Zum Auftakt des Festaktes begrüßte Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Stüwe zahlreiche Festgäste aus Politik, Wirtschaft und Hochschullandschaft, darunter den Stiftungsratsvorsitzenden Horst Seehofer. An den Anfang stellte er dabei jene, die die KU mit ihrer Begeisterung und ihrem Wirken maßgeblich prägen. Die Studierenden sind es, das wurde auch im Grußwort des Vorsitzenden des studentischen Konvents Sascha Grünwald und in der Ansprache der Präsidentin deutlich, die mit ihrem Engagement, ihren Ideen und in der Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung die KU gestalten.
Wissenschaftsminister Blume sagte, „ein besonderes Klima, ein besonderer Geist, ein ganz besonderer Spirit“ sei es, was die KU ausmache. Gien griff seinen Slogan „Die KU ist Kult“ auf, um an zahlreichen ausgewählten Beispielen aus dem zurückliegenden Jahr zu zeigen, was die KU besonders macht. „Unser Anspruch ist es, wissenschaftliche Bildung mit Persönlichkeitsentwicklung, Orientierungswissen und gesellschaftlicher Reflexionsfähigkeit zu verbinden – und dafür inspirierende Orte zu schaffen.“ Die KU wolle eine menschenorientierte digitale Gesellschaft fördern und habe hierfür drei profilierte Forschungsfelder entwickelt. „Ethik, Religion, Kultur und Gesellschaft“, „Maschinelles Lernen und Data Science“ und „Umwelt und Nachhaltigkeit“. Die Universität ist laut Gien viel mehr als eine Institution. „Sie ist eine Gemeinschaft von Menschen, die Verantwortung übernehmen und bereit sind, sich füreinander einzusetzen – für Wissen, für junge Menschen und für unsere Gesellschaft.“
Zu dieser Verantwortung für die Gesellschaft gehört für die KU und für Festredner Prof. Dr. Ottmar Edenhofer auch die globale Verantwortung für das Klima. Edenhofer betonte die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit gerade in Zeiten globaler Konflikte und stellte klar: „Ökologische Wirtschaftspolitik sichert unseren Wohlstand langfristig.“ Edenhofer ist Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, er war Mitglied des Weltklimarates und in dieser Rolle bei der Ausarbeitung des Pariser Klimaabkommens 2015 beteiligt.
In seiner Festrede stellte er pragmatische Ansätze vor, wie die internationale Kooperation vertieft werden kann, um den gefährlichen Klimawandel zu vermeiden. „Aus ökonomischer Sicht darf die Welt nicht von der Substanz leben“, erklärte er, dies sei Bilanzbetrug. „Wir haben kein Ressourcen- sondern ein Klimaproblem“, denn während die Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre in 20 Jahren erreicht sein wird, seien – zumindest für das 21. Jahrhundert – ausreichend fossile Energieträger vorhanden. Dies führe dazu, dass ein Großteil der Reserven an Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben müssten, um die Erderwärmung zu begrenzen. Dies sei ein zentraler Interessenskonflikt. Edenhofer zeigte, dass die EU durch die Reduktion von Öl- und Gasimporten, großen Einfluss auf die Erreichung dieses Ziels hätte. Er sieht eine wichtige Chance in der Zusammenarbeit der EU mit China, um durch ein koordiniertes Vorgehen und globale Zusammenarbeit, den „Möglichkeitssinn“ wach zu halten. Dies sei auch die Aufgabe der Universitäten.
Musikalisch bot Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard dem Akkordeon, Instrument des Jahres 2026, eine Bühne. Gemeinsam mit Studierenden zeigte er im musikalischen Rahmenprogramm, dass dieses Instrument viel mehr als Volksmusik zu bieten hat.
Im Rahmen des Dies Academicus wurden auch wieder herausragende Leistungen in Forschung und Transfer, Studium und Lehre mit Universitätspreisen ausgezeichnet. Dem Festakt vorangegangen war eine Vesper in der Eichstätter Schutzengelkirche, die der Eichstätter Diözesanadministrator Alfred Rottler zelebrierte. Der feierliche Lobpreis wurde von einem Chor und von Instrumentalisten aus Studierenden und Beschäftigten der KU unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Eham musikalisch gestaltet.
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