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„Destination Deutschland Recovery Tour 2020“ des Lehrstuhl Tourismus

Exkursionsgruppe mit Prof. Linne in Wernigerode
© NO Exkursionsgruppe mit Prof. Linne in Wernigerode

Zwischen dem 10. und 18. Oktober veranstaltete der Lehrstuhl Tourismus der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine studentische Exkursion im Rahmen des Masterstudiums „Tourismus und nachhaltige Regionalentwicklung – Management und Geographie“.

Um Reisekomplexität sowie Unsicherheit und Unwägbarkeiten bei der Durchführung einer Gruppenreise zu vermeiden, organisierten Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Harald Pechlaner sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Natalie Olbrich eine Tour quer durch Deutschland und widmete diese den Sorgen und Nöten aber auch Risiken und Chancen touristischer Entwicklung von Unternehmen und Destinationen in Zeiten der Coronaviruspandemie, verbunden mit der Frage, wie ein schrittweises Herauskommen aus der aktuellen Krise funktionieren könne.

Man kann diese Exkurison durchaus als „Destination Deutschland Recovery Tour 2020“ bezeichnen. Eine intensive Vorbereitung der Studierenden in den Themenfeldern Resilienz und Nachhaltigkeit, aber auch Krisenmanagement sowie Produkt- und Angebotsentwicklung war die Basis für eine Serie von durchgeführten Interviews und Gesprächen entlang der touristischen Wertschöpfungskette quer durch unterschiedliche Geographien und Räume Deutschlands. Besondere Zeiten der Krise erfordern entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheitsstandards als Voraussetzung für die sinnvolle Umsetzung einer Studienreise, welches sich dem Sinn des Reisens in Post-Coronazeiten widmete. Ausgewählte Stationen und Etappen der Reise waren die bayerische Metropole Nürnberg sowie der Tourismusverband der Ferienregion Franken, die Destination Harz, die Großstadt Hamburg, die Destination Schleswig-Holstein mit der Lübecker Bucht in Scharbeutz, der Landeshauptstadt Kiel sowie den Inseln Föhr und Sylt, der Brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam sowie Leipzig. Ausgangspunkt und Ziel der Reise war Eichstätt.

Zentrale der Ergebnisse der Exkursion sind: Der Recovery-Prozess von Unternehmen und Destinationen des Tourismus bewegt sich im Spannungsfeld von kurzfristigen Maßnahmen im Wechselspiel von Innenmarketing und Informationsmanagement gegenüber den Märkten einerseits und der Entwicklung einer langfristige Perspektive für eine Zeit nach Corona.

Ein nicht unwesentlicher Teil des Gästepotentials zeigt ein verstärktes Interesse an Alternativen, nachhaltigeren Formen des Reisens und reflektiert zukünftig stärker das eigene Reisen. Traditionelle Wertschöpfungsmodelle und Geschäftsmodelle stehen unter massivem Druck vor allem aufgrund der finanziellen Engpässe und negativen wirtschaftlichen Entwicklung. Nachhaltigkeit bedeutet mehr denn je Verantwortung gegenüber den Stakeholdern, gegenüber den Bewohnern der Destinationen und nicht zuletzt den Arbeitenden in den verschiedenen Servicebereichen des Tourismus. Ein Zurück zur Normalität bedeutet aufgrund veränderter Rahmenbedingungen eine neue Dynamik von Transformationskräften und erfordert mehr denn je Lernbereitschaft. Resilienz im Sinne der Krisenfestigkeit und Robustheit wird zur Grundlage für Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen.

Allen an der Exkursion Beteiligten wurde durch die Vielzahl der Gespräche klar vor Augen geführt, dass der Tourismus und seine verschiedenen Teilbranchen sich derzeit in einem fundamentalen Wandel befinden. Es entstehen neue Angebotsformen, Geschäftsmodelle, Erlebnismuster und vor allem neue Nachfragen. Die zum Teil massiven Veränderungen in verschiedenen Tourismusbereichen in den nächsten Jahren erfordert Menschen als Akteure, Führungskräfte und Unternehmer mit strategischem Sachverstand und operativen Kenntnissen, um den neuen Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit und den Erfordernissen der fortschreitenden Digitalisierung gerecht zu werden.

Das Masterprogramm „Tourismus und nachhaltige Regionalentwicklung – Management und Geographie“ richtet seine Aktivitäten, Lehr- und Forschungsinhalte mehr denn je auf diese neuen Erfordernisse aus. Die Exkursion selbst und deren Auswertung bilden einen idealen Auftakt für eine entsprechende Anpassung und teilweise Neuausrichtung der Inhalte auf stärker aktuelle Bezüge der weiteren touristischen Entwicklung während und nach der Pandemie. Der Tourismus wird auch in Zukunft ein bedeutender Faktor gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Entwicklung sein, wenngleich mit anderen Vorzeichen und massiven Innovationen. Tourismus zu studieren ist und bleibt auch in Zukunft attraktiv und verspricht herausfordernde Aufgaben im Spannungsfeld von Wirtschaft und Geographie.

Wir danken den lokalen Tourismusexperten und dem Busunternehmen Frey Reisen und Touristik GmbH für die Unterstützung bei Planung und Durchführung der Reise. Gleicher Dank gilt der Eichstätter Universitätsstiftung für die Bezuschussung der Exkursion.