historical Institute London Bulletin: https://perspectivia.net/receive/pnet_mods_00007556
Ordnungsvorstellungen im deutschen Offizierskorps 1915–1923: Friedrich von Boetticher, Oskar von Niedermayer, Hans von Seeckt, Frankfurt am Main 2017 (ausgezeichnet mit dem Hugo Preuß-Preis der Forschungsstelle Weimarer Republik e.V. und der Hugo Preuß-Stiftung)
Aufsätze (Peer Review)
Private Military Companies zwischen Empire und Dekolonisierung. Eine neue Perspektive auf die Geschichte eines Gewaltakteurs. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 73 (2025), S. 637-665.
Wagner. Die historische Einordnung einer Private Military Company. In: Militär und Geschichte, Band 4 (2025), S. 84–103. Online abrufbar: https://www.portal-militaergeschichte.de/sutterer_wagner.
Aufsätze in Sammelbänden
Islamismus. In: Emmanuel Droit, Jan Hansen, Frank Reichherzer (Hrsg.): Den Kalten Krieg vermessen. Über Reichweite und Alternativen einer binären Ordnungsvorstellung, Berlin/Boston 2018
Rezensionen
Rezension zu: Spreier, Andreas: Kriegsgefangene oder Kriminelle? Internierungslager, Gericht und Gefängnis im Nordirlandkonflikt 1968–1981. Berlin 2024. In: H-Soz-Kult, 04.04.2025, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-143296.
Rezension zu: Shahar, Galili (Hrsg.): Deutsche Offiziere. Militarismus und die Akteure der Gewalt. Göttingen 2016. In: H-Soz-Kult, 14.11.2018, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-24632.
Rezension zu: Stahl, Daniel: Bedrohliches Geschäft. Waffenhandel und Völkerrecht in Zeiten imperialer Expansion, Berlin/Boston 2024. In: sehepunkte 26, 15.01.2026, https://www.sehepunkte.de/2026/01/40339.html.
Vorträge und Podiumsdiskussionen
„Die Gruppe Wagner. Die Geschichte einer Gewaltgemeinschaft“, Professur für Neuere und Neueste Geschichte und die Professur für Geschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, 28.04.2026
Podiumsdiskussion: „Zwischen Abschreckung und Moral – Rüstung im demokratischen Rechtsstaat“, School of Management, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, 21.04.2026
Vorträge „Charakteristiken von Dekolonisierungskonflikten“ und „“Who pays, wins“? Der Söldnerdiskurs und das Spektrum organisierter Gewalt während der Dekolonisierung“, Internationaler Workshop „Zwischen Imperium und „Neuen Kriegen“: Eine geschichtswissenschaftliche Einordnung der Dekolonisierungskonflikte, 23. und 24. März 2026
„Wächter der politischen Ordnung? Das Verhältnis von Justiz und Politik im Kaiserreich, der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik“, Gemeinsames Colloquium des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte sowie des Lehrstuhls für Zeitgeschichte der Universität Mannheim
„Ewigkeit und Ordnung. Eine Geschichte der antihistoristischen Revolution in Recht, Politik und Theologie“, Oberseminar der Professur für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie der Universität München, 10.11.2024
Podiumsdiskussion: „US Election Night“, Amerikanistik Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, 05.11.2024
Öffentlicher Vortrag „Private Military Companies. Die Problemgeschichte einer sicherheitspolitischen Herausforderung“, Förderverein des Historischen Instituts der Universität Mannheim, 16.05.2024
Öffentlicher Vortrag „Die historischen Wurzeln des Nah-Ost Konfliktes“, 03.11.2023, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, KU-Eichstätt-Ingolstadt
„Whitehall's Secret Army? Private Military Companies während der Dekolonisierung“, 62. Internationale Tagung für Militärgeschichte, 14.09.2023
„Der Special Air Service, Private Military Companies und der globale Kalte Krieg“, Berliner Kolleg Kalter Krieg am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin; Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 04.11.2021
Auswahl an Vorträgen zu „Private Military Companies und die Entstehung der postimperialen Ordnung“ 2018 bis 2021:
im Oberseminar der Neueren und Neuesten Geschichte der Universität Mannheim
im Forschungscolloquium des internationalen Promotionskollegs „Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert“
in den gemeinsamen Forschungscolloquien des Lehrstuhls der Neueren und Neuesten Geschichte der Universität Mannheim mit dem Lehrstuhl für die Geschichte Westeuropas der Universität Tübingen, dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Münster und dem Lehrstuhl für Wissensgeschichte der Universität Konstanz
„Generaloberst Hans von Seeckt und die deutsch-sowjetischen Beziehungen der 1920er Jahre“, Militär(s) in der Politik. Soldaten und politische Verantwortung in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert, Workshop des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Potsdam, 22.03.2018
Interviews
Ende des Zweiten Weltkriegs: Eichstätt und die letzten Kriegstage, in: Donaukurier, 04.05.2025