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Aktuelle Ausstellungen

In den »langen« 70ern veränderte sich der Alltag nachhaltig. Es entstand ein alternatives Milieu, dessen Ideen bis heute in die Gesellschaft hineinwirken. Unsere Ausstellung "Freiburg in den langen 70ern" erzählt über diese Zeit der »stillen Revolution« aus Freiburger Sicht und lädt ein zu fragen: Was wollen wir bewegen und wie wollen wir miteinander leben?

Anschrift: Uniseum Freiburg, Bertoldstraße 17, 79085 Freiburg im Breisgau

Wie aus Wissen und Erfahrung Könnerschaft entsteht, zeigt sich vor allem im Handwerk. Hier führt Könnerschaft sogar regelmäßig zu Innovationen. Die Ausstellung veranschaulicht das an zwei Beispielen: dem modernen Orgelbau und dem nachhaltigen Bauen mit Lehm. Besucherinnen und Besucher können sich davon vor Ort überzeugen. In dem mittelalterlichen Fachwerkhaus erzählen nicht nur die Wände von jahrhundertealtem Erfahrungswissen und seinem Nutzen für die Gegenwart, auch eine eigens gebaute Orgel bringt den Ausstellungsraum im wahrsten Sinne des Wortes zum Klingen.

Günter-Grass-Archiv-Haus
Düstere Straße 6
Göttingen

Der Blick von oben schuf seit Spelterini Wissen über Landschaften, Technologien, Verborgenes. Wie geht eine Gesellschaft damit um, wenn dieses Wissen allgemein verfügbar wird? Mit historischen Aufnahmen, einer Ballonfahrt in Virtueller Realität und dem Fotografieren per Dohne lädt die Ausstellung dazu ein, die Perspektive zu wechseln. 

Ab den 1890er Jahren befuhr Spelterini mit seinem Ballon die Schweiz und fotografierte sie aus der Luft. Aus dem Ballon gelangen ihm technisch innovative und ästhetisch bestechende Luftaufnahmen. Spelterinis Fahrten waren ein Abenteuer. Seine Bilder eröffneten neue Perspektiven. Die Ausstellung nimmt die Fotos Spelterinis aus der Graphischen Sammlung der Nationalbibliothek zum Ausgangspunkt, um eine Geschichte der Luftaufnahme in der Schweiz zu erzählen. Sie führt über das Fotografieren aus dem Flugzeug und dem Satelliten bis zur Drohne. Im vorletzten Jahrhundert erforderte das Aufnehmen von oben Pioniergeist. Heute machen Drohnen die Luftfotografie allgemein zugänglich.

Anschrift: Schweizerische Nationalbibliothek Marketing und Kommunikation Hallwylstrasse 15 3003 Bern Schweiz

Telefon: +41 58 465 57 08

Blätter und Blumen, Striche und Wellen, Figuren und Skurriles, Winnetou für die Kinderzimmerwand – die gestalterischen Möglichkeiten von Struktur- oder Musterwalzen kennen keine Grenzen. In den 1920er Jahren kamen sie in Deutschland auf den Markt und entwickelten rasch eine enorme Vielfalt an Motiven. Für rund fünf Jahrzehnte blieben Walzenmuster eine gefragte Form der Wanddekoration, bis sie von Tapeten abgelöst wurden. Die Hersteller stellten ihre Produktion ein, die Walzen gerieten in Vergessenheit.

Tobias Ott, ein Grafikdesigner und Künstler aus Hof/Oberfranken, entdeckte die Strukturwalzen auf dem Flohmarkt wieder und erkannte das kreative Potential des so einfachen wie effektiven Abrollverfahrens. Er sammelte mehrere tausend Exemplare nebst Geräten, Musterbüchern und Fotos und begann mit der Fertigung eigener Walzen. Zudem recherchierte er zur Geschichte der Walzenhersteller und befragte Zeitzeugen und Fachleute. Die von ihm erarbeitete Ausstellung ist das Ergebnis seiner Expertise und Leidenschaft für Strukturwalzen.

Das Fränkische Freilandmuseum ergänzt die Ausstellung aus seinem eigenen Bestand. Im Sommer 2018 konnte es die rund 3300 Walzen umfassende Privatsammlung von Dr. Dietmar Romig (Scheßlitz) übernehmen, die in ihrer Vielfalt und dokumentarischen Aussagekraft einmalig ist. Ein kleiner Ausschnitt aus der Sammlung wird gezeigt – sowohl als Walze wie auch als abgerolltes Muster.

Anschrift: Fränkisches Freilandmuseum Eisweiherweg 1 91483 Bad Windsheim

Telefon: 09841/66800

25 Studierende · 5 Sammlungen · 3 Semester · 2 Ausstellungen · 1 Thema: Arbeit

Wie bestimmt Arbeit den Alltag im Wandel der Zeit? Und welche Vorstellungen machen wir uns von ihr? Dazu forschten Studierende im Rahmen der Masterstudiengänge Kulturanthropologie europäischer Gesellschaften (Freiburg) und Empirische Kulturwissenschaft (Tübingen) in fünf Sammlungen und Archiven in Baden-Württemberg. Die Ergebnisse werden in zwei Ausstellungen präsentiert:

 Museum der Alltagskultur, Schloss Waldenbuch

14.02.2019 – 31.03.2019, Vernissage: 14.02.19, 18 Uhr, Eintritt frei

Öffnungszeiten: Di bis Sa (10-17 Uhr), So (10-18 Uhr)

 

 

Galerie im Weingut Andreas Dilger, Urachstr. 3, Freiburg

16.02.2019 – 17.03.2019, Vernissage: 16.02.19, 18 Uhr, Eintritt frei

Öffnungszeiten: Mi & Do (16-19 Uhr), Fr (16-21 Uhr), Sa & So (12-17 Uhr)

 

 

Nähere Infos: http://www.alltagskultur.info/

15 Millionen Einfamilienhäuser stehen zwischen Alpenrand und Nordseeküste. 15 Millionen Mal vier Wände mit Dach obendrauf und Grundstück drumherum. Eine bunte Mischung und doch seit siebzig Jahren das gleiche Grundprinzip. Zumeist, aber nicht immer wohnen Familien darin. Mutter, Vater, Kind. Mitunter sollen die Kinder erst noch kommen oder sind schon lange wieder weg, bei manchen waren sie auch nie der Plan. Es sollte einfach ein eigenes Haus sein. Mit Garten. Weil das zum Leben einfach dazu gehört. Sie alle verbindet die Idee vom eigenständigen, ungestörten und ansehnlichen Leben mit ausreichend Platz. Zum bequemen Wohnen, für die Entfaltung eigener Ideen, beim Großziehen der Kinder oder einfach, um seine Ruhe zu haben. Das Einfamilienhaus scheint universell. Nutzen, Aufwand und Gefühl passen perfekt zusammen. Nicht für alle, aber für die meisten. Zumindest der Idee nach.

Anschrift: Museumsdorf Cloppenburg/Niedersächsisches Freilichtmuseum, Bether Straße 6, 49661 Cloppenburg

Telefon: +49/ 4471 9484-0

"Komme was Wolle. Ein intergenerationales Ausstellungsprojekt" (29. Oktober 2017 – 05. Januar 2020)

Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über Herstellung und Verwendung von Wolle. Sie erklärt verschiedene Kulturtechniken der Wollverarbeitung vom Stricken und Häkeln über Knüpfen und Weben bis hin zum Filzen. Die Bedeutung der Wolle in der historischen Alltagskultur Europas wird ebenso aufgegriffen wie ihre gesellschaftspolitische Dimension. Zentrale Zielgruppe der Ausstellung sind Familien. Im Austausch zwischen Kindern, Eltern und Großeltern können unterschiedlichen Fragestellungen aktiv nachgegangen werden. Mit diesem intergenerationalen Ansatz betritt das Museum neues museales Terrain.

Anschrift: Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25, 14195 Berlin

Telefon: +49 30 / 266 42 42 42

"Kunst und Wallfahrt im Museum. Dauerausstellungsbereich „Volksfrömmigkeit und Wallfahrt“" (k.A.)

Das Niederrheinische Museum in Kevelaer hat die Neueinrichtung einer Abteilung des Dauerausstellungsbereichs „Volksfrömmigkeit und Wallfahrt“ abgeschlossen. Damit werden zwei bereits bestehende Abteilungen zur Geschichte der Wallfahrt bzw. zu liturgischem und volksreligiösem Sachgut durch ein neues Konzept und hochrangige Exponate ergänzt. Die neue Abteilung verbindet in einem Spannungsbogen Tradition mit kulturellem Wandel, historische Frömmigkeitsformen mit künstlerischen Umsetzungen einer literarischen Vorlage. „Kultureller Wandel“ ist ein Zentralbegriff der Kulturanthropologie. Auch die Tradition unterliegt letztlich diesem Wandel. Ich gebe ein Beispiel: die Andachtsbilder der Ostkirche, die Ikonen, können trotz traditioneller akribischer Herstellungspraxis durch Stilmerkmale ihrer Entstehungszeit chronologisch eingeordnet werden.

Die umfangreiche Rosenkranzsammlung des Weihbischofs Heinrich Janssen, die dem Museumsförderverein als hochherzige Schenkung zufiel, wird  in dieser neuen Abteilung schwerpunktmäßig und dauerhaft der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Sie vermittelt mit beeindruckenden und wertvollen Ausstellungsgegenständen die Geschichte von Gebet und Gerät und setzt darüber hinaus folgende Schwerpunkte: Typen und Betweisen, Papstgeschenke, Rosenkränze aus aller Welt, aus Wallfahrtsorten und als Hinweise besonderer Ereignisse, Zehner-Rosenkränze, Rosenkränze unterschiedlichster Materialien, Finger- und Ringrosenkränze, Armreifenrosenkränze, Miniaturrosenkränze und die Evangelische Perlenschnur des schwedischen Bischofs Martin Lönnebo.  Überleitend durch einen Verkaufsstand, der den Buden nachempfunden wurde, die noch bis zum II. Weltkrieg auf dem Kapellenplatz standen, wird die künstlerische Umsetzung des Heine Gedichts „Die Wallfahrt nach Kevlaar“ (1822) als zweiter thematischer Schwerpunkt des Dauerausstellungsbereichs vorgestellt.

Anschrift: Niederrheinisches Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte e.V., Hauptstraße 18, 47623 Kevelaer

Telefon: +49 28 32 / 9 54 10

"Nissenhütten. Nissenhütte aus dem niederrheinisch-niederländischen Grenzraum" (k.A.)

Zwei Nissenhütten stehen am Anfang der neuen Baugruppe als erste Gebäude Gerade in den ersten Jahren nach 1945 prägten Nissenhütten das Ortsbild vieler Städte und gelten bis heute als das Symbol für die Nachkriegszeit.

Für die zahlreichen ausgebombten Familien und vertriebenen Flüchtlinge mussten improvisierte Notunterkünfte geschaffen werden. In der Nissenhütte des LVR-Freilichtmuseums Kommern sollen die improvisierten Lebensverhältnisse dieser Notzeit verdeutlicht werden.

In der ersten Ausstellungseinheit werden Lebensgeschichten rund um Flucht und Vertreibung thematisiert. Neben allgemeinen Informationen wird hier die Geschichte einer Familie im Mittelpunkt stehen, die von Königsberg, über Friedland nach Euskirchen ziehen musste. Ergänzend werden Objekte gezeigt, die aus der Not heraus umgearbeitet und umfunktioniert wurden: Hierzu gehören z.B. eine Ölmühle, die aus einem Flakgeschoss hergestellt wurde oder ein Untersetzer für heiße Töpfe, der aus einer alten MG-Kette gefertigt worden ist. Mehlsäcke (USA), Notrezepte und Lebensmittelmarken sind weitere Objekte, die die Lebenssituation der damaligen Notjahre zeigen. Besonderen Erfindungsgeist beweisen auch die verschiedenste Gegenstände, die aus alten Messingkartuschen von Granaten gefertigt wurden: Aschenbecher, Kerzenständer, Vasen, Schalen, Weihwasserbecken u.a.m.

In der zweiten Ausstellungseinheit wird die historische Wohnsituation in einer Nissenhütte rekonstruiert. Im Mittelpunkt steht die Geschichte einer Familie im Ruhrgebiet und wird ergänzt durch Zeitzeugenberichte aus Köln-Thielenbruch, Euskirchen und Mechernich.

Neben der Nissenhütte in Köln-Thielenbruch stand auch ein sogenannter "Ein-Mann-Splitterschutzbunker" als Überrest des Krieges. Diese Situation wird im LVR-Freilichtmuseum Kommern mit dem Splitterschutzbunker aus Jülich, der bereits neben dem Standort der Nissenhütte steht, nachempfunden.

Anschrift: LVR-Freilichtmuseum Kommern, Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde, Eickser Straße, 53894 Mechernich-Kommern

Telefon: +49 2443 / 99800

"Münchner Leerstellen – Vergessene Orte der nationalsozialistischen Zwangsarbeit und Gewalt in und um München" (k.A.)

Jenseits der großen, international bekannten und gut ausgestatteten Vorzeigeinstitutionen ist der Status vieler anderer Orte der Verbrechen fragil. Selbst die Strahlkraft, die von Dachau als “negativem Gedächtnisort” ausgeht, reicht kaum aus, um Bewusstsein für die Orte in seiner Umgebung zu schaffen, an denen die KZ-Insassen zur Schwerstarbeit herangezogen wurden. Im Falle Münchens liegen sie nicht “außerhalb der realen Welt” (Gottfried Kößler). Es sind Orte in Landsberg am Lech, in den Gemeinden Kaufering, Utting, Ottobrunn, in Münchener Stadtteilen wie Neuaubing, Ludwigstadt-Isarvorstadt und vielen anderen. Besucht man diese Orte heute, findet man meistens eine dem Wildwuchs überlassene Lagertopografie, vielleicht archäologische Grabungen, oder eben gar nichts – eine Leerstelle. Gibt es jedoch Gedenkzeichen, so handelt es sich oft um Stätten der Trauerarbeit von jüdischen Überlebenden. Junge jüdische Männer und Frauen aus Litauen, Tschechien, Griechenland, Ungarn und anderen osteuropäischen Staaten wurden tausendfach von bayerischen Firmen  zur Schwerstarbeit “herangezogen”, die viele nicht überlebten.

Zwar engagiert sich die Bundesrepublik mit allen Vorteilen in der Gedenkstättenlandschaft. Die großen Gedenkstätten sind heute nicht nur Gedenk- und professionelle Lernorte, sondern auch Orte der politischen Kommunikation. Das Grauen der Verbrechen wird an einigen Orten exemplarisch aufgearbeitet und vermittelt. Das Lager im eigenen Stadtteil oder im eigenen Ort, in dem Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter durch lokale Betriebe ausgebeutet wurden und häufig starben, bleibt dagegen weitgehend unsichtbar, und seine Geschichte unbekannt.

Betrachtet man diese Disparität als Gesamtbild, so stellt sich die kritische Frage, ob mit dem Delegieren der Erinnerung an staatliche Institutionen ein Nicht-Wissen-Wollen in Bezug auf die unmittelbaren „Orte des Schreckens“ einhergeht. Einerseits entsprechen die staatliche Geschichtspolitik und die großen Gedenkstätten dem Bedürfnis der Gesellschaft nach der Aufrechterhaltung der Erinnerung. Andererseits: Entspricht es nicht etwa auch einem Bedürfnis, das Grauen der Verbrechen aus der unmittelbaren Alltagswelt fernzuhalten?

Anschrift: Ludwig-Maximilians-Universität München, Historisches Seminar, ESG Osteuropastudien, Geschichte Ost- und Südosteuropas, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Telefon: +49 89 / 2180 5480

"Kulturkontakte. Leben in Europa" (k.A.)

"Kulturkontakte. Leben in Europa" zeigt auf 700 Quadratmetern einen Querschnitt aus den vielfältigen Sammlungen des Museums Europäischer Kulturen. Mit dem thematischen Ansatz greift es Diskussionen über gesellschaftliche Bewegungen und Abgrenzungen auf. Das im weitesten Sinne mobile Verhalten von Menschen in und nach Europa bewirkt auf der einen Seite kulturelle Begegnungen und Vermischungen, die zur Entwicklung globaler Kulturen führen können. Auf der anderen Seite wirft es Fragen nach Zugehörigkeiten und Identitäten von Individuen und Gruppen auf. Sie können sich bei aller Globalisierung "verloren" fühlen und besinnen sich deshalb auf das ihnen Vertraute: auf ihre Heimat, den Ort, die Region, oder ihr Land.

Spielen die kulturellen Gemeinsamkeiten Europas dabei eine Rolle? Die Dauerausstellung stellt Beispiele vor - mit zum Teil außergewöhnlichen Objekten. Eine Prachtgondel aus Venedig von 1910 steht dabei stellvertretend für alle Themenbereiche: Handel, Reisen, Bildmedien, Migration, kulturelle Verortungen und Frömmigkeit.

Anschrift: Museum Europäischer Kulturen, Lansstraße 8 / Arnimallee 25, 14195 Berlin

Telefon: +49 30 / 2664 24 24 2


Vergangene Ausstellungen

"Mein Stück Alltag. Tausendmal berührt..." (k.A.)

Ihr Alltag interessiert uns - und Andere! Bringen Sie uns ein Alltags-Ding und wir stellen es in der neuen Ausstellung im Erdgeschoss des Museums der Alltagskultur aus. Vielleicht ist es ein Taschenmesser, vom Großvater geerbt, das Ihnen die Wurst beim Vespern schneidet. Oder die Kutterschaufel - der Stiel schon dreimal gebrochen, aber trotzdem noch gut. Etwas, das man aus tausend Gründen nicht wegwerfen kann, oder etwas, das Sie unbedingt loswerden wollen...?

Bringen Sie Ihr Stück Alltag ins Museum und erzählen Sie uns Ihre Geschichte dazu. Auf einer Karteikarte können die anderen Besucher einen kleinen Auszug Ihrer Geschichte lesen.
Zusätzlich gibt das Museums-Team einen kleinen kulturhistorischen Kommentar zu Ihrem Objekt. Nach sechs Monaten können Sie Ihr Alltags-Ding wieder abholen.
Wichtiger Hinweis: Bitte bringen Sie nur kleinere Objekte (max. 30 cm hoch, 35 cm breit, 15 cm tief), damit sie auch in die Vitrinen passen.

Anschrift: (Landesmuseum Württemberg) Schloss Waldenbuch, Kirchgasse 3, 71111 Waldenbuch

Telefon: +49 711 / 8953 51 11 und +49 7157 / 8204

"Schwarzösterreich. Die Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten" (27. April - 21. August 2016)

Die Sonderausstellung, die das Volkskundemuseum Wien von 27. April bis 21. August 2016 zeigt, beschäftigt sich mit der vergessenen Geschichte der ersten Generation Schwarzer ÖsterreicherInnen in der Zweiten Republik. Das sind jene Menschen, die in den Jahren 1946-1956 als Kinder von afroamerikanischen GIs und österreichischen Müttern geboren wurden. Die Ausstellung basiert auf einem mehrjährigen Forschungs- und Interviewprojekt. Die Kinder von damals erzählen ihre Geschichte über weite Strecken selbst. Sie stellen auch zahlreiche bisher noch nie gezeigte Objekte für die Schau zur Verfügung.

Eine Wiener Bezirkspolitikerin, ein Lastwagenfahrer aus Idaho, eine Friseurin aus Salzburg und eine Autorin aus Texas – sie alle sind Teil jener vergessenen Geschichte. Viele dieser Kinder wurden von ihren Müttern getrennt, in Heimen untergebracht oder zur Pflege und Adoption freigegeben. In Österreich wurde den Betroffenen die Eingliederung in die Gesellschaft ebenso erschwert wie die schulische Ausbildung. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde ein Teil von ihnen zur Adoption in die USA gebracht. Auch dort waren sie aufgrund von Sprachproblemen, ihres häufig ungeklärten legalen Status und der mangelnden Eignung der Adoptiveltern in einer schwierigen Situation.

Eine Video-Installation von Tal Adler strukturiert die Ausstellung, schützt dort, wo es notwendig ist, die Anonymität der ZeitzeugInnen und verknüpft die Geschichte der ersten Schwarzen Generation der Nachkriegszeit in Österreich mit jener der gegenwärtigen Schwarzen Bevölkerung des Landes.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog: SchwarzÖsterreich. Die Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten, Löcker Verlag, Wien 2016, ca. 200 Seiten.

Unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer.

Anschrift: Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

Telefon: +43 1 / 406 89 05

"Freud’s Dining Room. Furniture moves Memory - Möbel bewegen Erinnerung" (02. Oktober 2015 - 31. Mai 2016)

In London, im heutigen Freud Museum, stehen im ehemaligen Dining Room der Familie Freud fünf Möbelstücke ländlich-alpiner Herkunft. Anna Freud hatte sie um 1930 für ihr Wochenendhaus in Niederösterreich erworben. 1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland, entschlossen sich die Freuds, Österreich zu verlassen. Zuvor waren Sigmund und Anna Freud wie auch die Institutionen der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung den konsequenten Beraubungsmaßnahmen der neuen Machthaber ausgesetzt. Die Kästen und Truhen aus Hochrotherd konnten jedoch dank Anna Freuds Kollegin und Freundin, der US-Amerikanerin Dorothy Burlingham, aus Österreich ausgeführt werden.

Die Ausstellung spürt der Geschichte dieser Möbelstücke und der Bedeutung für ihre ehemalige Eigentümerin in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen und -stationen nach. Die Originale verbleiben in London, Abstraktionen in der Schausammlung des Volkskundemuseums transferieren die Objekte nach Österreich. Mit ihnen will Freuds Dining Room an eine spezifische Geschichte erinnern, die auch eine Geschichte von Gefühlen ist und die Dimensionen einer Vergangenheit enthält, die von Verlust gekennzeichnet ist – im Hier und im Dort.

Anschrift: Österreichisches Museum für Volkskunde Laudongasse 15-19, 1080 Wien

Telefon: +43 1 / 406 89 05

"Zwischen Venus und Luther. Cranach Medien der Verführung" (21. Mai 2015 - 22. Mai 2016)

Die rund zwanzig dauerhaft gezeigten Cranach-Gemälde des Germanischen Nationalmuseums werden in ihrem kulturhistorischen Kontext umfassend erläutert. Neue Fragen erschließen für den Betrachter des 21. Jahrhunderts einen Zugang und schlagen einen Bogen in die Gegenwart. Viele bekannte Werke erscheinen in neuem Licht. Ergänzt wird diese Präsentation durch rund 40 selten gezeigte Druckgrafiken und Zeichnungen, die Cranachs Kunstfertigkeit auf höchstem Niveau verdeutlichen.

Die Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum macht mit eigenen Beständen das künstlerische Genie Cranachs und die virtuose Beherrschung des Bildes als neues Massenmedium anschaulich. Sie lässt den Besucher entdecken, wie das Bild zum Werbemittel und zum Medium der Verführung wurde und zeigt, welchen entscheidenden Beitrag Lucas Cranach und seine Werkstatt zu einem neuen, frühneuzeitlichen und modernen Bildbegriff geleistet haben.

Anschrift: Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

Telefon: +49 911 / 1331 0

"Geschmackssachen – Formen, Normen, Kaffeekanne" (05. Februar - 08. Mai 2016)

Gezeigt werden Designobjekte und Alltagsdinge aus drei unterschiedlichen Sammlungen. In sieben Ensembles aus rund 30 Objekten entstehen ungewohnte Ding-Konstellationen, die alternative Lesarten für die ehemalige Hochschule für Gestaltung Ulm und ihre Objekte anbieten. Die ausgestellten Objekte treten in den Ensembles miteinander in Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf die Design- und Alltagsgeschichte.

Wie entstehen Geschmacksnormen? Wie treffen wir alltägliche Geschmacksentscheidungen? Woher kommt unser „guter“ Geschmack? Die Ensembles werfen Fragen auf, die an der Selbstverständlichkeit unseres behaglichen Alltags rütteln. Aus ihrem gewohnten Kontext entnommen, entstehen spannungsreiche Verhältnisse zwischen den Dingen. Sie erschließen den Besuchern und Besucherinnen neue Horizonte zu Gegenwartskultur und Geschmacksbildung.

Studierende der Universität Tübingen und der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd konzipierten die Ausstellung in einem interdisziplinären Studienprojekt.

Anschrift: Studio HfG / HfG-Archiv, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm

Telefon: +49 731 / 161 4370

"Kinderträume - Neues aus der Spielzeugsammlung des Rheinischen Landesmuseums für Volkskunde" (14. Juni 2015 - 17. April 2016)

„Kindheit – Spielzeit?“, „Schöne kleine Welt“, „Alles Blech!“ und nun „KinderTräume“: Regelmäßig zeigt das Rheinische Landesmuseum für Volkskunde Spielzeug aus seiner umfangreichen Sammlung. „KinderTräume“ richtet den Fokus auf die vielfältigen Veränderungen der Spielzeuge und des Spielens während des 20. Jahrhunderts. Die beiden Weltkriege, der Kalte Krieg, die Friedensbewegung sowie der Einzug des Fernsehers und Computers in die Wohn- und Kinderzimmer trugen maßgeblich dazu bei. In der Puppenwelt wandeln sich die „Kinderträume“ von der Porzellan- über die Zelluloid- bis hin zur Barbiepuppe. Gesellschaftsspiele, vor allem Strategiespiele, spiegeln den Zeitgeist und das politisch-gesellschaftliche Klima in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider.

Anschrift: LVR-Freilichtmuseum Kommern, Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde, Eickser Straße, 53894 Mechernich-Kommern

Telefon: +49 2443 / 9980 0

"Erfüllbare Träume? Italienerinnen in Berlin" (31. Mai 2015 - 28. März 2016)

Kennzeichnend für die heutige Zeit ist die Mobilität innerhalb Europas. Es sind zunehmend Frauen, die Italien den Rücken kehren, um in der Bundesrepublik, speziell in Berlin, eine Chance für sich zu suchen und sich der Herausforderung einer neuen Umgebung zu stellen.

Welche Objekte sie mitnehmen, welche Gefühle sie dabei begleiten, möchten die Gestalterinnen der Ausstellung durch ihre persönliche Interpretation zum Ausdruckbringen. Die Kreativität der Künstlerinnen und Organisatorinnen der Vereinigung italienischer Frauen in Deutschland, die sich "Rete Donne" nennt, wird sich mit Installationen zu Themen der Sammlungspräsentation "Leben in Europa" in dieser Ausstellung widerspiegeln.

Anschrift: Museum Europäischer Kulturen, Lansstraße 8 / Arnimallee 25, 14195 Berlin

Telefon: +49 30 / 2664 24 24 2

Sonderausstellung: "60 zum Sechzigsten: Die Jubiläumsausstellung" (07. Juni 2015 - 28. Februar 2016)

60 ausgewählte Personen stellen 60 ausgewählte Sammlungsobjekte vor und liefern spannende Einblicke in (Museums)Geschichte und (Museums)Alltag.

Anschrift: Museum für Thüringer Volkskunde, Juri-Gagarin Ring 140 a, 99084 Erfurt

Telefon: +49 361 / 6555 607

"Mangel - Überfluss - Nachhaltigkeit" (10. Mai 2015 - 10. Januar 2016)

Ein Blick zurück zeigt den vielfältigen Wandel, den die Landwirtschaft und Ernährung in den vergangenen 100 Jahren durchlebt haben. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat mit ihren Vorgängerinstitutionen diesen Wandel begleitet. Wie haben der technische Fortschritt und die Entwicklung der EU-Agrarpolitik die Landwirtschaft beeinflusst? Welche Spuren haben Butterberge und Milchseen oder die BSE-Krise hinterlassen? Und wie kann Landwirtschaft nachhaltiger werden? Die Zeitreise durch 100 Jahre Geschichte mit Blick in die Zukunft wurde in Kooperation mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erstellt.

Anschrift: LVR-Freilichtmuseum Kommern, Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde, Eickser Straße, 53894 Mechernich-Kommern

Telefon: +49 2443 / 9980 0

"Neighbours - Gemeinsam Asyl ein Gesicht geben", in Kooperation mit Zebra – Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum (18. September - 15. November 2015)

Die Ausstellung zeigt Portraits von Begegnungen. Menschen, die ihr Leben durch Flucht retten konnten, befinden sich in einer Lage, in die niemand geraten will. In manchen steirischen Gemeinden treffen Asylsuchende auf Menschen, die auf sie zugehen, Kontakte knüpfen, sie in ihre Gemeinschaften aufnehmen. Gemeinsam überwinden sie die Barrieren aus unterschiedlichen Sprachen, Lebensstilen, Unsicherheiten und Ängsten. Die Momente des Miteinanders und deren Geschichten haben die Fotografen Mahdi und Hamid Hossini festgehalten. Sie laden zur Nachahmung in einem gemeinsamen Alltag ein.

Anschrift: Volkskundemuseum, Paulustorgasse 11-13a, 8010 Graz, Österreich

Telefon: +43 316 / 8017 99 00

Sonderausstellung: "Wir gehen Baden" (29. März - 15. November 2015)

Die Ausstellung stellt die Frage: Wer hat sich wann, wie oft und warum gebadet bzw. gewaschen. Beachtet werden dabei die städtische Umgebung Konz/Trier als auch das ländliche Umfeld. Hinweise auf Wasch- und Hygienepraktiken auf dem Land sind recht selten. Auch wenn die Figur des dreckigen und schmutzigen Bauern eine literarische Erfindung ist – wer besitzt noch die Kraft nach 14 bis 18 Stunden Arbeit im Sommer den müden Körper zu pflegen? Vor der Einführung der Wasserwerke im ländlichen Raum um 1900 musste das Wasser zudem mühevoll vom Brunnen geholt werden.
Die Ausstellung zeigt, dass heute gewohntes fließendes kaltes und warmes Wasser nicht selbstverständlich war. Selbst als es fließendes Wasser gab, war ein warmes Bad eher die - oft wöchentliche - Ausnahme.

Anschrift: Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Roscheiderhof 1, 54329 Konz

Telefon: +49 6501 / 9271 0

"Die Welt im Pin. Weltausstellungen und Sammelleidenschaft" (15. Mai - 30. September 2015)

Die Ausstellung wurde im Rahmen eines Projektseminars von Bachelor-Studierenden an der Katholischen Universität Eichstätt - Ingolstadt erarbeitet. Ein Teil der Sammlung wird vom 15. Mai bis 30. September 2015 in der Zentralbibliothek Eichstätt zu sehen sein.

Anschrift: Zentralbibliothek, Universitätsallee 1, 85072 Eichstätt

Telefon: +49 8421 / 93 21331

Kabinettausstellung: "Harter Alltag – reiche Pracht: Zünftiges aus Sammlungsbeständen" (12. März - 25. September 2015)

Willkommpokale, Trinkstiefel, Schleifkanne, Sargschilde – Relikte einer vergangenen, geheimnisvollen Welt präsentieren sich.

Anschrift: Museum für Thüringer Volkskunde, Juri-Gagarin Ring 140 a, 99084 Erfurt

Telefon: +49 361 / 6555 607

"Monster. Fantastische Bilderwelten zwischen Grauen und Komik" (07. Mai - 06. September 2015)

Die Begegnung mit Fremdem weckt nicht nur Furcht, auch Aggression, Neugier und Faszination. Fabelhafte Bestien und sexy Vampire wirken als Projektionen unserer Ängste und Sehnsüchte, denen man nachgeben oder die man bekämpfen kann. Die Präsentation verfolgt diese Monstermythen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Welche Muster und Typen haben sich herausgebildet und wie haben sie sich verändert? Die Ausstellung soll klären helfen, was einer Zeit und damit den Individuen selbst, als monströs galt, was Angst machte und wie Furcht instrumentalisiert wurde. Anhand von ca. 200 Objekten – vom Echternacher Codex bis Max Beckmanns Vampiren – soll dem nachgegangen werden, zum Gruseln schön und schrecklich spannend.

Anschrift: Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

Telefon: +49 911 / 1331 0

"Präsent, Vlisett & Malimo - Minirock und Petticoat" (14. Juni - 23. August 2015)

Ein (n)ostalgischer Streifzug durch die DDR-Mode.

Anschrift: Niederlausitzer Heidemuseum, Schloßbezirk 3, 03130 Spremberg

Telefon: +49 3563 / 5933 4032

"'Fastnacht im Jahr 1749'. Die Fastnet-Figuren von Ingeborg Haag" (06. Januar - 09. März 2014)

Mit den Fastnachtsfiguren von Ingeborg Jaag wird in diesem Jahr ein Umzugsspiel nachgestellt, das 1749 von den Studenten des Gymnasiums der Benediktiner aufgeführt wurde. Dabei zeigt sich, wie stark die Villinger Fastnacht bis heute von solch "ehrlichen Faßnacht-Ergözungen" des barocken Schultheaters geprägt ist.

Anschrift: Franziskanermuseum, Rietgasse 2, 78050 Villingen-Schwenningen

Telefon: +49 7721 / 82 2351

"Musik aus der Dose. Die Sammlung Louis Holzer" Museum im Zeughaus, Innsbruck (04. Mai 2012 – 27. Januar 2013)

Unser Alltag ist akustisch von Musik aus Stereoanlagen, MP3- und CD-Playern geprägt. Wie ohne Strom, Batterien und Akkus Melodien durch Geräte wiedergegeben werden konnten, zeigt diese Ausstellung anhand der Musikautomaten-Sammlung des Film- und Musikproduzenten Louis Holzer, die 2010 vom Verein Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum erworben wurde. Dieser inzwischen restaurierte und zum größten Teil funktionstüchtige Bestand dokumentiert – angereichert mit einigen Objekten aus den Historischen Sammlungen – anschaulich die Entwicklungsgeschichte der „Musik aus der Dose“ vom 19. Jahrhundert bis heute. Beleuchtet wird die kultur- und sozialhistorische Bedeutung der mechanischen Musikinstrumente. Eine Präsentation nicht nur zum Schauen, sondern auch zum Hören!

Anschrift: Museum im Zeughaus, Zeughausgasse 1, 6020 Innsbruck

Telefon: +43 512 / 594 89 313

Österreichisches Museum für Volkskunde: "Objekte im Fokus: Die Textilmustersammlung Emilie Flöge" (25. Mai 2012 - 14. Oktober 2012)

Leuchtende Stickereien, zarte Spitzen, feine Borten, Stoffe mit Jugendstilornamenten: Die umfangreiche Textilmustersammlung der Modeschöpferin Emilie Flöge (1874-1952) - sie war Gustav Klimts Muse und Partnerin - stammt zu einem großen Teil aus dem südosteuropäischen Raum.

Das Österreichische Museum für Volkskunde konnte 1998 über 350 dieser Objekte aus dem Nachlass Flöges erwerben. Sie werden von Mai bis Oktober 2012 erstmals in einer Ausstellung präsentiert und in den Kontext der Entdeckung bzw. Erfindung der "Volkskunst" um 1900 gestellt. Vergleichsobjekte, die nicht aus dem textilen Bereich stammen, sollen diesen Zusammenhang sichtbar machen.

Das Interesse an den kunsthandwerklichen und künstlerischen Produktionen der ländlichen Bevölkerung war Ende des 19. Jahrhunderts beim städtischen Bürgertum allgemein sehr groß. Über das Sammeln dieser dekorativen, jedoch als primitiv und urtümlich betrachteten Kunst wurde deren künstlerisch-ästhetische Bedeutung erst erzeugt, was schließlich auch Einfluss auf die stilistische Entwicklung des Jugendstils nahm.

Klimts berühmtes Porträt von Emilie Flöge ist im Wien Museum zu finden. Es entstand 1902. Ab 1904 betrieb Flöge gemeinsam mit ihrer Schwester Helene den Haute-Couture-Salon "Schwestern Flöge" auf der Mariahilfer Straße. Dort präsentierten sie Modellkleider, die dem Modegeschmack der Wiener Werkstätte entsprachen. Ihr Salon wurde von Josef Hoffmann im Jugendstil entworfen. Berühmt wurden sie für ihre "Reformkleider", für die auch Klimt Entwürfe ablieferte. Diese Kleider wurden ohne Korsett getragen, hingen von den Schultern lose herab und hatten weite Ärmel. Bis zu 80 Schneiderinnen waren in Flöges Salon beschäftigt. Nach 1938 mussten sie den Salon schließen und in ihrem Wohnhaus im dritten Bezirk weiterarbeiten.

Anschrift: Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

Telefon: +43 1 / 406 89 05

Museum Europäischer Kulturen: "Erkundungen in Europa. Visuelle Studien im 19. Jahrhundert" (09. Dezember 2011 - 08. April 2012)

Nach zwei Jahren Umbauzeit öffnet das Museum Europäischer Kulturen ab dem 9. Dezember 2011 im Bruno-Paul-Bau in Dahlem wieder seine Tore. Die Sonderausstellung "Erkundungen in Europa. Visuelle Studien im 19. Jahrhundert" greift anhand von zwei Beispielen das Thema der kulturellen Begegnungen aus der ebenfalls neu eröffnenden Dauerausstellung auf.

Reisende Künstler und Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts wollten andere Lebenswelten kennenlernen und erforschen. Ihre Impressionen hielten sie in Bildern und Fotografien fest. Sie ließen auch maßstabsgerechte Architekturmodelle anfertigen. Ölgemälde des Berliner Malers Wilhelm Kiesewetter, der Mitte des 19. Jahrhunderts 14 Jahre lang durch Nord- und Osteuropa reiste, zeigen dies eindrücklich. Die Fotografie steckte zu der Zeit zwar noch in ihren Anfängen, entwickelte sich aber rasch weiter, sodass die wissenschaftliche Fotografie bald detailgetreue Zeichnungen und Bilder ablöste. Hier haben sich besonders Wissenschaftler der Berliner Gesellschaft für Ethnologie, Anthropologie und Urgeschichte, wie Rudolf Virchow, hervorgetan.

Anschrift: Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin

Telefon: +49 30 / 266 42 42 42 und +49 30 / 20 90 55 77

Österreichisches Museum für Volkskunde: "Familienmacher. Vom Festhalten, Verbinden und Loswerden" (11. November 2011 - 25. März 2012)

Mit wem sind Sie verwandt? Wer macht die Familienfotos? Wieviel Verwandtschaft ist in Deinem Handy? Wo lagern Sie ungeliebte Erbstücke? Wohin mit dem Bild vom Babybauch? Wer kommt in den Wechselrahmen? Hat die Familie eine Nationalität? Die Ausstellung Familienmacher basiert auf einer ethnographischen Forschung im 8. und 16. Wiener Gemeindebezirk.

Entgegen der Behauptung eines Zerfalls der Familie dokumentiert sie Alltagsformen des Festhaltens, Verbindens und Loswerdens. Dabei spielen Traditionen und Bilderbuchfamilien ebenso eine Rolle wie Sehnsüchte und neue Lebensweisen.
Offene Vitrinen bieten Platz für mitgebrachte und dagelassene Familienstücke, ein überdimensionales Familienalbum gestaltet sich im Laufe der Ausstellung immer wieder neu.

Anschrift: Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

Telefon: +43 1 / 406 89 05

Schlesisches Museum zu Görlitz: "Lebenswege ins Ungewisse. Migration in Görlitz/Zgorzelec von 1933 bis heute" (21. Mai 2011 - 25. März 2012)

Die Heimatstadt verlassen und an einem anderen Ort neu beginnen - dies ist eine Erfahrung, die in vielen Familien in Görlitz und Zgorzelec bis heute eine große Rolle spielt. Das Kommen und Gehen der Menschen, meist erzwungen, manchmal freiwillig, hat das Leben in der deutsch-polnischen Grenz- und Doppelstadt im 20. Jahrhundert geprägt. Auslöser waren Diktatur und Krieg, Flucht und Vertreibung sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbrüche, die bis in die Gegenwart wirken.

Das Schlesische Museum hat in Kooperation mit dem Muzeum ?u?yckie in Zgorzelec erstmals eine Ausstellung erarbeitet, die sich den Lebenswegen der Menschen zwischen 1933 und heute widmet. Sie ist der Beitrag beider Museen zur 3. Sächsischen Landesausstellung, die zeitgleich in Görlitz beginnt.

In der Ausstellung begegnet der Besucher zehn Lebensgeschichten. Ihre beeindruckende filmische Inszenierung, Erinnerungsstücke und Dokumentationen lassen ein lebendiges Bild von Görlitz, Zgorzelec und ihren Bewohnern entstehen.

Die Ausstellung greift historisch auf das Jahr 1933 zurück, als mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten Verfolgung, Vertreibung und Internierung begannen. Bis 1945 hat die Stadt ihre gesamte jüdische Bevölkerung verloren. Aus den von deutschen Truppen überfallenen und besetzten Ländern kamen zehntausende Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Görlitz. Ihre Arbeitskraft diente der deutschen Wirtschaft.

In der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Görlitz einen dramatischen Wechsel seiner Bevölkerung. Die Stadt wurde durch eine neue deutsch-polnische Grenze zerschnitten, die Deutschen mussten ihre Häuser im Ostteil verlassen, und es entstand Zgorzelec mit einer polnischen, griechischen und mazedonischen Bevölkerung. In den westlichen Stadtteilen suchten tausende deutsche Vertriebene Zuflucht.

In den folgenden Jahren trieb die SED-Diktatur viele Menschen aus dem Land. Anderen boten neu entstehende Industrien eine Existenzgrundlage. Seit der Wende 1989/90 ist die Entwicklung von Görlitz und Zgorzelec erneut durch starke Bevölkerungsbewegungen geprägt. Beide Städte suchen nach neuen Perspektiven für die Menschen.

Zur Ausstellung erscheint ein deutsch-polnischer Begleitband mit Erzählungen aus drei Generationen. (154 Seiten, Abb., 21,80 €, ISBN 978-3-9813510-5-7

Das Projekt wurde gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie vom Sächsischen Staatsministerium des Innern.

Anschrift: Schlesisches Museum zu Görlitz, Schönhof, Brüderstraße 8, 02826 Görlitz

Telefon: +49 3581 / 87910

Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg: "Alt und Jung. Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft" (26. März 2011 - Januar 2012)

Wer ist alt? Und wer ist jung? Die Vorstellungen von Alter und Jugend haben sich über die Jahrhunderte und besonders in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Zugleich wandelten sich auch die Lebensstile älterer Menschen. Oft fühlen sich Ältere von der Gesellschaft vernachlässigt, andererseits werden sie von der Wirtschaft mit gezielten Angeboten und Produkten umworben.
Die Sonderausstellung bewegt sich in diesem Spannungsfeld und greift verschiedene Aspekte rund um das Älterwerden und Altsein in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf. In sieben Abteilungen wird der Frage nachgegangen, worüber sich das Älterwerden definiert. Einerseits wird dieses von lebenszyklischen Ereignissen wie Versorgung und Pflegebedürftigkeit bestimmt, andererseits aber auch von neuen Freiheiten, die ältere Menschen haben.
Themen wie Generationenverträge, Wohnen und Pflegen, Medien und Produkte sowie Verjüngung und Beziehungen werden in der Ausstellung in den Blick genommen. Dabei wird auch immer das Verhältnis der Jüngeren zum Älterwerden behandelt. Persönliche Erfahrungen älterer und jüngerer Menschen, interessante Objekte, Bilder und Fotos sowie Mitmachstationen erwarten die Besucher, die schließlich auch mit der Frage konfrontiert werden, wie alt sie sich selbst fühlen.
Die Sonderausstellung "Alt und Jung - Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft" entsteht am Freilichtmuseum am Kiekeberg im Rahmen des seit 1990 bestehenden Ausstellungsverbundes "Arbeit und Leben". Zu diesem Verbund gehören das Freilichtmuseum am Kiekeberg (Rosengarten-Ehestorf), das Freilichtmuseum Hessenpark (Neu Anspach), das Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum (Molfsee) und das Freilichtmuseum Domäne Dahlem (Berlin). Die Ausstellung wird in jedem der vier Museen ein Jahr gezeigt.

Anschrift: Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg, Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten

Telefon: +40 79 / 01 76 0

Fränkisches Freilandmuseum: "Umbruchzeit - 1960er bis 1970er Jahre auf dem Land" (24. September 2011 - 31. Dezember 2011)

Im Mittelpunkt der Präsentation steht der tiefgreifende Wandel im Siedlungsbild sowie in Architektur und

Wohnkultur in den 1960er und frühen 1970er Jahren auf dem Land. Die Sehnsucht nach dem "neuen Bauen", nach dem "schöneren Wohnen", ging auf Kosten der historischen Bausubstanz in den Dörfern: Das Alte hat ausgedient und muss weichen - mit der Folge, dass die Ortskerne im Verlaufe der 1960er und 1970er Jahre zunehmend ihr historisches Gesicht verlieren. Die lichtdurchlässige Wand mit Glasbausteinen und Panoramafenster im Wohnzimmer stehen somit für einen architektonischen Aufbruch ins Lichte, Helle, der sich jetzt auch auf dem Land breite Bahn bricht. In Inszenierungen, Wohnzimmereinrichtungen, Filmen wird diese "Umbruchzeit" in der Ausstellung lebendig.

Anschrift: Fränkisches Freilandmuseum, Eisweiherweg 1, 91438 Bad Windsheim

Telefon: +49 9841 / 668011

Freilichtmuseum Hessenpark: "Süße Verlockung. Von Zucker, Schokolade und anderen Genüssen" (Mai 2011 - 11. Dezember 2011)

Eissplittertorte, warmer Apfelstrudel mit Vanilleeis, Kokosmakronen, gefüllte Trüffel, herrlich leckere Joghurt-Weingummis und dazu ein kleines Gläschen Schokolikör oder Limonade, eine "süße Verlockung", der (fast) keiner widerstehen kann. Und wem jetzt schon das Wasser im Munde zusammenläuft, darf sich getrost auf die neue Ausstellung "Süße Verlockung. Von Zucker, Schokolade und anderen Genüssen" freuen.

Die Besuchenden bekommen einen Einblick in die Themen Zucker, Produktvielfalt, Mode- und Kaltgetränke, Werbung, Luxusschachteln, Kolonialwaren sowie Kindersüßigkeiten. Zahlreiche Medien- und Mitmachstationen ergänzen die Ausstellung.

Zucker ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir verwenden ihn zum Süßen von Getränken, zum Backen und auch zum Kochen. Der Rundgang zeigt den Siegeszug des "Weißen Goldes" im europäischen Kulturkreis vorwiegend der wohlhabenden Oberschicht hin zum Genussmittel für die gesamte Bevölkerung. Die einzelnen Themen wurden mit zahlreichen Exponaten veranschaulicht. Von der Verarbeitung der Zuckerrübe bis hin zum Zahnarztstuhl erlebt der Besucher alle Facetten der "Süßen Verlockung". Kunstvolle Pralinenschachteln und Bonbondosen der letzten hundert Jahre, sowie ein Werbefilm spiegeln die geschickte Vermarktung der Naschereien wider. Heiße Schokolade, Kakao und Limonade stehen ebenso im Mittelpunkt wie Porzellantassen, Süßigkeitenautomaten und Zuckertüten.

Ein interessantes Begleitprogramm wird angeboten. Führungen und ein "zuckersüßes Rätsel" für Kinder und Erwachsene sind auf Anfrage möglich. Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger Begleitband erschienen. Neben der Entstehung von Nahrungs- und Konsumgewohnheiten werden auch warenkundliche und sachkulturelle Aspekte, Werbung, Handel und Herstellung, Geschlecht und Statussymbol beleuchtet. Abgerundet wird der Band mit einem kritischen Blick auf Gewichtsprobleme, Schönheitsideale und Ernährungsfragen.

Ausstellung und Publikation sind ein Projekt des Ausstellungsverbundes "Arbeit und Leben". Erarbeitet wurde die Wanderausstellung im Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum in Molfsee und läuft seit 2008 durch die Verbundmuseen Museumsdorf Cloppenburg, Domäne Dahlem Berlin sowie Freilichtmuseum am Kiekeberg.

Anschrift: Freilichtmuseum Hessenpark - Stallscheune aus Asterode, Laubweg 5, 61267 Neu-Anspach/Taunus

Telefon: +49 6081 / 588-0

Kirchenburgmuseum Mönchsondheim: "'JETZT SCHLÄGT'S DREIZEHN' - Zur Geschichte des Aberglaubens" (26. Juli 2011 - 27. November 2011)

Auch wenn sich die Menschen heute für rational und aufgeklärt halten, spielt der Aberglaube im täglichen Leben doch immer noch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Glaube und Aberglaube können manchmal ähnlich erscheinen, sind aber im Kern grundverschieden: Der christliche Glaube ist ein freies, vertrauendes Verhältnis zwischen Mensch und Gott; der abergläubische Mensch dagegen will sich "heidnische Mächte" dienstbar machen. Aberglaube verweist oft auf einen Mangel an Gottvertrauen und Lebenszuversicht.

Die Ausstellung im Kirchenburgmuseum Mönchsondheim will ausgewählte Beispiele von Objekten und Bräuchen des Aberglaubens vorstellen. Sie spannt dabei den Bogen vom Gebrauch von Amuletten in vor- und frühgeschichtlicher Zeit über die Hexenverfolgung als eine besonders extreme Ausprägung bis hin zu modernen Formen und Symbolen des Aberglaubens. Die Ausstellung thematisiert die in früherer Zeit gerade auf dem Land weit verbreiteten abergläubischen Vorstellungen im häuslichen Bereich sowie in Bezug auf Pflanzen und Tiere ebenso wie Hintergründe und Wurzeln der bis in die heutige Zeit gebräuchlichen "Glücksbringer" wie Schornsteinfeger, vierblättrige Kleeblätter und "Unheilbringer" wie schwarze Katzen und die Zahl 13.

Anschrift: Kirchenburgmuseum Mönchsondheim, Kirchstr. 5, 97346 Iphofen-Mönchsondheim

Telefon: +49 9326 / 1224

Freilichtmuseum Glentleiten: "WaldGeschichten: Forst und Jagd in Bayern 811 bis 2011" (02. Juli 2011 - 11. November 2011)

Die Ausstellung, ein Kooperationsprojekt mit dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, zeigt in einem breit angelegten Spektrum die Geschichte des Waldes in Bayern vom 9. Jahrhundert bis heute, von der Rodungstätigkeit im Mittelalter bis zur Entwicklung des Ökosystems Wald unter den Rahmenbedingungen des Klimawandels. Zehn Sequenzen beleuchten zahlreiche Aspekte aus der Geschichte von Wald und Jagd: Der Wald war Lebensraum der Wildtiere und Ort des Jagdgeschehens - die adelige Jagd des Barock wird ebenso thematisiert wie die moderne Jagd und die Hege des Wildes. Der Wald war aber auch die Basis für das ländliche Leben der vorindustriellen Zeit schlechthin. Aus dem Wald holte die Landbevölkerung Laub und Streu, dort weideten Schweine und Rinder. Der Wald lieferte neben Bau- und Werkholz auch zahlreiche Produkte des täglichen Bedarfs: Harz zum Pichen von Bierfässern oder Pottasche zur Glasherstellung.

Mit der Romantik veränderte sich der Blick auf den Wald grundlegend: Der Wald war nicht mehr ausschließlich Wildnis, Jagdrevier oder Holzlieferant, sondern wurde zum Sehnsuchtsort, zum Thema von Märchen und Mythen, zum Gegenstand von Literatur und Musik.

Ergänzend zur Ausstellung zieht sich das Thema Holz wie ein roter Faden durch das Museumsjahr. An jedem ersten Sonntag im Monat gibt es die Führung "HolzWege". In der Köhlerwoche, von 4. bis 11. August, steht die Verwendung von Holz als Energieressource im Mittelpunkt. Die "BaumReise" für Kinder stellt an drei Terminen jeweils einen der heimischen Waldbäume in den Fokus. Die Aktionswoche "WaldZeit", vom 15. bis 21. August, bietet Vorführungen, offene Werkstätten und den Medienworkshop "WaldTöne".

Anschrift: Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern, An der Glentleiten 4, 82439 Großweil

Telefon: +49 8851 / 185 0

Rieser Bauernmuseum Maihingen: "Vom Scheitel bis zur Sohle: Die Arbeit am guten Aussehen" (13. April 2011 - 06. November 2011) 

Menschen legten schon immer Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Zum guten Aussehen trugen Bader bzw. Friseur, Hutmacher, Schneider und Schuhmacher wesentlich bei. Die Ausstellung zeigt ihre Werkzeuge, Gerätschaften und die fertigen Produkte aus einem Zeitraum von etwa 1900 bis 1970. Filme, Fotos und Interviews ergänzen die Themen und Ausstellungsobjekte.
Im Mittelpunkt steht ein Herren-Frisiersalon. Das Haareschneiden bildete allerdings nur einen Teil des Angebotes. Bereits der Bader, wie der Vorläufer des Friseurs hieß, war für die Bartpflege zuständig. Die Bartmode bedingte aus heutiger Sicht kuriose Dinge wie Bartbinden und spezielle Tassen. Hatten früher Friseure die Haare der Damenwelt mit Brennscheren onduliert, verbrachten Frauen später manche Stunde mit Lockenwicklern unter der Trockenhaube. Die Entwicklung führte stufenweise von der heißen zur kalten Dauerwelle. Nach stundenlanger Prozedur war das Haar füllig und gewellt - jetzt konnte der eigentliche Haarschnitt folgen. Auch das Tressieren und Knüpfen von Haarteilen und Perücken zählte früher zum Handwerk. Noch bis in die 1960er Jahre gehörte für die Damen ein modischer Hut zur Frisur. Aus Haar-, Wollfilz oder Stroh gearbeitet, begleitete er auch den gut gekleideten Herren.
Jedoch machen erst Kleider Leute. Schneider stellten die Garderobe nach Maß her. Näherinnen fertigten vor allem Wäsche, aber auch Kinder- und Damenbekleidung, mit Ausnahme von Mänteln und Jacken. Die Kunden hatten bestimmte Vorstellungen oder brachten Modevorlagen mit. Die Stoffe kauften die Schneider oft gemeinsam mit den Auftraggebern ein. Manche Tuchfabriken stellten den Handwerkern Stoffmuster-Sortimente zur Verfügung.
Fehlen noch die Füße. Musterstücke veranschaulichen die Entstehung eines genagelten Schuhes. Eine "Schuhparade" gewährt einen Überblick über 70 Jahre Schuhwerk, hauptsächlich der Damen. Bemerkenswert ist, dass selbst in Notzeiten zwar Reifenteile als Sohle dienten, aber dennoch die Arbeit am guten Aussehen elegante Schuhe hervorbrachte.

Anschrift: Rieser Bauernmuseum Maihingen, Klosterhof 3 und 8, 86747 Maihingen

Telefon: +49 9087 / 920 717 0