BZT fördert Forschungsprojekt "Tourismus-Stresstest"

Das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) fördert im Zeitraum 2026/27 das Forschungsprojekt „Tourismus-Stresstest: Exogene Schocks, Vulnerabilität und Resilienz bayerischer KMU in touristischen Wertschöpfungsnetzwerken“ des Lehrstuhls Tourismus / Zentrums für Entrepreneurship der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Das Vorhaben wurde im Rahmen der aktuellen BZT-Ausschreibung zu zentralen Zukunftsthemen des bayerischen Tourismus zur Förderung ausgewählt.

Zum Hintergrund

Der bayerische Tourismus hat sich nach den Krisen der vergangenen Jahre quantitativ erholt, bleibt jedoch gegenüber exogenen Schocks verwundbar. Energie- und Preisschocks, Extremwetterereignisse oder geopolitische Unsicherheiten treffen touristische KMU nicht isoliert, sondern wirken über komplexe Wertschöpfungsnetzwerke aus Beherbergung, Gastronomie, Mobilität, Freizeit- und Kulturangeboten, Plattformen, Zulieferern und unterstützenden Akteuren.

Trotz guter Nachfrage stehen viele Betriebe unter erheblichem ökonomischem Druck: Steigende Kosten, enge Margen, Liquiditätsengpässe, Investitionsrückstände und Abhängigkeiten von zentralen Vorleistungen schränken ihre Anpassungsspielräume ein. Bislang ist jedoch nur begrenzt verstanden, wie sich exogene Schocks in konkrete betriebswirtschaftliche Belastungen und Geschäftsmodellstress übersetzen und unter welchen Bedingungen kurzfristige Stabilisierung in Lernen, Anpassung und transformative Resilienz übergehen kann.

Das Vorhaben

Das Projekt „Tourismus-Stresstest“ untersucht, wie sich exogene Schocks auf die Vulnerabilität touristischer KMU in bayerischen Wertschöpfungsnetzwerken auswirken und welche Faktoren transformative Resilienz fördern. Konzeptionell verbindet das Vorhaben Vulnerabilitätsforschung mit den Dimensionen Exposition, Sensitivität und Anpassungskapazität sowie Ansätzen der Geschäftsmodell- und Resilienzforschung.

Methodisch werden zunächst relevante Schocks und Vulnerabilitäten identifiziert. Darauf aufbauend werden typische Geschäftsmodelle touristischer KMU einem Stresstest unterzogen und die wirtschaftlich-finanziellen Folgen unterschiedlicher Schocks explorativ untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei betriebswirtschaftliche Wirkmechanismen wie Kostenstruktur, Erlösmodell, Liquidität, Margen, Preisgestaltung, Investitionsfähigkeit und Beschäftigung sowie Abhängigkeiten von Vorleistungen und Partnern.

Erwartete Ergebnisse

Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einem Abschlussbericht und einem Policy Brief aufbereitet. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zur ökonomischen Resilienzforschung im Tourismus und entwickelt zugleich praxisnahe Grundlagen, um Verwundbarkeiten, Geschäftsmodellstress und resilienzfördernde Handlungsmöglichkeiten im bayerischen Tourismus frühzeitig sichtbar zu machen.

Ausblick

Nach der Sommerpause ist zunächst ein gemeinsamer Kick-off mit den beteiligten Projektpartnern geplant. Der Start der inhaltlichen Projektarbeit ist für den Winter 2026 vorgesehen.

Weitere Akteure aus Wissenschaft und Praxis sind herzlich eingeladen, sich in das Vorhaben einzubringen. Bei Interesse an einer Mitwirkung oder weiteren Informationen freut sich der Lehrstuhl Tourismus über eine Kontaktaufnahme.